Rhein-Pfalz-Kreis
Besorgt wegen möglicher Güterzug-Trassen
Die Infrastruktur verbessern, Güter von der Straße auf die Schiene verlagern ist das Ziel. Der große europäische Rahmen ist ein geplanter Güterverkehr-Korridor von der Nordsee ans Mittelmeer, von Rotterdam nach Genua. Ein Teil des Mammutprojekts ist die Bahnstrecke zwischen Mannheim und Karlsruhe, beides wichtige Knotenpunkte im europäischen Bahnverkehr, wie die Deutsche Bahn (DB) Netze AG betont: „Doch das Schienennetz zwischen beiden Städten ist am Limit.“
Das Projekt
Nun werden mögliche Ausweich-Streckenführungen gesucht und geprüft, laut DB sowohl als Ausbau bestehender Strecken als auch als Neubautrassen. Dabei wird die linksrheinische Nachbarschaft, sprich die Vorderpfalz, mit einbezogen: „Die Planungen umfassen den durchgehenden Raum von Mannheim-Waldhof im Norden über die gesamte Rheinebene bis nach Karlsruhe im Süden. In einem nächsten Schritt sollen hier mögliche Streckenführungen ausfindig gemacht werden. Dieses Verfahren wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen“ – so ist es im Internet nachzulesen. Die Bahn setzt auf Transparenz und Dialog unter dem Motto „Wir suchen den besten Weg“.
Das Vorhaben bringt nun neben anderen Kommunen auch die Kreisverwaltung und betroffene Orte des Rhein-Pfalz-Kreises auf den Plan. Denn, so sagte es Landrat Clemens Körner (CDU) in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung und Verkehr, bei aller „Ergebnisoffenheit“ und vagen Zukunftsvisionen, werde rechtsrheinisch schon diskutiert und es formiere sich an einer oder anderer Stelle Widerstand, und linksrheinisch seien noch nicht einmal die Gremien informiert. In einzelnen Räten wurde nun schon mal informiert, so in Böhl-Iggelheim oder der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen. Und nun im Kreisbauausschuss.
Die Prüfung
Es würden mehrere Haupttrassen und „unzählige Nebentrassen“ (Körner) im entsprechenden „Suchraum“ geprüft. Darunter sei auch eine, die einen Tunnel von rechts des Rheins unter dem Fluss und Ludwigshafener Gebiet durch vorsieht und bei Limburgerhof und Neuhofen ans Tageslicht kommt und dann Schifferstadt und Waldsee passiert. Der weitere Verlauf könnte bei Römerberg wieder durch einen Tunnel ins Rechtsrheinische führen. Eine weitere Variante würde an Böhl vorbei Richtung Neustadt noch weiter linksrheinisch durch die Südpfalz verlaufen.
Das alles sei laut DB Netze nur eine Untersuchung unter vielen. Aber auch wenn das, wenn es überhaupt so käme, nur die Jüngeren erleben würden, wolle er nicht den Vorwurf der Enkel hören, warum nichts unternommen worden sei, sagte Körner nur halb im Scherz. Und wenn auch alles nicht verbindlich sei und es sich um ein klassisches Vorgehen der Raumplanung handle, wolle man sich rechtzeitig auf die Füße stellen.
Die Kreisposition
Dazu gab es einigen Redebedarf. Abgesehen von der dann folgenden Belastung durch den Güterzug-Verkehr bemängelten die Ausschussmitglieder, dass wertvolle landwirtschaftliche Flächen versiegelt werden würden. Die Trassenverläufe, die nun geprüft würden, sollten dann ausschließlich dem Güterverkehr dienen. Das heißt, es stünden auch keine Vorteile im Raum, die eine Kommune eventuell durch einen besseren ÖPNV-Anschluss erzielen könnte.
Laut Körner würden sich die betroffenen Kommunen kurzschließen, ein baldiges Treffen sei bereits geplant. „Wir sollten gemeinsam agieren“, sagte er. Sein Vorschlag, dazu vorsichtshalber einen versierten Rechtsbeistand hinzuziehen um rechtliche Möglichkeiten zu prüfen, wurde klar befürwortet. Auch im Rhein-Pfalz-Kreis will man eben gewappnet sein.
Im Netz
Das Projekt der Deutschen Bahn wird auf der Website mannheim-karlsruhe.de vorgestellt