Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Besonderes Jubiläum in einer besonderen Zeit

Auf sie hören alle: Angelika Grothe dirigiert den Kirchenchor St. Medardus in Mutterstadt.
Auf sie hören alle: Angelika Grothe dirigiert den Kirchenchor St. Medardus in Mutterstadt.

Musik, insbesondere Kirchenmusik, und das Singen sind ihre Leidenschaft: Angelika Grothe hat in Mutterstadt nicht nur schon die Kleinen für Musik begeistert, sondern im gerade erst ausgeklungenen alten Jahr auch ihr 20-jähriges Dirigentenjubiläum mit dem Kirchenchor St. Medardus des Pfarr-Cäcilien-Vereins gefeiert.

In Zeiten von Corona ein Jubiläum zu feiern, ist nicht einfach und manchmal auch unmöglich. Doch der Kirchenchor St. Medardus konnte mit seiner Dirigentin Angelika Grothe ihr 20-jähriges Jubiläum als Leiterin des Chors würdig und vor allem auch stimmungsvoll mit Kirchenmusik feiern – natürlich am 22. November, dem Gedenktag der Heiligen Cäcilia, der Patronin der Sänger und des Kirchenchors.

„Ich singe, seit ich denken kann, in verschiedenen Chören“, erinnert sich Grothe, deren Eltern Erika und Konrad Heller schon seit vielen Jahren im Kirchenchor singen und ihre Tochter wie auch weitere Familienangehörige für die Musik begeistert haben. Im Alter von 16 Jahren hat Angelika Grothe ihre dreijährige Ausbildung zur C-Kirchenmusikerin in Speyer begonnen: „Es war von Anfang an klar, dass ich etwas musikalisches neben meinem Beruf machen möchte, weil ich Kirchenmusik mag“, erklärt sie.

Die Arbeit mit den Sängern und Sängerinnen ist sehr bereichernd

Im Hauptberuf arbeitet sie in der Frühförderung am Pfalzinstitut für Hören und Kommunikation in Frankenthal. Ab ihrem 19. Lebensjahr hat sie verschiedene Kinderchöre geleitet – so auch in Schifferstadt unter Leitung des damaligen Diözesanmusikdirektors Dietmar Mettlach: „Ich habe die Vorchorarbeit mitgetragen und später auch selber einen Kinderchor geleitet“, erzählt Grothe.

Auch in Mutterstadt engagierte sie sich musikalisch: „Hier habe ich 1999 den Kinderchor und die Singschule St. Medardus aufgebaut.“ Ein Jahr später, 2000, wurde ein Nachfolger für die Leitung des Kirchenchors St. Medardus gesucht: „Und so bin ich dazu gekommen“, sagt Grothe und lacht. Bereut habe sie die Entscheidung nie, denn die Arbeit mit den rund 40 Sängerinnen und Sängern, die sehr engagiert sind, die mit viel Freude dabei sind, sei sehr bereichernd. Inzwischen ist die Mutterstadterin zudem noch seit 13 Jahren als Musiklehrerin in der musikalischen Früherziehung an der Musikschule des Rhein-Pfalz-Kreises aktiv.

Mit dem Chor auf Reisen

Beim Kirchenchor St. Medardus, der 1889 gegründet wurde, konnte Grothe auf eine lange Tradition aufbauen. „Ich habe versucht, Neues da zu dem Repertoire, was bereits bestanden hat, zu bringen.“ Zugute kam ihr seinerzeit bei ihrem Amtsantritt beim Erwachsenenchor auch ihre langjährige Erfahrung als Chorsängerin: „Ich habe viele großartige Dirigenten erleben können und mir einiges abschauen dürfen.“ Der Chor, der „relativ gut in allen Stimmlagen vertreten ist“, wie die Chorleiterin lobt, habe in den vergangenen 20 Jahren auch einige herausragende Konzerte gestaltet. Gemeinsam mit dem Chor der Schifferstadter Pfarrei St. Jakobus hatten die Mutterstadter das „Magnificat“ von John Rutter einstudiert sowie viele weitere Konzerte, feierliche Gottesdienste mitgestaltet und auch einmal zum 130-jährigen Bestehen des Pfarr-Cäcilien-Vereins 2019 Wolfgang Amadeus Mozarts Krönungsmesse: „Es war sehr viel los in den letzten Jahren.“ Zudem hat der Kirchenchor viele Reisen unternommen: „Wir durften sogar einmal im Kölner Dom bei einer Andacht singen“, erinnert sich Grothe.

Auf Singstunden und öffentliche Auftritte musste der Kirchenchor aufgrund der Corona-Pandemie bis auf wenige Monate im vergangenen Jahr verzichten. Zurzeit kann Grothe vor den Gottesdiensten nur mit einer kleinen Gruppe von acht Sängern proben: „Sie singen dann während des Gottesdiensts auf der Empore – für die Gottesdienstbesucher, die nicht singen dürfen“, berichtet die Chorleiterin.

Per Telefon und Whatsapp in Kontakt bleiben

Ansonsten muss derzeit der Probenbetrieb ruhen, sowohl für die Kinder als auch für die Erwachsenen: „Die Gemeinschaft fehlt ebenso wie das Singen, der Wohlklang und das Erarbeiten von Liedern sowie das Vorstellen der Arbeit“, weiß Grothe aus den Rückmeldungen der großen und kleinen Mitglieder: „Die Seele leidet fürchterlich“.

Die Vereinsvorsitzende Evi Muy und Angelika Grothe lassen sich trotzdem nicht unterkriegen: „Wir gehen hoffnungsvoll ins neue Jahr.“ Sobald der Chorbetrieb wieder erlaubt sei, „fangen wir wieder an!“ Auch auf eine noch länger andauernde Unterbrechung der „normalen“ Singstunden müsse man sich jedoch einstellen: „Ich kann nichts planen, weil ich nicht weiß, wann es wieder losgeht“, sagt die Chorleiterin, die mit der Vorsitzenden versucht, den Kontakt zu den Mitgliedern zu halten, ob telefonisch oder per Whatsapp.

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