RÖMERBERG RHEINPFALZ Plus Artikel Berghausenerin trägt die Royals im Namen

Mit Dankeskarten, die sie für ihre Beileidsbekundungen nach dem Tod von Prinz Philip im Namen von Königin Elisabeth und von Prin
Mit Dankeskarten, die sie für ihre Beileidsbekundungen nach dem Tod von Prinz Philip im Namen von Königin Elisabeth und von Prinz William und Herzogin Kate erhielt: Phillis Elizabeth Etzkorn.

Als vor einer Woche die Queen beerdigt wurde, saßen Millionen Menschen in Deutschland vor dem Fernseher und waren bewegt. Im Speyerer Umland dürfte es aber kaum jemanden geben, dem das Ereignis so nahe gegangen ist wie Phillis Etzkorn aus Berghausen, denn sie hatte eine ganz besondere Verbindung zur Königin.

Wenn Phillis Etzkorn an den wahrscheinlich emotionalsten Moment der Trauerzeremonie für die Queen denkt, als der persönliche Dudelsackspieler der Königin beim Gottesdienst in Schloss Windsor spielte, bekommt die 74-Jährige immer noch feuchte Augen. Die enge Verbindung, die die Römerbergerin zum britischen Königshaus fühlt, begann schon mit ihrer Geburt. Etzkorn stammt aus Südafrika, dessen Staatsoberhaupt im Jahr ihrer Geburt 1947 noch der englische König George VI. war. „Ich bin unter dem Union Jack geboren“, sagt sie deshalb.

Im gleichen Jahr habe die damals 21-jährige spätere Queen Elizabeth mit ihrer Familie Südafrika und auch Etzkorns Heimatstadt Kapstadt besucht. Bei diesem Besuch habe Elizabeth das bekannte Versprechen abgegeben, das auch anlässlich ihres Todes oft zitiert wurde: dass sie ihr Leben dem Dienst an den Völkern des Commonwealth und der königlichen Familie widmen werde. „Das hat sie gemacht bis ins hohe Alter von 96 Jahren“, sagt Phillis Etzkorn voller Bewunderung.

Ihre Mutter war damals bereits schwanger. „Und natürlich bin ich nach ihr und Prinz Philip benannt worden“, erzählt die Römerbergerin. „Phillis“ sei die weibliche Form von Philip, und ihr zweiter Name sei Elizabeth. Kein Wunder: Etzkorns Mutter hegte selbst große Sympathien für die Königsfamilie. Ein Bild, das sie in späteren Jahren mit blumengeschmücktem Hut, Brosche und Halskette zeigt, erklärt, warum sie von Freunden den Spitznamen „Queen Mum“ erhielt.

Wettbewerb unter Schwestern

Die Begeisterung fürs Königshaus war Phillis Etzkorn somit in die Wiege gelegt. „Welches Mädchen möchte keine Prinzessin sein“, erklärt sie die Faszination, welche die junge Elizabeth auf sie und ihre Schwestern ausübte. „Die Zeitungen waren immer voller Bilder von den Royals“, erinnert sie sich. „Als Kinder haben wir die immer ausgeschnitten und unsere eigenen Alben daraus gemacht. Das war ein richtiger Wettbewerb unter uns Kindern.“

Die emotionale Verbindung zur königlichen Familie bewahrte sich Phillis Etzkorn ein Leben lang. Auch nachdem sie ihren Lebensmittelpunkt Ende der 1960er-Jahre nach Deutschland verlagert hatte. Als junge Frau hatte die Südafrikanerin einen Deutschen kennengelernt, der sich beruflich längere Zeit in ihrer Heimat aufhielt. Später lernte sie in Stuttgart ihren zweiten Mann kennen, mit dem sie in den 1990er-Jahren in dessen Heimat Römerberg zog. Der Familie ihres mittlerweile verstorbenen Mannes gehörte das Gasthaus Zum Engel in Berghausen, das seit einigen Jahren an Wirt Thomas Walter verpachtet ist.

Beileidskarten geschrieben

Die Höhen und Tiefen, durch die das britische Königshaus gegangen ist, hat Phillis Etzkorn in all der Zeit mitverfolgt. Sie hat mitgelitten, als Prinzessin Diana 1997 in Paris tödlich verunglückte. Und es bricht ihr das Herz, wenn sie an die Queen denkt, wie sie mitten in der Corona-Pandemie ihren geliebten Philip zu Grabe tragen musste und wegen der damals geltenden Kontaktbeschränkungen alleine in der Kirchenbank saß. Damals schrieb Etzkorn auch Beileidskarten an die Königin und an Prinz William. Kurz darauf hatte sie Dankesschreiben von beiden im Briefkasten in Römerberg.

Vorm Fernseher geweintKeine Frage, dass Phillis Etzkorn den vergangenen Montag vor dem Fernseher verbrachte, um die Trauerfeierlichkeiten für die verstorbene Queen live mitzuverfolgen. Dabei flossen, wie sie berichtet, Tränen, die anschließend im Austausch mit ihren Schwestern, die in Südafrika, England und Indien leben und die ihre Leidenschaft teilen, getrocknet wurden.

Nicht gut zu sprechen ist die Römerbergerin auf Meghan, die Ehefrau von Elizabeths Enkel Prinz Harry. Das Interview im amerikanischen Fernsehen, in dem sie der königlichen Familie viele Vorwürfe, darunter auch Rassismus, machte, fand Phillis Etzkorn nicht angemessen. Sehr angetan ist die Berghausenerin hingegen von Herzogin Kate, der Frau von Prinz William. „So muss eine Königin sein“, findet sie.

„Charles wird ein guter König sein“

Und was hält sie von Charles III., dem neuen König? Wird das Volk ihn ebenso lieben und respektieren wie die Queen? Phillis Etzkorn muss erst einmal eine Weile nachdenken. „Es wird wachsen“, sagt sie schließlich. Charles und seine heutige Frau Camilla seien nach Dianas Tod nicht sehr populär gewesen, doch was damals kaputt ging, sei mittlerweile repariert. „Und Charles hat sich in den letzten Jahren viel von seiner Mutter abgeschaut“, hat die Römerbergerin beobachtet. „Er wird ein guter König sein“, glaubt sie daher, räumt aber ein, dass es schwer für ihn werden wird, Sympathien zu gewinnen.

Auch sie fühle sich eher mit dem nächsten Thronfolger William und dessen Frau Kate verbunden. Hätte Charles also lieber zugunsten seines Sohnes auf die Krone verzichten sollen? Da ist Phillis Etzkorn unentschlossen. Einerseits sei William vielleicht noch zu unerfahren, andererseits sei auch die Queen als junge Frau ins kalte Wasser geworfen worden, als sie nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters Königin wurde.

Phillis Etzkorn hofft, dass die Monarchie in Großbritannien noch lange bestehen bleibt. „Das Königshaus gehört einfach dazu. Man muss die Tradition aufrechterhalten“, findet sie. „Für meine Generation wäre es schade, wenn es nicht mehr da wäre. Für Jüngere ist es vielleicht anders.“ Der verstorbenen Queen will die Römerbergerin im nächsten Jahr noch persönlich ihre Reverenz erweisen: Dann möchte sie zur Grabstätte in Windsor reisen.

Ihr letzter Weg: Der Sarg von Königin Elizabeth II. wird in die St.-George’s-Kapelle getragen.
Ihr letzter Weg: Der Sarg von Königin Elizabeth II. wird in die St.-George’s-Kapelle getragen.
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