Rhein-Pfalz Kreis Biomüll bleibt mehrfach stehen
«Bobenheim-Roxheim.» Wenn Manfred Alban Pfeifer entsprechend dem Abfallkalender montagabends seine volle Biomülltonne vors Haus stellt, steht sie am Dienstagabend immer noch voll da. Obwohl sie an diesem Tag hätte geleert werden sollen. So gehe das nun schon seit ungefähr einem Jahr, sagt der Bobenheim-Roxheimer und bittet die RHEINPFALZ, sich mal beim Rhein-Pfalz-Kreis zu erkundigen, woran es hängt. Er jedenfalls sei in der Sache nicht weitergekommen und verliere langsam die Geduld.
Wenn die Tonne mal wieder nicht geleert wurde, ruft Manfred Alban Pfeifer beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Kreises an. „Dort verspricht man mir, dass man sich kümmern werde“, berichtet der 56-Jährige. „Meistens nützt dieser Anruf nichts, dann rufe ich ein zweites oder drittes Mal an. Eventuell kommt dann doch eine Leerung zustande. Wenn nicht, darf ich die Tonne am folgenden Dienstag zusammen mit der Restmülltonne rausstellen.“ Restmüll und Wertstoffsäcke würden merkwürdigerweise termingerecht vom jeweiligen Abfuhrunternehmen entsorgt, die Bioabfälle nicht. Pfeifer vermutet, dass die für die Abfuhr von Biomüll zuständigen Fahrer einfach nicht gern in seine Straße reinfahren. Er wohnt in der Straße Bahnhofsplatz, ein bisschen ab vom Schuss in Nachbarschaft zum Gewerbegebiet. Tilo Meinke von der Kreisverwaltung vermutet das ebenfalls. Auf RHEINPFALZ-Anfrage bestätigt er, dass Pfeifers Biotonne in registrierten vier von fünf Fällen nicht geleert wurde und dies wohl daran liege, „dass die Fahrer aufgrund der seltenen Behälterbereitstellung in diesem Straßenbereich keine Biotonne erwartet haben und das Objekt fälschlicherweise nicht anfuhren“. Soll heißen: Weil Manfred Alban Pfeifer nur etwa alle sechs Wochen eine Leerung benötigt und die Tonne nur dann rausstellt, lassen es die Müllwerker lieber drauf ankommen, anstatt fast jeden zweiten Dienstag umsonst zum Haus Nummer 5 zu fahren. Für den Müllgebührenzahler Pfeifer ist das zwar verständlich, aber nicht akzeptabel. Er fragt sich, warum der Abfallwirtschaftsbetrieb nichts gegen den Missstand unternimmt. „Die Häufung der Reklamationen an dieser Stelle sind aufgrund von Personalengpass- und Vertretungssituationen nicht aufgefallen“, bedauert Tilo Meinke und spricht von einem seltenen Fall. Er will das beauftragte Unternehmen kontaktieren und verspricht, dass Pfeifers Haus künftig regelmäßig angefahren wird. Grundsätzlich, so Meinke, sollten die Bürger des Rhein-Pfalz-Kreises ihre Abfallbehälter am Leerungstag spätestens um 6 Uhr sichtbar am Gehwegrand bereitstellen. Im Fall einer Nichtleerung biete der Eigenbetrieb eine Nachleerung der Behälter an, die zwei bis drei Tage nach dem regulären Leerungstermin stattfinde. Dafür sollte die Reklamation am besten am nächsten Werktag nach dem regulären Leerungstermin beim Abfallwirtschaftsbetrieb eingehen, und zwar telefonisch unter 0621 5909-5130 oder -5555 oder per Mail an die Adresse abfuhr@ebalu.de.