Bobenheim-Roxheim
Bei Kindergärten besteht Handlungsbedarf
Die Kindertagesstätten-Abteilung beim Rhein-Pfalz-Kreis hat offenbar so viel zu tun, dass einigen Gemeinden der Wunsch nach einer Bestandsaufnahme und einer Zielvorgabe noch nicht erfüllt werden konnte. Die zwei Fragen, die zumindest den Bobenheim-Roxheimer Fachbereichsleiter Frank Unvericht umtreiben, lauten: „Brauchen wir außer dem Ersatz für das Provisorium auf der Rathauswiese noch zwei weitere Kita-Gruppen oder nur eine? Und wie zukunftsstark sind die Einrichtungen im Hinblick auf die Anforderungen nach dem neuen Kita-Gesetz?“
Das Landesgesetz sieht unter anderem den Rechtsanspruch auf eine durchgängige Betreuung von sieben Stunden vor. Das bedeutet, es müssen vor Ort bedarfsgerechte Angebote für eine Mittagsverpflegung gefunden und bereitgehalten werden. Und auch die Raumkonzepte in den Einrichtungen müssen unter Umständen geändert werden. In den Kindergärten Löwenzahn und Haus der kleinen Füßen müsse nichts mehr getan werden, meint Unvericht, und vermutlich sei auch die Kita Regenbogen „safe“, was die gesetzlichen Anforderungen betreffe.
Relativ dringender Handlungsbedarf bestehe dagegen in der kommunalen Kita Breslauer Straße und in der katholischen Einrichtung St. Laurentius im Raiffeisenring. Für erstere gibt es schon Ideen, die den Lokalpolitikern vorgestellt wurden. Für den 50 Jahre alten Laurentius-Kindergarten hat Ratsmitglied Tobias Walter, der als Architekt für die Kirchengemeinde arbeitet, kürzlich im Haupt- und im Bauausschuss die Möglichkeiten einer Erweiterung präsentiert. Denn wenn dort ohnehin Brandschutzmaßnahmen und der Küchenausbau in Angriff genommen werden müssen, so die Überlegung, dann könnte man doch gleich noch Platz für 20 bis 25 weitere Kinder schaffen.
Das ginge nach Ansicht Walters mit einem Anbau, oder wenn das 50 Jahre alte Kita-Gebäude aufgestockt würde. Die beiden Varianten mit Anbau sind nur möglich, wenn ein bestimmtes Nachbargrundstück gekauft wird. Die Vergrößerung nach oben hat den Nachteil, dass der jetzige Höhenunterschied im Gebäude ausgeglichen werden müsste. Das alles hört sich nach einer teuren Angelegenheit an. Tobias Walter stellte anhand des Neubau-Preisindex vorsichtig Beträge von 1,5 bis zwei Millionen Euro in den Raum.
Von Bündnis 90/Die Grünen beziehungsweise der ihnen angehörenden Jugendbeauftragten Pia Maffenbeier war kurz vor der gemeinsamen Bau- und Hauptausschusssitzung die Anregung eingegangen, man möge doch lieber ein Gesamtkonzept für alle Kindergärten im Ort entwickeln, statt Baumaßnahmen einzeln zu betrachten. Denn möglicherweise könnten dann Synergien gefunden werden, die Zeit und Geld sparten. Ein Beispiel wäre eine Küche, die mehreren Kindertagesstätte im Ort dienen könnte. Christian Reber (CDU) sprach die Möglichkeit an, einen neuen Kindergarten zu bauen.
Die Mehrheit der beiden Gremien war aber dafür, Tobias Walter weiter an der Sache arbeiten zu lassen, damit für die nächsten Sitzungen konkrete Beschlüsse vorbereitet werden können. Denn ein Gesamtkonzept zu entwickeln, dauere zu lange, und in der Kita St. Laurentius herrsche dringender Handlungsbedarf. Dieses Sanierungsprojekt dürfe zeitlich nicht gefährdet werden, meinte Oswald Fechner (SPD).