Dannstadt-Schauernheim
Attraktivere Routen für die Bauern
Die Anwohner der Haupt-Verkehrsstrecken im Dorf beschweren sich schon seit vielen Jahren über den Lärm, den Traktorgespanne verursachen und den sie als immer belastender empfinden. Durch attraktive Umfahrstrecken sollen diese Menschen nun vom landwirtschaftlichen Verkehr entlastet werden. Damit die Bauern diese aber nutzen, müssen sie ebenso angenehm zu befahren sein. Das vorhandene Wirtschaftswegenetz taugt im aktuellen Zustand für solche Alternativen nicht. Denn manche Wege sind in einem schlechten Zustand, die meisten zu schmal und bisweilen nicht miteinander verbunden. Das alles soll sich nun ändern.
Breite Wege für Traktoren
Die Wege, auf denen die Traktoren künftig von Süden und Südwesten zum Pfalzmarkt gelangen sollen, werden Ortsbürgermeisterin Winkelmann zufolge auf eine Breite von 5,50 Meter ausgebaut, dazu kommen auf beiden Seiten 75 Zentimeter breite Bankette. Damit sollen sich Traktoren problemlos begegnen können.
Vorgesehen ist eine Route, die von der L 528 bei Böhl über die Felder – vorbei an den Windrädern an der Grenze zwischen Böhl-Iggelheim und Dannstadt-Schauernheim – bis zum Adonisröschenhof führt. Die Kosten für den (Aus-)Bau dieser etwas mehr als vier Kilometer langen Strecke schätzt das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) auf 1,4 Millionen Euro. Das Land bezuschusst davon 75 Prozent. Der Rhein-Pfalz-Kreis übernimmt wohl die Hälfte der verbleibenden rund 358.000 Euro. Die dann noch übrigen Kosten von knapp 179.000 Euro plus die geschätzten Kosten für den Erwerb der benötigten Grundstücke von 90.000 Euro teilen sich schließlich die beiden Gemeinden. Das macht jeweils rund 134.000 Euro.
Geländetausch wird angepeilt
Beim Adonisröschenhof queren die Traktoren die L 454, um auf den Oberwiesenweg an der Autobahnraststätte zu gelangen. Dieser zweite Abschnitt soll über fast 3,2 Kilometer an der A 61 entlang bis zum Pfalzmarkt-Kreisel an der L 530 führen. Von den geschätzten Kosten in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro würde das Land auch hier 75 Prozent bezuschussen und der Rhein-Pfalz-Kreis erneut die Hälfte der verbleibenden Kosten von ungefähr 320.000 Euro. Die andere Hälfte plus circa 98.000 Euro für den Grunderwerb müsste demnach die Ortsgemeinde Dannstadt-Schauernheim tragen, also rund 257.000 Euro. Diese Kalkulation beruht auf der Annahme, dass ein Geländetausch mit der Gemeinde Mutterstadt zustande kommt. Denn ein Teil dieser Strecke liegt momentan auf deren Gemarkung, der Ausbau des Weges dort aber nicht in ihrem Interesse. Bei dem angedachten Tauschgeschäft bekämen die Mutterstadter im Gegenzug Flächen von den Dannstadt-Schauernheimern, auf denen die Firma Zeller ihre Erweiterungsabsichten umsetzen könnte.
Parallel zu alldem soll der Münchhofweg ausgebaut werden. Beim Münchhof soll die gerade im Bau befindliche Erschließungsstraße für das erweiterte Gewerbegebiet Dannstadt-Ost in einen Verkehrskreisel münden. Von diesem soll ein eigener Arm für die Landwirte abzweigen, auf dem sie südlich des Pferdesportvereins an dem nahe gelegenen Weiher vorbei auf die Oberwiesenweg-Umfahrung gelangen können. Darüber hinaus soll der verlängerte Viehbachweg bis zum Oberwiesenweg ausgebaut werden. Auch dabei ist ein Geländetausch vorgesehen. Den Unterhalt für den Oberwiesenweg wollen sich Dannstadt-Schauernheim und Mutterstadt teilen.
Verkehrsströme trennen
Ein Ziel dieser zusätzlichen Ausbauten ist, den landwirtschaftlichen Verkehr und den auf der Erschließungsstraße anfallenden Verkehr auseinanderzuhalten. Denn diese Route soll als Zweite Verkehrsachse beziehungsweise Ortsrandstraße die Hauptstraße vom Lkw-Verkehr entlasten. Das kann aber nur funktionieren, wenn die Lastwagen nicht ständig hinter Traktoren hertuckern müssen und dann doch wieder auf die Hauptstraße ausweichen.
Zuschüsse beantragen
Dieser Plan gehe auf Ideen aus der örtlichen Bauern- und Winzernschaft zurück und sei das Ergebnis vieler Gespräche und Diskussionsrunden, betonte Ortschefin Winkelmann. Daran seien neben den Böhler Landwirten die Gemeindeverwaltung, die Bürgermeister Peter Christ (CDU) aus Böhl-Igelheim und Hans-Dieter Schneider (SPD) aus Mutterstadt, der Rhein-Pfalz-Kreis und das DLR beteiligt gewesen. „Ich finde diesen Vorschlag gut“, sagte sie und ergänzte: „Wir müssen jetzt in die Gänge kommen und die Zuschüsse beantragen.“
„Ich glaube, das wird im Zusammenspiel mit der Zweiten Verkehrsachse eine erhebliche Entlastung bringen“, erklärte Elmar Burkhardt (CDU). Auch Uwe Schölles (SPD) war sehr angetan von den Plänen: „Das ist ein toller Anfang.“ Am Ende empfahl der Landwirtschaftsausschuss dem Ortsgemeinderat, diesen zuzustimmen und alles Nötige für deren Umsetzung zu veranlassen.
