Rhein-Pfalz Kreis Bücher und Elektroräder sind gefragt

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Mutterstadt. Zufrieden bis sehr gut – so lauten die Einschätzungen von Gewerbetreibenden zum verkaufsoffenen Sonntag im Mutterstadter Gewerbegebiet Fohlenweide. Auffällig sei die Zahl der Neukunden gewesen, die den Weg in die Geschäfte gefunden hatten.

Eindrucksvolle Löwen, edle Adler, ein korpulentes Schwein – Haus 3 von „Henry’s Auktionshaus“ wirbt vor seiner Haustür mit einem ganzen Tierpark an Gartenaccessoires. Trotzdem ist in Haus 3 am Sonntag weniger los als in den anderen beiden Häusern, sagt Geschäftsführer Nico Häge. Mode sei eben immer gefragt. Und die Auktion zum Beispiel sei „ganz gut besucht“. Ein ost-turkestanischer Teppich, der um 1800 entstanden ist und mit 15.000 Euro veranschlagt wurde, ging für satte 50.000 Euro weg, erzählt Häge. Das Anfangsgebot für einen chinesischen Drachenteppich, gewebt am Ende des 19. Jahrhunderts, lag bei 4000 Euro. Ersteigert wurde er schließlich für 14.000 Euro. „Für den Sommer war’s gut“, findet Jochen Schmelzer von „Boesner Künstlermaterial und Einrahmungen“. Im Vergleich zum vergangenen Sommer sei es sogar „deutlich besser“ gewesen, denn viele neue Kunden hätten das Geschäft aufgesucht. Bücher seien bei den Kunden beliebt gewesen und noch beliebter Bilderrahmen. Außerdem „kleine Mitnahmegeschichten“ wie Schreibutensilien. Dagegen seien die klassischen Kunden, die sich für den Künstlerbedarf interessierten, am Sonntag weniger ins Geschäft gekommen. Er ist auch selbst im Gewerbegebiet unterwegs gewesen. Sein Eindruck: „Die Geschäfte am Rand sind nicht so gut besucht.“ Die Menschen würden eher zum „Real“-Supermarkt oder zum Sport- und Schuhgeschäft „Bödeker“ im Zentrum gehen. Das bestätigt Otten Ritter, Geschäftsführer des Mutterstadter „Real“-Marktes. Er ist sehr zufrieden mit der Anzahl der Kunden. Schon der letzte verkaufsoffene Sonntag sei der beste gewesen, „den wir je hatten. Der jetzige toppt das wieder“. Und das trotz Rettichfest in Schifferstadt und Strohhutfest in Frankenthal. Von einem „sehr guten Angebot im Bereich Wein“ habe er sogar alle sieben Paletten verkauft. Und natürlich ziehen auch die Rabatte. Auch er hat beobachtet, dass vor allem Neukunden unterwegs gewesen sind. Im Gespräch mit Kunden hätten sich einige überrascht gezeigt, wie gut sich das Gewerbegebiet entwickelt habe. Im „Haus der Küchen“ kam die Vorführung des Juniorchefs am Dampfgarer bei den Kunden „sehr gut“ an, meint Abteilungsleiter Ronald Brandl. Und natürlich die darauf folgenden Kostproben. „Für den nächsten verkaufsoffenen Sonntag ist ein Showkochen geplant“, kündigt er an. Verkauft habe man zwar nichts, aber es gehe vor allem um das Interesse der Kundschaft und die sich daraus ergebenden Folgetermine. Udo Koch vom „Radhaus Koch“ ist „zufrieden“. Die Anzahl der Kunden sei zwar schon mal größer gewesen, dafür habe man aber mehr verkauft. Tretunterstützte Fahrräder – Räder mit Elektromotor – seien sehr beliebt gewesen. Und Seniorenfahrräder. Die gibt es dreirädrig – entweder mit zwei Rädern vorne oder hinten, mit und ohne Elektromotor. „Die Kunden sind sehr angetan davon, dass man auch mit Einschränkungen Fahrrad fahren kann“, hat Koch festgestellt. Vor vier Wochen erst hat er dieses neue Angebot in sein Sortiment aufgenommen. „Ich war lange auf der Suche nach einem Hersteller, weil die Probleme der Kunden vielschichtig sind“, erzählt er. Der Hersteller, den er schließlich gefunden hat, kommt aus dem Reha-Bereich. Die Qualität hat ihren Preis, aber das wiegt die gewonnene Mobilität wieder auf, ist sich Koch sicher. Emine Türk von „Blumen Emii“ ist „sehr zufrieden“ mit dem Sonntag. Die Kunden schätzen die frische Ware und die Beratung, meint sie. Deshalb habe sie auch viele Stammkunden. Die empfehlen sie weiter, denn Türk macht keine Werbung. Hilfreich ist allerdings auch der Standort: Sie steht direkt am „Real“. (udn)

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