Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Bobenheim-Roxheim: Altrhein-Venedig mit jungem Gesicht

Stimmungsvoll wird’s beim Gondelfest in den Abendstunden.  Foto: BOLTE
Stimmungsvoll wird’s beim Gondelfest in den Abendstunden.

Das 69. Roxheimer Gondelfest war bisher ein voller Erfolg. Tausende strömen seit Freitagabend an den Roxheimer Altrhein, wo sich vor allem in den Abendstunden eine einzigartige Atmosphäre entfaltet. Das „Venedig am Altrhein“ – der Klassiker der örtlichen Volksfeste – ist wieder gefragt.

Das Roxheimer Gondelfest hat eine lange und bewegte Geschichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg vom VdK-Ortsverband zur finanziellen Unterstützung von „Kriegerwitwen“ ins Leben gerufen, wurde das Fest auf dem und am Wasser vom Startschuss weg ein echter Senkrechtstarter. Bereits 1960 hieß es in „Das große Pfalzbuch“: „Das Venedig am Altrhein ist eines der größten und schönsten Volksfeste der Pfalz.“

Zu diesem Zeitpunkt waren die meisten Besucher des Gondelfests 2019 noch gar nicht geboren. Und allein dies ist ein bemerkenswerter Sachverhalt. Zum Traditionsfest kommen auffallend viele junge Menschen. Das Gondelfest hat wieder ein junges Gesicht. Seit Freitagabend ist Bobenheim-Roxheim in Feierlaune. Trotz Schnakenplage herrscht Hochbetrieb.

Bayern-Ladies rocken das Fest

„Wunderschönen guten Abend Roxheim. Seid ihr gut drauf?“, rief Sängerin Lisa von den „Midnight Ladies“ am Samstagabend in die Menge. Die Antwort darauf ließ das Bühnenzelt erbeben. Zum vierten Mal bereits war die fetzige Girls-Band aus dem niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen zum Gondelfest gekommen. Auch diesmal wieder ein Glücksgriff, wie sich zeigte. Das musikalische Quintett mit den unkomplizierten Vornamen Lisa, Heike, Katy, Nadine und Tina traf auf ein ebenso unkompliziertes Publikum. Und siehe da: Die „Midnight Ladies“ schafften es sogar, schon zu Beginn ihres Auftritts die Leute vor die Bühne und auf die Tanzfläche zu bringen. Der Bogen der Mitsing-Hits reichte von Doris Days „Que sera sera “ über Drafi Deutschers „Marmor, Stein und Eisen bricht “ bis hin zu Andreas Gabaliers „Hulapalu“. Nach der „Schmuserunde“ zeigten die fünf Vollblutmusikerinnen, dass sie auch richtig gut rocken können.

Der Samstagabend ist natürlich der wichtigste Teil des viertägigen Gondelfests. Hier wird auch jener Umsatz gemacht, den die Teilnehmer brauchen, um am Ende gut rauszukommen. Diesmal hatten die Festwirte keinen Grund zur Klage. An den „Zapfsäulen“ klebten dichte Menschentrauben.

Viel Arbeit für Festwirte

Gondelfestwirt Hans-Peter Höll zeigte sich vollauf zufrieden. Er ist seit 15 Jahren dabei und kann Vergleiche anstellen: „Wir hatten bis Mitternacht pausenlos zu tun. Es waren enorm viele Besucher, eine tolle Atmosphäre und bis jetzt ein absolut ruhiges und harmonisches Gondelfest.“ Ein Eindruck, den auch viele Kollegen bestätigten. „Petra und Rocco“ vom Bistro „Babo“ und die gestandenen jungen Männer vom Würfelclub beispielsweise. Auch hier lautete der Tenor: „Es gibt viel zu tun. Ansonsten aber alles easy.“

Während abends auf dem Gondelfestplatz der Bär steppte, ging es nachmittags eher beschaulich zu. Hier war am Samstag die Vorrunde des Fischerstechens angesagt. Am Ende waren die Teilnehmer volle zwei Stunden auf dem Wasser, um die Finalisten zu ermitteln. Ortskartellvorsitzender Florian Lobocki attestierte allen einen rundum guten Einsatz: „Man merkt schon, dass sich die Teams meist gut vorbereiten und auch richtig motiviert ins Rennen gehen.“ Jahr für Jahr kristallisieren sich dabei auch echte Fischerstecher-Athleten heraus. Diesmal dominierten – von den Zuschauern am Ufer lautstark angefeuert – vor allem Timo Deimling vom RCV und Florian Schmitt von der Pfadfinderschaft St. Georg. Für die unterlegenen Stecher blieb – wie immer – nur der berühmte Sprung ins kühle Nass. Oder besser gesagt: in die sommerlich erhitzte „lauwarme Brühe“ des Roxheimer Altrheins. In diesem Sommer alles andere als erfrischend.

Ex-Organisator darf „chillen“

Am wenigsten zu tun hatte diesmal Lothar Ofenloch. Über Jahrzehnte managte der Leiter der gemeindlichen Kultur- und Sozialabteilung auch das Roxheimer Gondelfest. Seit einem halben Jahr ist Ofenloch nun Pensionär und kam erstmals nur zum Feiern und „Chillen“ auf den Festplatz am Altrhein. Ein ganz ungewohntes Gefühl für den langjährigen Hans Dampf in allen Gassen, der es in gewohnter Manier auch auf den Punkt brachte: „Man kann’s aushalten.“

Das 69. Roxheimer Gondelfest geht am Montag in seine letzte Runde. Ab 19.30 Uhr, gibt es Live-Musik mit „The Tuxedo Club Band“. Den krönenden Abschluss setzt um 22.30 Uhr das große Brilliantfeuerwerk über dem Altrhein.

Pfadfinder und RCV-Vertreter beim Fischerstechen. Foto: BOLTE
Pfadfinder und RCV-Vertreter beim Fischerstechen.
Gute Laune bei Live-Musik. Foto: BOLTE
Gute Laune bei Live-Musik.
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