Rhein-Pfalz Kreis Bürger wünschen schöneres Straßenbild

ist vom Wein geprägt. Das verraten die Hinweisschilder an den Ortseingängen, auf denen das Dorf als „Tor zur Weinpfalz“ tituliert wird, und die drei Weingüter, die sich hier angesiedelt haben. Im Westen grenzt es direkt an den Palmberg mit seinen Reben. Gewerbe gibt es hier kaum, von einigen wenigen Handwerksbetrieben abgesehen. „Das Tor zum Leiningerland“ – wie der Ort werbewirksam auch genannt wird – ist ein typischer Wohnort, die Leute pendeln mit dem Auto zur Arbeit in die umliegenden Städte. Ein motorisiertes Fortbewegungsmittel braucht man im Prinzip auch für den täglichen Einkauf oder Arztbesuche. Denn in Gerolsheim gibt es mittlerweile nicht einmal mehr eine Apotheke; nach der Metzgerei hat Ende letzten Jahres auch die Bäckerei geschlossen. Die Hoffnungen auf eine Supermarktansiedlung hat man im Gemeinderat längst begraben. Auf einem ursprünglich dafür vorgesehenen Gelände am Friedhof entsteht gerade das Neubaugebiet Herpfengasse Ost mit Platz für sechs freistehende Einfamilienhäuser. Diese Form der Nachverdichtung war in der vergangenen Legislaturperiode auch an anderer Stelle ein Thema. In der Hintergasse werden gerade auf einem Privatgelände sechs Einfamilien- und drei Reihenhäuser errichtet, wofür der Gemeinderat über den Bebauungsplan den Weg geebnet hat. Um die Supermärkte in den Nachbargemeinden Dirmstein und Lambsheim auch mit dem Fahrrad besser erreichen zu können, kämpfen die Kommunalpolitiker schon lange um die Fortsetzung des Radwegs entlang der K 24 bis nach Dirmstein hinein. Noch endet dieser auf halbem Weg mitten in einer Kurve. Dafür tut sich etwas beim geplanten Radweg zwischen Gerolsheim und Lambsheim. Hier hat der Landesbetrieb Mobilität bekanntgegeben, dass die Planungsphase jetzt abgeschlossen ist. Der Weg könnte also in den nächsten Jahren realisiert werden. Als weitere Alternative zum Auto gibt es im Ort ein Ruftaxiangebot. Das werde vor allem von Jugendlichen abends und an den Wochenenden gut angenommen, erläutert Bürgermeister Erich Weyer (FWG). Damit Gerolsheim als Wohnstandort attraktiv bleibt, hat der Gemeinderat im Juni 2013 den Ortskern zum Sanierungsgebiet erklärt. Hausbesitzer können mit der Gemeinde eine Sanierungsvereinbarung treffen und die Kosten für die Modernisierung ihrer Gebäude von der Einkommensteuer absetzen. Auch wenn sich die Resonanz laut Ortschef Weyer noch in Grenzen hält, sieht er darin eine Chance, „dass Gerolsheim noch schöner werden kann“. Bei diesem Prozess ist auch die Gemeinde gefragt. Denn viele Anwohner hatten bei einer Fragebogenaktion über ein unschönes Straßenbild in den schmalen und oft zugeparkten Gassen geklagt. Zumindest in der stark befahrenen Gartenstraße, die an vielen Stellen aufgerissen ist, könnte sich das Erscheinungsbild schon bald verbessern. Sie soll im nächsten Jahr instandgesetzt werden. Parkboxen und Pflanzenkübel könnten die Straße gliedern. Ideen will die Verwaltung gemeinsam mit den Bürgern sammeln, die über die in dieser Wahlperiode beschlossenen wiederkehrenden Beiträge an den Kosten beteiligt werden. Der alte Teil der Kindertagesstätte Naseweis soll in den nächsten Jahren unter energetischen Gesichtspunkten saniert werden. „Dann sind die Arbeiten dort abgeschlossen“, sagt Weyer. Vor zwei Jahren war die Kita erweitert worden, um die gesetzlichen Vorgaben zur Unterbringung von unter dreijährigen Kindern zu erfüllen. Zusammen mit der Grundschule, für die es ein flexibles Betreuungsangebot mit Mittagessen gibt, hat Gerolsheim für Familien mit Kindern also einiges zu bieten. Eine große Veränderung stand in der nun zu Ende gehenden Wahlperiode für das gemeindeeigene Elektrizitätswerk an. Seit Januar wird es von den Frankenthaler Stadtwerken verwaltet und betreut – und nicht mehr von der Werkleitung der Verbandsgemeinde Grünstad-Land. „Eine eigene Betriebsführung wäre aufgrund der Liberalisierung des Strommarktes nur noch mit einem erheblichen Personalaufwand möglich gewesen“, verdeutlicht Erich Weyer. „Das können wir als kleine Gemeinde nicht stemmen.“ So müssen sich die Gerolsheimer in diesen Monaten an einen neuen Ansprechpartner gewöhnen, behalten aber ihr Werk. Ein Verkauf oder die Teilhabe an einer Anstalt des öffentlichen Rechts mit anderen Gemeinden wie Ramsen und Eisenberg kam für den Rat vorerst nicht infrage. Das Stromnetz ist in einem guten Zustand, und es stehen noch einige Jahre mit ansehnlichen Gewinnen in Aussicht – auch wenn die künftig etwas schmaler ausfallen werden, weil die Gemeinde die Dienste der Stadtwerke jährlich mit 72.400 Euro bezahlt. Zu einem Mittelpunkt des Dorflebens hat sich längst das 1993 eingeweihte Dorfgemeinschaftshaus entwickelt. Und das, obwohl es am nördlichen Ortsrand an der Autobahn 6 liegt. Rund 200 Menschen passen in den großen Saal, der Austragungsort von Fasnachtsveranstaltungen, Vereinsfesten und sportlichen Veranstaltungen ist. Sogar Ausstellungen und Messen hat es hier schon gegeben. Auch der Jugendtreff befindet sich in dem Gebäude. Nebenan liegen die Feuerwehr und der mit seiner Kegelabteilung so erfolgreiche Sportverein TuS Gerolsheim, der hier ein Restaurant mit Biergarten betreibt. Unweit des Dorfgemeinschaftshauses findet seit einigen Jahren auch die Kerwe statt, die früher in der Straße vor dem Rathaus ausgerichtet worden ist.