Bobenheim-roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bürgermeisterwahl: Tretbootaktion auf Angelweiher

Hier sitzen Christian Schreider (links) und Michael Müller wahlkampftechnisch in einem Boot. Sie schippern Sarah und die kleine
Hier sitzen Christian Schreider (links) und Michael Müller wahlkampftechnisch in einem Boot. Sie schippern Sarah und die kleine Linamarie Fechner über den Angelweiher.

Mit Wahlkampfauftritten in ländlichen Gegenden ist das so eine Sache: Meistens kommen nur Leute aus dem privaten und politischen Umfeld des jeweiligen Kandidaten. Und dennoch ist es wichtig, Präsenz zu zeigen und sich etwas Nettes für potenzielle Wähler einfallen zu lassen. Der Angelsportverein Bobenheim hat den Bürgermeisterkandidaten Michael Müller (SPD) auf eine charmante Idee gebracht.

„Da habt ihr euch was eingebrockt!“, ruft jemand vom Ufer aus den beiden Männern zu, die Sarah und Linamarie Fechner im Tretboot über den Angelweiher am Binnendamm fahren. Das soll noch mehrmals an diesem Tag so gehen. Wer hinten einsteigt, darf mit den beiden Herren über den sie erwartenden Muskelkater scherzen und ihnen Fragen stellen oder Anliegen vorbringen.

Der eine ist Christian Schreider (SPD) aus Friesenheim. Er will am 26. September das Bundestagsdirektmandat im Wahlkreis Ludwigshafen-Frankenthal gewinnen. Der andere will am selben Tag den Wählerauftrag für weitere acht Jahre als hauptamtlicher Bürgermeister von Bobenheim-Roxheim erhalten. In einem Boot, nämlich in der „Heppenheim“, machen sie an diesem sonnigen Sonntagnachmittag Werbung für sich und die Sozialdemokratie.

Die „Heppenheim“ gehört den Sportanglern

Müller hat die argwöhnische Frage der RHEINPFALZ erwartet. Nein, das sei nicht das Gondelfest-Tretboot der Gemeinde, sagt er, und er habe auch nicht den Betriebshof benötigt, um es hierher zu bringen. Der Kahn gehöre den Anglern. „Und mit der Unteren Naturschutzbehörde ist auch alles geregelt.“ Sogar Rettungswesten und DLRG-Personal wurden besorgt für den Fall, dass jemand ins Wasser fällt.

„Ach, das ist eher für die Gaudi“, sagt Müller auf die Frage nach politischen Gesprächen während der Fahrt. „Wie es mit den Windelsäcken weitergeht, wurde gefragt, und die Spielplätze, der Verkehr und das geplante Baugebiet sind derzeit die Themen, die die Bürger am meisten interessieren.“ Am Ufer unterhalten sich Ute Heppes, Lothar und Iris Assig. Sie sind überzeugt: Das Baugebiet werde gebraucht, denn es müssten mehr Sozialwohnungen und Wohnungen für Singles gebaut werden. „Und haben wir nicht alle irgendwann mal auf einem Acker gebaut?“, fragt Ute Heppes in Richtung der Grünen, die die infrage kommende Fläche für die Bauern erhalten wollen.

Fechner gibt Auskunft über Tagespflege

Heppes nutzt die Gelegenheit, Müllers Parteifreund Oswald Fechner nach der Tagespflegeeinrichtung zu fragen, die der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) bald bauen will (wir berichteten). Fechner ist Vorsitzender des ASB-Landesverbands und weiß mehr darüber. Für die 15 bis 18 Plätze gebe es schon Interessenten, sagt er. Sie würden in der Regel von Menschen mit Demenz genutzt.

Mittlerweile sind Müller und Schreider von einer weiteren anstrengenden Bootsfahrt zurückgekehrt. Soll mal einer sagen, sie würden sich nicht für die Wähler abstrampeln.

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