Waldsee RHEINPFALZ Plus Artikel „Auf der Au“: Rückbau „überwiegend abgeschlossen“

Campinggebiet „Auf der Au“: Hunderte Parzellen mussten in den vergangenen Jahren von Müll befreit werden.
Campinggebiet »Auf der Au«: Hunderte Parzellen mussten in den vergangenen Jahren von Müll befreit werden.

Es ist eine Mammutaufgabe: Der Rückbau der aufgegebenen Teile des Campinggebiets „Auf der Au“. Eigentlich hätten die Grundstücke schon vor zwei Jahren geräumt an die Eigentümer zurückgegeben werden müssen. Zuletzt wurde Ende 2023 als Ziel ausgegeben. Wie weit sind die Verantwortlichen gekommen? Und wie geht es nun weiter mit dem Gebiet?

Um die Zukunft des Campinggebiets „Auf der Au“ wird schon seit Jahren gerungen: Die einst mehr als 3000 Parzellen waren zu einem großen Teil verwaist, und die Betreiber-GmbH „Naherholung in den Rheinauen“, die zu 90 Prozent dem Rhein-Pfalz-Kreis und zu 10 Prozent der Ortsgemeinde Waldsee gehört, schrieb hohe Verluste. Der Plan war deshalb, das Gebiet auf rund 1000 Parzellen zu verkleinern und den Eigentümern der Grundstücke, von denen die GmbH den Platz gepachtet hatte, künftig deutlich weniger zu zahlen. Erst nach langem Ringen gelang 2020 der Durchbruch: Genug Eigentümer willigten in neue Verträge ein, damit ein Weiterbetrieb gesichert werden konnte. Den Betrieb des Platzes vor Ort übernahm in der Folge der Verein „Camper-IG in den Rheinauen“. Dieser sollte auch jene Teile des Gebiets, die nicht mehr zum künftigen Campingplatz gehören, in einen ordnungsgemäßen Zustand versetzen, so dass diese an die Grundstücksbesitzer zurückgegeben werden können.

Große Mengen Müll

Der Stichtag dafür war eigentlich der 31. Dezember 2021. Doch es stellte sich bald heraus, dass der Rückbau sehr aufwendig sein würde. Tonnenweise Müll galt es zu entsorgen. Nicht wenige frühere Camper hatten ganze schrottreife Wohnwagen einfach auf ihrem Gelände stehen lassen. Obwohl der Camper-Verein zwei Arbeitskräfte für das Räumen des Geländes einstellte, ging es nicht so schnell voran wie erwartet. Anfang dieses Jahres waren immer noch hunderte Parzellen nicht geräumt, wie der Camping-IG-Vorsitzende Patrick Just der RHEINPFALZ berichtete. Seine Hoffnung damals: dass der Rückbau bis zum Jahresende geschafft ist.

„Der Rückbau ist überwiegend abgeschlossen“, antwortet die Kreisverwaltung nun auf die Frage, ob dieses Ziel erreicht wurde. Weiter teilt sie mit: „Sofern im Zuge von Übergaben wider Erwarten Nacharbeiten notwendig werden sollten, wird die GmbH dies mit der Camping-IG in den Rheinauen gemeinsam in Angriff nehmen.“ Es sei beabsichtig, einen geringen Teil der Rückstellungen für diese Eventualität bilanziell noch nicht aufzulösen.

Das Gebiet, das zurückgebaut werden müsse, sei zirka 12 Hektar groß. Trotz der Verzögerungen trage der Verein weiter die Hauptlast des Rückbaus. „Die GmbH unterstützt, wenn notwendig, beispielsweise durch Gerätschaften, die dem Verein nicht zur Verfügung stehen, oder bei der Entsorgung“, informiert eine Sprecherin des Rhein-Pfalz-Kreises und ergänzt: „Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass der Verein nicht nur die Rückbauarbeiten betreut, sondern die Verwaltung des Platzes vor Ort mit mehr als 1200 Parzellen leistet.“ Dies sei ebenfalls Gegenstand der Vereinbarung zwischen GmbH und Verein.

Zu den Kosten für den Rückbau äußert sich die Kreisverwaltung folgendermaßen: Mit Gründung der GmbH, der Neuaufstellung des Betreiberkonzeptes und der Entwicklung des Masterplans für die künftige Nutzung seien die Aufwendungen für den Rückbau auf bis zu eine Million Euro geschätzt und entsprechende Rückstellungen gebildet worden. „Prognostisch decken diese auch weiterhin alle entstehenden Rückbaukosten“, ist der Kreis überzeugt. Die konkrete Differenzierung zwischen Rückbaukosten und laufenden Betrieb erfolge im Rahmen der Jahresabschlüsse. „Die Verzögerungen haben zeitliche Auswirkungen, nicht unmittelbar finanzielle. Die Aufwände und der Zeitplan zum Abschluss der Arbeiten sind Schätzwerte aus der Umstrukturierungsphase des Geländes. Erst im Zuge der Maßnahme wurde der Umfang greifbar“, teilt die Kreis-Sprecherin mit. Ob es aufgrund der verspäteten Rückgabe der Grundstücke an ihre Besitzer zu Rechtsstreitigkeiten mit den Eigentümern gekommen ist, sagt die Kreisverwaltung auf Anfrage – wie bereits Anfang des Jahres – nicht: „Zu eventuellen Klageverfahren werden wir keine Angaben machen“, heißt es dazu lediglich.

Investitionen geplant

Um das Campinggebiet aufzuwerten, waren bereits vor mehreren Jahren verschiedene Maßnahmen angekündigt, unter anderem die Verlegung des Abfallhofs, neue Toilettenanlagen und neue Wege. Diese Pläne sind laut Rhein-Pfalz-Kreis Bestandteil des Masterplans für das Campinggebiet und von den Gesellschaftern auch weiterhin vorgesehen. Aktuell stünden die Toilettenanlagen als dringendster Bedarf im Fokus. „Die Investitionen werden Stück für Stück in den Fokus gerückt, die finanzielle Leistungsfähigkeit der GmbH ist für die Gesamtrealisation der bestimmende Faktor“, teilt die Kreisverwaltung mit. Die GmbH werde ihre Finanzlage sukzessive konsolidieren, auch auf der Einnahmenseite, und parallel Investitionen anstoßen. „Die Gesellschafter der GmbH und der Verein beabsichtigen unverändert die Entwicklung und Fortführung des Gebietes als Naherholungs-Hotspot im Rhein-Pfalz-Kreis“, verspricht der Kreis.

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