Mutterstadt
Bürgermeisterwahl: Leva macht es Schneider nach
Auf das Ergebnis der Auszählung der Briefwahlstimmen muss gar nicht mehr gewartet werden. Schon als das vierte Balkendiagramm mit den Zahlen des vierten und letzten Wahlbezirks an die Leinwand im Foyer des Mutterstadter Rathauses projiziert wird und die rote Säule noch einmal und noch deutlicher über die 50-Prozent-Marke schnellt, ist klar: Er ist es! Der Applaus toste los, offensichtlich spiegelt das Publikum hier im Foyer den Mutterstadter Wählerwillen wider.
Thorsten Leva wiederholt damit, was seinem Parteigenossen, dem amtierende Bürgermeister Hans-Dieter Schneider, bei seiner Wahl vor gut 16 Jahren gelang. Auch er setzte sich gegen zwei starke Kandidaten durch. Schneider ist es dann auch, der es ganz offiziell verkünden darf. 54,9 Prozent der Mutterstadter, die ihre Stimme abgegeben haben, schenkten Thorsten Leva das Vertrauen. 24 Prozent wählten Klaus Lenz (CDU) und 21 Prozent Elias Weinacht (Grüne).
Anspannung fällt ab
Damit holt sich der Sozialdemokrat das Amt gleich im ersten Wahlgang und ist davon komplett überrascht. Die Tränen fließen. „All die Anspannung der vergangenen Wochen ist in diesem Moment abgefallen und die Freude hatte freien Lauf“, sagt er und muss dann erst einmal einen großen Schluck von der Schorle nehmen, die ihm – nachdem all die vielen Gratulanten vorübergezogen sind – seine Partei- und Fraktionskollegin Isabel Schneider reicht. Ein tiefer Seufzer! Er kann es immer noch nicht so richtig glauben, dass es gleich funktioniert hat. Innerlich habe er sich schon auf eine Stichwahl eingestellt. Denn: „Die beiden anderen Kandidaten haben einen sehr guten Wahlkampf gemacht, jeder hat seine Wählerschaft angesprochen“, sagt Leva. Es freut ihn, dass die Mutterstadter sein bisheriges Engagement anerkennen und ihm das Amt zutrauen. Einzig mit der Wahlbeteiligung ist der designierte Bürgermeister nicht so ganz zufrieden. Die liegt mit 50,3 Prozent zwar ganz knapp über der erhofften 50-Prozent-Marke. „Aber es ist schade, dass es nicht mehr war“, meint Leva. Dennoch sei die Hälfte der Wahlberechtigten eine „berechtigte Legitimation“.
Herausforderer Klaus Lenz ist mit seinen erreichten 24 Prozent „nicht zufrieden“, sagt er deutlich. Er habe sich mehr erhofft und ebenfalls fest mit einer Stichwahl gerechnet. „In Mutterstadt tut man sich mit der CDU schon immer etwas schwerer.“ Auch, „dass es innerhalb der Mutterstadter CDU in den vergangenen Jahren nicht so einfach gewesen war, war kein gutes Bild nach außen“, merkt er an. Und die sehr gute Arbeit des jetzigen SPD-Bürgermeisters Schneider sei möglicherweise ebenfalls ein Grund, warum die Mehrheit der Mutterstadter auf den SPD-Kandidaten setzt. „Vielleicht war es aber auch mein Alter“, spekuliert der 63-Jährige. Aber das sei nun nicht relevant. Seit Jahren habe die CDU wieder einen Bürgermeisterkandidaten stellen können. „Wir haben zusammen einen guten Wahlkampf gemacht und sind innerhalb der CDU zu einem eingeschworenen Team geworden. Ich sehe mich nicht als Verlierer.“ Auf seine kommunalpolitische Arbeit werde das Ergebnis keinen Einfluss haben: „Es geht weiter.“
Viele Ideen von Bürgern
Ein Optimismus, den er mit Elias Weinacht teilt: „Es ist das beste Ergebnis, das ein Grüner in Mutterstadt bei einer Wahl je erreicht hat“, sagt der 39-Jährige. Die 21 Prozent seien zudem ein gutes Ergebnis, um im Rat weiterzumachen, denn: „Ich habe während meines Wahlkampfs so viele Ideen von den Mutterstadter Bürgern mitgenommen, dafür werden wir uns im Rat auch weiter einsetzen“, verspricht er. „Wir haben so viele Themen, die wir unbedingt angehen müssen, ich bleibe in der Kommunalpolitik.“ Die er dann ab dem 1. Juli mit Thorsten Leva an der Verwaltungsspitze gestalten wird. Eine Tatsache, mit der er gut leben könne: „Ich gratuliere ihm zu diesem eindeutigen Wahlergebnis.“
Das wiederum Amtsinhaber Hans Dieter Schneider um so mehr freute. Er habe mit einem Ergebnis von knapp über 50 Prozent für Leva gerechnet. Er war eher von den Ergebnissen der beiden Herausforderer überrascht, denn er habe Weinacht weiter vorn gesehen. Aber: „Er ist noch jung – und dafür ist das ein respektables Ergebnis. Alle können erhobenen Hauptes aus der Wahl gehen“, meint er.