Rhein-Pfalz Kreis Aus dem Moment heraus

Organist Ruben Sturm ist in Schifferstadt aufgewachsen. Immer wieder kehrt er für Konzerte in seine Heimat zurück.
Organist Ruben Sturm ist in Schifferstadt aufgewachsen. Immer wieder kehrt er für Konzerte in seine Heimat zurück.

«Schifferstadt.» Die Pfarrkirche St. Laurentius Schifferstadt feiert 90-Jähriges. Ruben Johannes Sturm, Domorganist von Rottenburg am Neckar und Professor für Orgelliteraturspiel und Orgelimprovisation, hat anlässlich des Jubiläums ein über einstündiges, virtuoses Orgelimprovisationskonzert im Gotteshaus gegeben.

„Ein Heimspiel hat immer etwas Besonderes“, sagte der 39-jährige Ruben Sturm zu Beginn. Pfarrer Albrecht Effler begrüßte den in Speyer geborenen und in Schifferstadt aufgewachsenen Organisten, der das Konzert mit einer kurzen Erläuterung zu den von ihm gespielten Stücken eröffnete. In Schifferstadt war er nicht nur Ministrant, sondern hatte dort seine ersten Organistendienste verrichtet und war von 1995 bis 2005 Kirchenmusiker an der Kirche St. Jakobus. Das von ihm zusammengestellte musikalische Programm hatte er denn auch ganz speziell auf die Kirche St. Laurentius und die Pfarrei Heilige Edith von Stein, zu der St. Laurentius seit dem Gemeindepastoral 2015 gehört, zugeschnitten. Mit dem „Laurentiuslied“ und einem „Edith-Stein-Lied“ setzte er zwei thematische Schwerpunkte und im Mittelteil stand die Laurentiusorgel mit ihren speziellen Klangfarben im Fokus. Dabei war bis auf die Liedmelodien keine der von ihm gespielten Noten schriftlich fixiert. Es waren aus dem Moment heraus entstandene Improvisationen, erklärte Sturm. Dass damit eine große stilistische Breite vom Barock über Romantik bis zu moderner Musik abgedeckt und die ganze Farbigkeit der Orgel ausgespielt werden kann, demonstrierte der Organist vor gut 90 Besuchern. Den Anfang machte ein festliches „Festival Prelude“ im Stil der Romantik. Dem folgte als Gemeindelied das „Laurentiuslied“. Dadurch wurde es den Zuhörern ermöglicht, den folgenden drei Choralbearbeitungen im Barockstil zu diesem Lied leichter zu folgen und das auf verschiedenste Weise umspielte Thema immer wieder neu zu entdecken. Ähnlich war das Vorgehen beim „Edith-Stein-Lied“, für das Sturm drei Choralbearbeitungen im neoklassischen Stil des 20. Jahrhunderts interpretierte. „Dieser nach dem Zweiten Weltkrieg gepflegte Musikstil war zeitgleich mit dem Bau der Laurentiusorgel 1953 und passt daher gut zu dem Instrument“, sagte er. Bei der „Kleinen Register Suite“ wurden in acht kurzen Skizzen die für die Orgel typischen Registrierungen vorgestellt. Den Abschluss des Konzerts bildeten umfangreiche „Variations improvisé“, bei denen in acht Teilen immer wieder neue musikalische Aspekte und Registrierungen der Orgel zum Tragen kamen und zu einem furiosen Finale führten. Als Zugabe präsentierte Sturm dann noch eine kleine Improvisation über „Der Mond ist aufgegangen“.

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