RÖMERBERG RHEINPFALZ Plus Artikel Ausblick 2021: Infrastruktur muss Schritt halten

Blick auf Berghausen: Ein neues Gewerbegebiet soll südlich der Dudenhofener Straße gegenüber des bestehenden Gewerbegebiets ents
Blick auf Berghausen: Ein neues Gewerbegebiet soll südlich der Dudenhofener Straße gegenüber des bestehenden Gewerbegebiets entstehen.

Römerberg boomt – das zeigen die Themen, welche die Ortsgemeinde im neuen Jahr voraussichtlich beschäftigen werden. Ein neuer Kindergarten soll gebaut werden, und Baugebiete werden erschlossen, für die – egal ob zum Wohnen oder für Gewerbe – die Nachfrage ungebrochen ist.

„Corona hat alles geraubt, was am Bürgermeister-Job viel Spaß macht“, findet Matthias Hoffmann (Grüne). Was der Römerberger Ortschef damit meint, sind die persönlichen Begegnungen und die vielen Veranstaltungen, die es normalerweise im Ort gibt – unter anderem auch der Neujahrsempfang. Der Bürgermeister hofft deshalb – so wie seine Mitbürger in Berghausen, Heiligenstein und Mechtersheim –, dass bis Mitte des Jahres das gesellschaftliche Leben wieder losgehen kann und die traditionellen Dorffeste stattfinden können.

Doch unabhängig davon, wie sich die Pandemie weiterentwickelt, stehen für Römerberg im Jahr 2021 wichtige Projekte an, denn der Ort boomt und die Infrastruktur muss Schritt halten. Als Erstes fällt dem Bürgermeister da die geplante siebte Kita ein, die neben der Grundschule in Berghausen auf dem alten Sportgelände entstehen soll. Nachdem der Ortsgemeinderat voraussichtlich in seiner nächsten Sitzung eine Entscheidung über die Bauweise trifft, soll es in diesem Jahr mit den Arbeiten losgehen. Idealerweise solle die fünfgruppige Kita Anfang 2022 den Betrieb aufnehmen, sagt Hoffmann. Und das sei angesichts des hohen Bedarfs an Kita-Plätzen in Römerberg eigentlich schon zu spät.

Dabei gibt es noch eine Unbekannte in der Rechnung: das rheinland-pfälzische Kita-Zukunftsgesetz, das Mitte des Jahres in Kraft tritt. „Im Frühjahr soll es eine Begehung mit dem Kreis geben“, kündigt Hoffmann an. Dabei soll festgestellt werden, welche Konsequenzen das Gesetz konkret für die Römerberger Kindertagesstätten hat. Denn diese müssen dann mehr Kinder über Mittag aufnehmen, was sich auf den Bedarf an Essens- und Schlafräumen auswirkt. „Planzahlen hätten wir schon gerne“, sagt Hoffmann.

Sporthalle ist Zukunftsmusik

Geprüft wird noch, ob im früheren Realschul-Gebäude in Berghausen eine Küche untergebracht werden könnte, welche die neue Kita sowie die Kindertagesstätten Spatzennest und St. Pankratius mit frischem Essen versorgt. Wenn die neue fünfgruppige Kita nicht reicht, gibt es im Baugebiet W3 noch eine Fläche, auf der ein weiterer Kindergarten gebaut werden könnte.

Dieses Thema wird aber im neuen Jahr ebenso wenig konkret werden wie eine neue Sporthalle für Römerberg. „Eine Kita ist etwas, was die Gemeinde leisten muss, eine Sporthalle nicht“, sagt Hoffmann, der wohl weiß, wie dringend die Römerberger Sportvereine sich eine neue Halle wünschen. Aber die ist eben nicht ganz billig. „Es ist die Frage, was kann sich die Gemeinde leisten“, sagt der Ortsbürgermeister. Die CDU hat einen Antrag für die nächste Ratssitzung angekündigt, um die Planung weiter voranzutreiben. Gleichwohl räumt auch sie einer neuen Kita Priorität ein. Eine Frage, die laut Hoffmann noch nicht abschließend geklärt ist, lautet: Käme eine neue Halle wie die neue Kita auf den alten Sportplatz der Berghausener Grundschule? Oder wird die jetzige Schulturnhalle aus den 1970ern, deren Sanitärtrakt ohnehin renoviert werden müsste, abgerissen und durch eine größere und modernere Halle ersetzt?

Klar ist laut Hoffmann immerhin: Ab März sollen Römerberger Vereine Trainingszeiten in der Ganerbhalle in Dudenhofen bekommen. Darauf hatte der Ortsgemeinderat gepocht, weil Römerberg für die Unterhaltungskosten der Halle mitbezahlt. „Das ist aber nur eine Kurzzeitlösung“, schränkt der Bürgermeister ein. Denn im Sommer beginne die Sanierung der Ganerbhalle, die dem Rhein-Pfalz-Kreis gehört.

Erfreulicher für die Ortsgemeinde Römerberg ist, was sich in Sachen neue Bau- und Gewerbegebiete tut: So wird es mit der Erschließung des Baugebiets W4 in diesem Jahr losgehen. Wie groß die Nachfrage nach Bauplätzen in Römerberg ist, zeigen zwei Zahlen, die Hoffmann nennt. So gebe es für die sechs Baugrundstücke, welche der Ortsgemeinde gehören, 440 Bewerber. Ebenfalls groß ist die Nachfrage nach Bauplätzen im neuen Gewerbegebiet in Berghausen an der B9. 40 Firmen würden sich laut dem Bürgermeister gerne dort ansiedeln. Es handle sich meist um Betriebe aus dem Ort oder aus der Region, die gerne aussiedeln möchten. Die Branchen reichten von Speditionen über Autowerkstätten bis hin zu Gartenbaubetrieben. Nach welchen Kriterien die Grundstücke vergeben werden, sei noch offen.

Radweg kommt

Losgehen soll es 2021 auch mit dem Bau des Radwegs zwischen den Bahnhaltepunkten in Berghausen und in Heiligenstein. „Wir haben alle Grundstücksteile, die wir benötigen, und auch das Nutzungsrecht von der Bahn“, sagt Hoffmann. „Wir könnten loslegen.“ Der Radweg mache am Bahnhof Berghausen einen Schlenker durch das westlich gelegene Baugebiet, bis irgendwann die Bahnunterführung fertigstellt ist. Für diese ist im vergangenen Jahr mit Vorarbeiten begonnen worden. So hat der zuständige Landesbetrieb die nötigen Flächen für den Durchbruch zur Germersheimer Straße von der Ortsgemeinde gekauft und teilweise freigeräumt. Auch der alte Güterschuppen am Bahnhof ist abgerissen worden.

Weitere Projekte, die der Bürgermeister für das neue Jahr nennt, sind der Neubau des Fahrradabstellplatzes am Bahnhof Berghausen, die Erweiterung des Park&Ride-Anlage am Heiligensteiner Bahnhof in Richtung Friedhof und die Umstellung der Beleuchtung in öffentlichen Gebäuden auf LED.

Und dann soll auch endlich die Einweihung des umgebauten Zehnthauses in Berghausen nachgeholt werden. Ob das klappt, hängt aber davon ab, wie es mit der eingangs erwähnten Corona-Pandemie weitergeht. Matthias Hoffmann wünscht seinen Mitbürgern jetzt erst einmal, dass sie gut durch den Winter kommen, und dann, dass das öffentliche Leben irgendwann einmal wieder losgehen kann. „Wir werden das gesellschaftliche Leben mehr wertschätzen als früher“, ist er sich sicher.

Matthias Hoffmann Foto: Hoffmann/frei
Matthias Hoffmann
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