Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bürger verärgert über Lärm, der vom Wormser Flugplatz ausgeht

Eine Maschine beim Start auf dem Wormser Flugplatz.
Eine Maschine beim Start auf dem Wormser Flugplatz.

„Die Lärmbelästigung durch den Schulungsbetrieb am Wormser Flugplatz nimmt zu“, ärgert sich Paul Calmes aus Bobenheim-Roxheim. Bei schönem Wetter sei es kaum möglich, sich im Garten aufzuhalten. Die Stadt Worms erklärt den Hintergrund.

„An mehreren Tagen habe ich die Überflüge aufgezeichnet. 40 pro Stunde sind keine Seltenheit gewesen“, meint Paul Calmes, der in der Straße In den Fuchslöchern wohnt. Als einen „schlimmen Tag“ hat er den 24. April empfunden. Da seien in der Mittagszeit, als er im Garten saß, in rund einer halben Stunde 16 Flugzeuge über sein Grundstück geflogen.

Der Wormser Flugplatz liegt zwischen Worms und Bobenheim-Roxheim und zwischen der B9 und der L523. An besagtem Samstag hätten dort 262 Starts und Landungen stattgefunden, davon 158 Schulflüge, antwortet die Pressestelle der Stadt Worms auf Anfrage der RHEINPFALZ. Am darauffolgenden Sonntag seien es 179 Starts und Landungen gewesen, davon 43 Schulflüge.

Calmes glaubt, dass einige der Piloten die vorgegebenen geografischen Punkte der Platzrunde nicht eingehalten haben. So nennt man auf unkontrollierten Flugplätzen das standardisierte An- und Abflugverfahren für Flüge nach Sichtflugregeln. Auf speziellen Karten sind der Flugweg und die Flughöhe in der Platzrunde eingezeichnet. Die Platzrunde soll auch dem Schutz lärmempfindlicher Gebiete rund um den Flugplatz dienen.

Calmes: Außer Lärm auch Gefahr

Paul Calmes hat sich mit seiner Beschwerde zunächst an die Flugplatz GmbH Worms gewandt. „Meine Anrufe sind arrogant abgewiesen und Schreiben nicht beantwortet worden“, klagt der Bobenheim-Roxheimer. Neben der Lärmbelästigung sieht er ein Gefahrenpotenzial für seine Mitbürger, wenn die Flugzeuge über das bewohnte Gebiet fliegen. Sein Vorschlag: Die Platzrunde solle weiter südlich Richtung Frankenthal geführt werden. Eine andere Idee von Calmes wäre, die Flugplatzrunde Richtung Norden zu verändern.

Eine Grafik der Deutschen Flugsicherung GmbH zeigt, dass das Wohngebiet von Paul Calmes in etwa auf dem Kurs einer Platzrunde liegt. „Eine Kontrolle der Einhaltung der Platzrunde obliegt jedem Luftfahrzeugführer zunächst selbst“, informiert die städtische Pressestelle.

Ansprechpartner ist Landesluftfahrtbehörde

Die Routenführung sei jedoch ein Richtwert und könne nicht auf den Meter genau eingehalten werden. Bei groben Abweichungen würden von der örtlichen Luftaufsicht entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Grundsätzlich sollten aber mutmaßliche Verstöße direkt bei der Landesluftfahrtbehörde Rheinland-Pfalz zur Anzeige gebracht werden, rät Margarethe Mohr von der Wormser Pressestelle.

Diese Behörde allein sei für solche Vorfälle zuständig und habe die Möglichkeit, Radaraufzeichnungen des jeweiligen Zeitraums bei der Deutschen Flugsicherung anzufordern, um so etwaige Verstöße zu überprüfen. Hierbei ergebe sich jedoch häufig, dass die abgeflogene Route korrekt verlaufen sei und ein unter Umständen erhöhter Flugbetrieb die subjektive Wahrnehmung so beeinflusst habe, dass der Eindruck eines Fehlverhaltens entstanden sei.

Flugbewegungen nehmen zu

Am Wormser Flugplatz seien zwei gewerbliche Schulbetriebe (Privatpiloten- und Verkehrspilotenausbildung) sowie fünf Luftsportvereine ansässig, die ebenfalls Privatpiloten ausbildeten. Die Platzrunde sei für den gleichzeitigen Betrieb mit insgesamt vier Luftfahrzeugen ausgelegt und genehmigt. 16 Überflüge in 30 Minuten seien demnach durchaus möglich und legitim. Die Flugbewegungen hätten in den vergangenen Jahren zugenommen, bestätigt die Stadt Worms: „2015 hat eine Flugschule zur Ausbildung von Verkehrspiloten den Betrieb in Worms aufgenommen. Im Jahr 2019 hat sich der Coleman-Aero-Club (vormals in Mannheim-Sandhofen ansässig) bei uns angesiedelt.“

Das Personal am Flugplatz sei bereit, sich der Fragen und Beschwerden von Bürgern anzunehmen. Hierbei müsse allerdings respektiert werden, dass die vornehmliche Arbeit des Personals dem Abwickeln des Flugbetriebs gewidmet sei. „Dementsprechend sollten sich die Beschwerdeführer bei Telefonaten mit der Flugleitung verhalten“, rät die Sprecherin der Stadt Worms abschließend.

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