VG Römerberg-Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Balkonkraftwerke: Verbandsgemeinderat beschließt Förderung

Wachsendes Interesse: Immer mehr Bürger fragen nach einer kommunalen Förderung von Balkonkraftwerken.
Wachsendes Interesse: Immer mehr Bürger fragen nach einer kommunalen Förderung von Balkonkraftwerken.

Wer in der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen auf seinem privaten Balkon eine kleine Photovoltaikanlage installieren möchte, kann ab 2024 mit einem kommunalen Zuschuss in Höhe von 100 Euro rechnen. Die Verwaltung will dafür 50.000 Euro aus dem Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation (KIPKI) beantragen.

Bei einer Enthaltung hat der Verbandsgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, Privathaushalte bei der Anschaffung einer Photovoltaikanlage für den Balkon mit einem Pauschalbetrag von 100 Euro zu fördern. Dafür will die VG den KIPKI-Topf anzapfen. Mit dem Programm stellt die Landesregierung insgesamt 250 Millionen Euro zur Verfügung, die für Projekte zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels verwendet werden sollen. Die Verbandsgemeinden, kreisfreien Städte und Landkreise erhalten pauschal 180 Millionen Euro vom Land, die sie zweckgebunden verwenden können, etwa für die energetische Sanierung gemeindeeigener Immobilien oder für die Begrünung von öffentlichen Plätzen sowie Schul- und Kitagrundstücken.

Im Rahmen eines Wettbewerbs für Projekte des Klimaschutzes und der Klimaanpassung stellt das Land Kommunen und Unternehmen weitere 60 Millionen Euro in Aussicht. Aus der einwohnerbezogenen Zuteilung der Summe erhält die Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen exakt 633.563,74 Euro. Nach dem Landesgesetz sollen davon bis zu 25 Prozent (158.400 Euro) in Vorhaben der Klimaanpassung – etwa für die Beschattung von Kindertagesstätten und Schulen sowie für den Austausch von Fenstern und Türen – und mindestens 75 Prozent (475.173 Euro) in den Klimaschutz fließen.

Wie das Geld sinnvoll ausgegeben werden kann – da musste VG-Beigeordneter Reinhard Burck (Grüne) nicht lange überlegen. Schließlich häuften sich bei der Verwaltung die Anfragen nach einer Förderung von Balkonkraftwerken. „Durch Berichte in den Medien sind die Geräte in aller Munde. Dabei wird auf die örtlichen Verwaltungen als mögliche Zuschussgeber hingewiesen“, so Burck. Bisher habe die VG solche Anfragen zurückweisen müssen, woraufhin einige Interessenten mit Unverständnis reagiert hätten, zumal andere Gemeinden in der näheren Umgebung bereits Fördermittel bereitstellen.

Hoher Verwaltungsaufwand

VG-Klimaschutzmanagerin Stefanie Kuß bestätigte das Interesse an Balkonkraftwerken: „Bei uns nehmen die Anrufe von kaufwilligen Bürgern und Verbänden mit der Frage nach einer kommunalen Förderung zu.“ Bezuschusst würden auch Steckermodule, Plug-in-Anlagen oder PV-Kleinanlagen. Verbraucherschutzzentralen schätzten den Aufwand für die elektrischen Zuleitungen auf 100 bis 150 Euro. Möglichen Verzögerungen baute Kuß schon einmal vor: „Für die Verwaltung bedeutet das einen hohen Zeitaufwand.“

Hartmut Lardon (FDP) kritisierte, „dass der Anmeldeprozess viel zu aufwendig ist“. Er plädierte für eine Verkürzung des Förderverfahrens, was Kuß nicht versprechen konnte. Noch seien nicht alle Fragen geklärt. Zunächst einmal handele es sich um eine Grundsatzentscheidung. Wilfried Röther (CDU) sprach sich dafür aus, die Anträge möglichst einfach zu halten. „Da müssen die Pfalzwerke mitmachen“, merkte Kuß an.

Andreas Heck (CDU) würde die Förderung von Balkonkraftwerken gerne noch in diesem Jahr starten: „Damit könnte die Verbandsgemeinde ein Zeichen setzen.“ Dem schloss sich Reinhard Burck an. Der Beigeordnete will beim Land einen früheren Starttermin beantragen und die vier Ortsgemeinden Römerberg, Dudenhofen, Harthausen und Hanhofen ausreichend beteiligen.

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