VG Römerberg-Dudenhofen
B9-Anschluss: Nur in einem Ort Freude über Ankündigung der Ministerin
„Als Ortsbürgermeister stellen mir Bürgerinnen und Bürger immer wieder die Frage: Warum will man eine lange Ortsrandstraße bauen, statt an der Brücke zwischen Harthausen und Heiligenstein einen viel billigeren B9-Anschluss einzurichten“, berichtet der Römerberger Matthias Hoffmann. Der Grünen-Politiker, der wie Justus Rabe (FDP), Silke Schmitt-Makdice (SPD) und Harald Löffler (CDU) Bürgermeister der Verbandsgemeinde werden will, nennt die Vorteile einer direkten Anbindung an die B9: „Geringere Baukosten – da kürzere Strecke, weniger Landerwerb und damit weniger Landverbrauch; keine Überlastung des B9-Anschlusses in Berghausen, weniger Fahrzeugverkehr in den Hauptstraßen; Mechtersheim und Heiligenstein wären direkt an die B9 angeschlossen, und Lkw müssen sich auf dem Weg ins Gewerbegebiet in den Rauhweiden nicht mehr durch den Ort quälen.“
„Belastung jetzt schon groß“
Matthias Hoffmann möchte „im Namen der Mehrzahl der Römerberger Bürgerinnen und Bürger und sicher auch im Namen aller politischen Vertreter der Ortsgemeinde Römerberg“ den Vorschlag der Ministerin unterstützen und mit den Behörden, aber auch mit den Vertretern aus Harthausen die Möglichkeiten ausloten.
In Harthausen wurde eine B9-Anbindung bisher nicht befürwortet – und daran hat sich auch nichts geändert, wie eine RHEINPFALZ-Anfrage am Montag bei Ortsbürgermeister Harald Löffler (CDU) ergeben hat. Löffler verweist auf „klare Ratsbeschlüsse von vor 20 Jahren“. Er und der Gemeinderat befürchten, dass durch einen B9-Anschluss noch mehr Verkehr durch das Tabakdorf rollt. Löffler, der für die CDU als Bürgermeister der Verbandsgemeinde kandidiert, macht deutlich, dass es bereits jetzt in der Harthausener Ortsmitte ein Verkehrschaos gebe, wenn sich dort ein Bus und ein Lkw begegnen. Die Stelle am Bäcker, an der Heiligensteiner und Schwegenheimer Straße zusammentreffen, ist sehr eng und kann auch nicht verbreitert werden. Löffler spricht außerdem die zusätzliche Lärmbelastung an und verweist auf die Bürgerinitiative „Ruhe statt Lärm“, die bereits jetzt gegen die hohe Verkehrsdichte in den Dorfstraßen kämpft.
Römerbergs Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann kann die Sorgen nachvollziehen. Er glaubt, dass dieses Problem mit einem Durchfahrtsverbot für Lkw schon an der Ausfahrt geregelt werden könne. Daran glaubt Löffler nicht. Seine Antwort: „Wer kontrolliert’s?“ Einen B9-Anschluss zu bauen und gleichzeitig einen Weg für Lkw ohne Kontrollen zu sperren, funktioniere nicht, sagt der Harthausener Ortsbürgermeister.
Hoffmann ist sich sicher, dass es mit dem Anschluss nur vorangehen werde, wenn beide Ortsgemeinden das wollen. Der Grünen-Politiker hofft, dass der Ankündigung der Ministerin auch Taten folgen und „dies nicht nur eine dem Wahlkampf geschuldete Ankündigung bleibt“. Sein Römerberger CDU-Kollege hätte sich dagegen lieber gewünscht, dass die Ministerin vorher mit allen Betroffenen spricht.