Fussgönheim Beleuchtung ausschalten zum „Zeichen setzen“
Selbst wenn die Kosten für das Ausschalten der Lichter höher sein sollten als die Einsparung, „müssen wir ein Zeichen setzen“, forderte Eckhard Koch (CDU) im Gemeinderat am Mittwoch. Auslöser der Diskussion war ein Antrag der FWG. Die verwies auf das „gute Beispiel“, mit dem der Bundespräsident vorangegangen sei, indem Schloss Bellevue nachts nicht mehr angestrahlt werde, um Strom zu sparen. „Wir in Fußgönheim könnten hier auch ein Zeichen setzen!“ fand die FWG. Und beantragte, dass die Beleuchtung der protestantischen Kirche und des Schlossgartens abgestellt werden sollen. Koch ging in der Ratssitzung noch ein Stück weiter, auch die Beleuchtung des Radwegs nach Maxdorf könne ausgeknipst werden.
Verkehrssicherheit geht vor
Den Hinweis von Bürgermeister Jochen Schubert (FWG), dass die Gemeinde gegen die Verkehrssicherungspflicht verstoße, wenn der Radweg im Finstern liegt, nahm Koch mit hörbarem Unwillen zur Kenntnis. Die Verkehrssicherungspflicht sei es auch, die bisher verhindere, dass der Schlossgarten in Dunkelheit versinkt, informierte Schubert. Denn hier seien die Beleuchtungsstrahler mit der Straßenbeleuchtung kombiniert und man habe nicht herausgefunden, wie man die beiden trennen kann.
In der katholischen Kirche sei es bereits dunkel, berichtete Schubert. Das habe das Bistum angeordnet, wusste Lothar Strasser (CDU). An der protestantischen Kirche sei es nicht ganz so einfach den Saft abzudrehen, sagte Schubert. Der Schalter sei nämlich an einem Laternenmast, um dranzukommen könne man nicht einfach so hochklettern, sondern brauche einen Hubsteiger. Dessen Einsatz schlage mit rund 460 Euro zu Buche.
Frage nach der Einsparung
„Bleibt da noch eine Einsparung?“, wollte SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Bauer wissen. Über den schnöden Mammon wollten Koch und Schubert anscheinend nicht reden. Die Gemeinde müsse „ein Zeichen setzen“, betonten sie unisono. Ansonsten wäre die evangelische Kirche in Fußgönheim die einzige in der Region, von der nachts noch ein helles Licht ausgeht, das könne in der Öffentlichkeit nicht gut ankommen, gab Schubert zu bedenken. Es gehe nicht, der katholischen Kirche das Licht abzuschalten und der evangelischen nicht, meinte Koch.
Pragmatisch zeigte sich Martina Fickler (CDU). Mit ihrem Argument „ich sehe keinen Sinn darin, für so viel Geld ein Zeichen zu setzen“, konnte Fickler ihre Ratskollegen nicht überzeugen. Acht stimmten für das „Zeichen setzen“, drei dagegen. Zehn Ratsmitglieder waren nicht da. Ob sie „ein Zeichen setzen“ wollten?