Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Bürgermeister: Neuer Kinderhort nimmt Gestalt an

Platz für neuen Hort: Nahe dem alten Pfarrheim.
Platz für neuen Hort: Nahe dem alten Pfarrheim.

Der Neubau eines Horts in Dudenhofen ist genehmigt, 50 Kinder sollen dort betreut werden. Beim Neujahrsempfang hatte Ortsbürgermeister Jürgen Hook (SPD) aber nicht nur gute Nachrichten. Weil die Auflagen für den Weihnachtswald-Basar immer kostspieliger werden, ist eine Neuauflage in diesem Jahr gefährdet. Auch im Untergrund lauert ein teures Langzeitprojekt für die Gemeinde.

Um das Besondere an Dudenhofen zu benennen, muss Ortsbürgermeister Jürgen Hook (SPD) nicht lange nachdenken: „Engagement, Zusammenhalt und Solidarität zeichnen die Menschen aus.“ Lebensqualität garantierten auch der Spargel, die Feste, eine gute Infrastruktur, Anbindung an die umliegenden Zentren, Ausflugslandschaften. „Eine sehr erfreuliche Nachricht“ zu Beginn seiner Rede beim Neujahrsempfang am Donnerstagabend in der Festhalle hatte Hook auch: Am Montag konnte er den Baugenehmigungsantrag zum geplanten Hortneubau für 50 Kinder in direkter Nachbarschaft zur Kita St. Kunigunde unterzeichnen.

In zwei Wochen stehe das Projekt auf der Agenda der nächsten Bauausschuss-Sitzung. Ein positives Votum vorausgesetzt, könne dann der Antrag an die Kreisverwaltung geschickt werden. Grundsätzlich Optimist, gehe er von drei bis sechs Monaten Bearbeitungszeit, Baubeginn noch im ersten Halbjahr 2024 aus. Mitbedacht seien die vorgelagerten Schritte Gebäuderückbau des alten Pfarrheims, Beauftragung eines Architekten. Hortneubau und Umbau der Kita St. Kunigunde hätten für ihn dieses Jahr höchste Priorität.

Wasserleitungen kommen in die Jahre

Über Art und Umfang der Neugestaltung des Rathausvorplatzes sei noch keine Entscheidung getroffen. Drei Varianten lägen vor. Davon unabhängig wäre die Sanierung der Straße im Gehwegbereich mit den darunter liegenden Wasserleitungen dringend erforderlich. Hier ließ Hook den Zeitpunkt offen: „Wird/soll dieses Jahr gemacht werden.“ Von ihm angemerkt: „Auch dafür werden die wiederkehrend erhobenen Beiträge verwendet.“ Besuch und Interesse einer Einwohnerversammlung zur Umgestaltung und zum Hortneubau zeigten, dass die Bürger bei wichtigen Vorhaben mitentscheiden wollten.

Leidiges Thema seien Wasserrohrbrüche in Dudenhofen. Hook bestätigte den großen Nachholbedarf zum Austausch der über 60 Jahre alten Asbestzementleitungen. Sukzessive sei er erstmal für den nördlichen Teil der Hermann-Löns-Straße bis zur Mozartstraße, Abschnitte der Landauer Straße, Holzgasse, St.-Klara-Straße, Konrad-Adenauer-Platz, Rottstraße geplant. Addiert rechnet er für die Arbeiten mit einer Investitionssumme von 850.000 Euro. Im Übrigen sei es gelungen, den ohne Gegenstimme im Rat verabschiedeten Doppelhaushaushalt 2024/25 auszugleichen. Hook: „Da gibt es schlechtere Bilanzen.“

Investor springt ab

Städtebaulich war seine Bilanz durchwachsen. Ein Investor ist vom Kauf der gemeindeeigenen Bauplätze in Gebiet „Dreißig Morgen“ zurückgetreten, dennoch will die Gemeinde am Konzept generationenübergreifendes Wohnen festhalten, hat es bis zum 30. April neu ausgeschrieben. Die Arbeiten auf dem ehemaligen Waltergelände, vier Wohneinheiten mit jeweils sieben Wohnungen, wären relativ weit fortgeschritten. Für 25 Prozent von ihnen habe sich die Gemeinde die Anmietung durch einkommensschwächere Familien vertraglich zusichern lassen, so Hook.

Nach wie vor ungewiss ist der Start des Glasfaserausbaus. Der Bürgermeister: „Wir befinden uns mit der deutschen Glasfaser in Verhandlungen.“ Zwei Bushaltestellen sind barrierefrei umgebaut, zwei stehen aus. Zur Modernisierung, Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses erwartet er die Bagger im Verlauf des Jahres.

Hook gliederte die Rede nach Themenbereichen. Seine Stichworte zu „Kultur und Gesellschaft“: Seniorenausflug 2023 nach Weißenburg mit drei Bussen, 180 Gästen, Einladung zum Seniorennachmittag in diesem Jahr am 15. März, nach dreijähriger Pause soll es wieder ein Helferessen geben, gestaffelt nach der Mitgliederzahl die Ausschüttung von 17.000 Euro für die Vereinsarbeit, weitere 23.000 Euro an genehmigten Vereinsfördermaßnahmen 2023.

Weihnachtswald-Basar steht auf der Kippe

Immer mehr Vereine beteiligten sich am Spargelfest. Im Zusammenhang mit dem Jubiläum „50 Jahre Partnerschaft mit der Gemeinde Martell“ würde er gerne 2025 die Spargel-Spitze neu begründen, so Hook. Eine Erfolgsgeschichte sei zudem das „Traumzeit Varieté“, mit dem der Vertrag um weitere zwei Jahre verlängert wurde. Trotz 10.000 Besuchern stellte Hook die Zukunft des Weihnachtswald-Basars zur Disposition. Geschätzt hätten die Beteiligten für das verordnete Sicherheitskonzept rund 20.000 Euro aufwenden müssen, eine „Wahnsinnssumme“. Hook: „Die Frage muss gestellt werden, was kann uns, den ehrenamtlichen Helfern, noch zugemutet werden?“

Wenig optimistisch klang sein politischer Ausblick. Fassungslos mache ihn, dass Trump noch einmal US-Präsident werden, die AfD – in drei Bundesländern als rechtsextrem eingestuft – bei den Landtagswahlen im Herbst stärkste Partei werden könnte. Protestieren, demonstrieren sei in Ordnung, so Hook, aber nicht, dass Politiker auf ihr Äußeres reduziert, deshalb verleumdet, auf Traktoren Galgen mit dem Bild der Ampel hängen, auf Zielscheiben Politiker zum Abschuss freigeben würden. Hooks Appell: „Unterstützen sie die Aktionen gegen Rechts, gegen die AfD, gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit.“

Durch den Neujahrsempfang begleiteten Valerie Koning, Sängerin, Carlos Lilienthal, Diabolo Artistik, Jeru Salem, Contorsion (Akrobatik) – alle vom Varieté Traumzeit –, die Sternsinger und Faschingsprinzessin Jana I.

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