Hanhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Beieinander angekommen

Beim Baden kennengelernt: Helga und Willi Matheis.
Beim Baden kennengelernt: Helga und Willi Matheis.

Helga und Willi Matheis aus Hanhofen feiern heute ihre diamantene Hochzeit. Sie sind seit 60 Jahren miteinander verheiratet. Vor dem Haus des Ehepaares steht links ein hölzernes Schild. Darin ist geschnitzt: „Hanhofen, gegründet 1156.“ Gestaltet wurde es von Willi Matheis.

Der Jubilar ist 1933 in Abora, einem kleinen Ort in Rumänien, geboren. 1940 sei er von dort mit seiner Familie von den Russen vertrieben worden. „Wir sind dann mit dem Zug nach Polen gefahren. Von dort ging es nach Leipzig, wo wir bis 1943 im Lager lebten. Dann mussten wir auch dort wieder weg und fuhren nach Elsass-Lothringen, wo wir uns in einem Dorf bei Metz niederlassen konnten. Als die Amerikaner immer näher rückten, ging es mit dem Leiterwagen in die Pfalz, nach Hanhofen“, berichtet er von der Odyssee, die er als Kind erlebte. Er war endlich angekommen und blieb dort wohnen. Nach einer Schreinerlehre arbeitete er 40 Jahre als Schichtarbeiter bei der BASF.

Fünf Enkelkinder

Helga Matheis ist 1940 in Speyer geboren. Sie habe ihren Willi 1957 beim Baden am „Blauen See“ kennengelernt. Sie sei mit einer Mädelsgruppe aus Speyer dort gewesen, er mit einer Jungengruppe aus Hanhofen, erzählte sie. „Bei der Frühjahrsmesse haben wir uns wiedergetroffen, dann immer wieder. 1960 haben wir in der Kirche St. Bernhard geheiratet. 1961 wurde Tochter Jutta geboren, 1962 Sohn Thomas und 1964 Sohn Rainer. Wir haben fünf Enkel, darunter die Drillinge Philipp, Julia und Ferdinand sowie Benjamin und Caroline. Auch ein Urenkelkind haben wir schon, den kleinen Noah“, berichtet sie von der großen Familie.

Zu Hause am schönsten

Das gemeinsame Hobby, das Helga Matheis mit ihrem Mann teilt, sind der Garten und die Natur sowie Kater Fritz, der ihnen zugelaufen sei. Die Jubilarin habe im Kirchenchor gesungen und später im Singkreis. Vor der Ehe habe sie ihren Eltern bei der Landwirtschaft geholfen.

„Zum 80. Geburtstag haben mir meine Kinder fünf Urlaubstage geschenkt. Es ging nach Dresden, Görlitz, Radebeul und in die Sächsische Schweiz, auf der Rückreise nach Bayreuth“, erzählt Helga Matheis begeistert. Ihr Ehemann habe nicht mit gewollt. „Ich fühle mich am wohlsten zu Hause“, erklärt er. Eigentlich ist dies verständlich nach der Odyssee seiner Kindheit.

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