Rhein-Pfalz Kreis Baustelle um Baustelle

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Mutterstadt. Neues Dach, neuer Boden, neue Sanitäranlagen, neue Beleuchtung: „Die Generalsanierung der Sporthalle am Mandelgraben war 2015 der größte Brocken für uns“, sagt Schneider. 1,9 Millionen Euro hat sie insgesamt gekostet. „Die Sanierung hat für die Vereine einen großen Einschnitt bedeutet“, fährt er fort. Denn diese mussten während der Sanierung auf andere Trainingsräume ausweichen. „Das war aber ein gutes Zusammenwirken untereinander“, findet der Bürgermeister. Insgesamt hat die Gemeinde im vergangenen Jahr 4,3 Millionen Euro investiert. Die Wohnanlage „Im Brunnensee“, ein Gebäude für Obdachlose und Flüchtlinge, ist ebenfalls generalsaniert worden. „In erster Linie kam eine neue Heizung rein, neue Fenster und Elektronik“, berichtet Kämmerin Elke Helm. Die Sanierung hat etwa 110.000 Euro gekostet. Zudem wurde für 400.000 Euro ein Gebäude gekauft und saniert, in dem sowohl Flüchtlinge wohnen als auch Sozialwohnungen entstehen sollen. 20 bis 30 Personen haben in den sechs Wohnungen Platz, berichtet der Bürgermeister. Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Technik ist seinen Angaben nach „so gut wie abgeschlossen“ und hat rund 450.000 Euro gekostet. Beschäftigt hat den Ortschef 2015 unter anderem die Bürgermeisterwahl, bei der er mit knapp 95 Prozent für seine zweite Amtszeit gewählt wurde. Er sagt: „Das ist ein tolles Ergebnis für mich. Ich bin dankbar für den Vertrauensbeweis, der gibt Rückendeckung.“ Beschäftigt hat ihn zudem der mehrwöchige Kita-Streik im Sommer: „Der hat uns stark getroffen. Zeitweise waren beide kommunalen Einrichtungen zu.“ Vier Wochen lang mussten laut Schneider zwei Notgruppen organisiert werden. „Das war eine Belastungsprobe“, berichtet er. 2015 wird die Gemeinde wohl mit einem Haushaltsdefizit in Höhe von 1,3 Millionen Euro abschließen. „Ursprünglich haben wir mit 1,8 Millionen Euro geplant“, sagt Schneider. Von einem Rekordjahr in Sachen Investitionen spricht der Bürgermeister, wenn es um 2016 geht. Knapp 6,3 Millionen Euro seien veranschlagt. „Die Ortskernsanierung ist das große Thema“, sagt er. Anfang November schon wurde mit dem Ausbau der Hartmannstraße begonnen: Die Kanalanschlüsse werden saniert, die Straße erhält einen Pflasterbelag. Für den Ausbau seien 2015 und 2016 insgesamt 320.000 Euro eingeplant. Bis die eigentliche Ortskernsanierung – voraussichtlich Ende März – losgeht, soll die Hartmannstraße fertig sein. Die Planungen für die Erneuerung der Ortsmitte seien abgeschlossen, berichtet Schneider. Die Ortskern-Sanierung hat 2015 1,1 Millionen Euro gekostet. In diesem Betrag enthalten ist der Erwerb des Gebäudes an der Ecke Neustadter/Speyrer Straße. Dieses soll abgerissen werden, damit der Kreuzungsbereich vergrößert werden kann. „Ende März, Anfang April ist Baubeginn“, sagt er. In fünf Bauabschnitten soll die Ortsmitte saniert und verschönert werden. „Ab Ende März wird Mutterstadt zur Dauerbaustelle“, erklärt Schneider. Es werden die Kanäle samt Anschlussleitungen sowie die Wasser- und Gasversorgungsanlagen erneuert, die Gehwege saniert, die Straßen mit einer neuen Decke versehen. Der Durchgangsverkehr soll in dieser Zeit am Ort vorbeigeleitet werden. Läuft alles nach Plan, ist bis Ende 2016 der Bereich vom Historischen Rathaus bis zur Kreuzung Oggersheimer/Neustadter/Speyerer/Ludwigshafener Straße sowie die Kreuzung selbst bis zur Einmündung der Schulstraße erneuert. 2017 folgt dann noch der Ausbau der Ludwigshafener bis zur Einmündung der Friedrich-Ebert-Straße. 1,5 Millionen Euro sind in diesem Jahr für die Ortskern-Sanierung veranschlagt, die Verwaltung rechnet mit Zuschüssen in Höhe von etwa einer Million Euro. Die Sanierung der Gehwege in der Ludwigshafener Straße kostet noch mal 1,5 Millionen Euro. „Das ist eine historische Chance, den Ortskern zu gestalten. Das ist gut angelegtes Geld“, findet Helm. Ein Projekt, das schon seit Längerem diskutiert wird, wird 2016 endlich angegangen: Der Um- und Ausbau des Protestantischen Kindergartens 1. Dieser soll für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren tauglich gemacht und energetisch auf den aktuellen Stand gebracht werden. 1,6 Millionen Euro sind dafür eingeplant. „Wir hoffen, dass wir Zuschüsse aus dem Städtebauförderprogramm bekommen“, sagt Schneider. Im Haus der Vereine wird für 120.000 Euro ein Fahrstuhl eingebaut. Die Pestalozzi-Schule wird für 250.000 Euro in diesem Jahr und 400.000 Euro in 2017 generalsaniert: Ein zweiter Fluchtweg und neue Fenster werden eingebaut, die Fassade erneuert und das Gebäude barrierefrei gemacht. Im Ergebnishaushalt rechnet Schneider mit einem Defizit von etwa 2,7 Millionen Euro. „Das geht aber auf außerordentliche Abschreibungen zurück. In den nächsten Jahren erwarten wir nicht mehr so ein hohes Defizit“, erläutert er. Großes Thema werde die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen bleiben. Im Frühjahr soll es eine Informationsveranstaltung geben. Die Container und Low-Cost-Anlagen auf dem Parkplatz des Athleten-Clubs seien zwar Sache des Kreises, beträfen aber natürlich auch die Bürger und Vereinsmitglieder. Die Unterbringung weiterer Asylbewerber könne noch gestemmt werden. „Wir haben noch die Möglichkeit, dezentral unterzubringen“, sagt Schneider. Etwa 70 Asylbewerber lebten derzeit in dem Ort. 2015 habe die Verwaltung eine Teilzeitstelle für ihre Betreuung eingerichtet. Der Bürgermeister betont: „Bisher hat sich die dezentrale Unterbringung bewährt. Wir hatten keine nennenswerten Zwischenfälle.“ Termin Neujahrsempfang in Mutterstadt morgen, 3. Januar, 15 Uhr, im Palatinum.

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