Bobenheim-Roxheim
Auf ehemaligem Schnellimbiss-Areal soll ein Autohaus entstehen
Sechsmal Ja, zweimal Nein und drei Enthaltungen: So fiel das Votum des Ausschusses aus, der um das Einvernehmen für das Vorhaben auf dem Gelände des ehemaligen Schnellimbisses der Firma Strebel gebeten worden war. Genehmigen muss es letztlich die Kreisverwaltung.
Der Bauvoranfrage ist zu entnehmen, dass der Gebäudebestand nicht erweitert, nur saniert wird. Es sollen ein Empfangsraum, zwei weitere Büros mit Toilette und Pausenraum, ein Lagerraum sowie eine 100 Quadratmeter große Ausstellungsfläche im Freien entstehen. Auf rund 1400 Quadratmetern soll es 42 Stellplätze für die zum Kauf angebotenen Fahrzeuge sowie drei Parkplätze für Mitarbeiter geben. 457 Quadratmeter sind im Plan als Grünfläche vorgesehen. Der Beschlussvorlage ist zu entnehmen, dass der Antragsteller schon die Erweiterung mitbedenkt. Auch eine Tankstelle sei denkbar.
Einige Ausschussmitglieder zeigten sich skeptisch. Wolfgang Müsel (FWG), der im Herbst das Erscheinungsbild der verlassenen Immobile scharf kritisierte und Konsequenzen gefordert hatte, schlug vor, dass die Gemeinde das Grundstück kauft. Bürgermeister Michael Müller (SPD) lehnte das mit Blick auf die Kosten ab.
Michael Voll (CDU) könne sich die Ausweisung eines Gewerbegebiets nördlich des Bobenheimer Friedhofs vorstellen. Dazu Müller: „Das ist nicht machbar, weil der Raumordnungsplan dort nur Ackerland vorsieht.“ Ablehnend äußerte sich Frank Sommer (Grüne): „Ein Autohandel bringt zusätzlichen Verkehr.“ Er forderte, andere Nutzungsmöglichkeiten in Erwägung zu ziehen. Wo jetzt Bäcker Görtz ansässig sei, sei vorher schließlich auch ein Autohandel gewesen. „Und wir waren froh, als der weg war.“ Bobenheim-Roxheim habe kein Entwicklungskonzept, meinte Sommer, das erweise sich als Nachteil.
Die Gefahr zusätzlichen Verkehrs sah Bauabteilungsleiter Thomas Krauß nicht. „Die meisten Autokäufer schauen sich die Fahrzeuge im Internet an, und es kommt dann allenfalls noch zu einer Probefahrt und zur Unterzeichnung des Kaufvertrags“, sagte er.
Ein klares Plädoyer für die Genehmigung einer Nutzungsänderung von der Schnellgaststätte hin zum Autohandel hielt Oswald Fechner (SPD): „Der ehemalige Imbiss ist seit Jahren ein Schandfleck. Für die Gemeinde, vor allem aber für die Anwohner sind die Müllablagerungen und die nächtlichen Treffen dort eine echte Zumutung.“ Nun bestehe endlich die Chance auf Veränderung. Fechner: „Es kann nur besser werden.“