Rhein-Pfalz Kreis „Asylbewerber sind wahnsinnig einsam“

Schifferstadt. Der Sozialpädagoge Johannes Jarczyk kümmert sich mit Ehrenamtlichen, dem „Team31“, um Asylbewerber, die in der Bahnhofstraße 31 in Schifferstadt leben. Doch die Freiwilligen reichen nicht aus: Die restlichen Flüchtlinge in Schifferstadt müssen derzeit ohne jegliche Hilfe zurechtkommen. Deshalb sucht das Team Freiwillige für Patenschaften für Asylbewerber.
„Derzeit leben 106 Asylbewerber in Schifferstadt, 25 Prozent davon betreuen wir in der Bahnhofstraße 31. Doch wir können es nicht leisten auch die anderen Asylbewerber zu unterstützen“, erklärt Jarczyk. Die größtenteils aus Serbien, Mazedonien, Bosnien und Eritrea kommenden Flüchtlinge haben zum Teil Kinder im Alter von fünf Monaten bis 13 Jahren. Einige der Frauen bekommen in nächster Zeit ein Kind. „Diese Menschen kommen in ein fremdes Land, werden oftmals traumatisiert mit ihren Kriegserfahrungen alleine gelassen und sind wahnsinnig einsam“, berichtet Astrid Schulze-Lenhard, Ehrenamtliche beim „Team31“. Deshalb werden weitere Freiwillige benötigt, die eine unverbindliche, zeitlich flexible „Patenschaft“ übernehmen möchten. Diese soll den Asylbewerbern ermöglichen, sich im alltäglichen Leben zurecht zu finden. Beteiligen kann sich dabei jeder: handwerklich Begabte, die einen Schrank aufbauen können, ebenso wie sozial Engagierte, die sich mit Asylbewerbern austauschen oder mit deren Kinder spielen wollen. Gebraucht werden zudem Freiwillige, die die Asylbewerber beim Gang auf die Behörden unterstützen oder zum Einkaufen fahren, da vor allem die Bahnhofstraße weit von Supermärkten entfernt liegt. Auch Engagierte, die Sprachkurse geben können, werden dringend gesucht. „Die Asylbewerber möchten die deutsche Sprache lernen, hier leben und zurecht kommen,“ erläutert Manuela Schmölzer, zuständig für Asylbewerber bei der Stadtverwaltung Schifferstadt. 35 Asylbewerber hätten bereits Deutsch gelernt und könnten es gut genug sprechen, um sich zu verständigen. Weitere 30 beherrschen die englische Sprache. Damit die Asylbewerber zukünftig noch unabhängiger leben können, fehle es auch an gebrauchten Fahrrädern, Umzugstransportern und einem Raum zur Lagerung von Möbeln und Kleidung. „Die Schifferstadter haben wahnsinnig viel gespendet, das war wirklich toll. Momentan wissen wir nur nicht wohin damit“, erklärt Jarczyk. Das „Team31“ hofft nun, dass die Schifferstadter auch den Mut fassen an der „abenteuerlichen“ Ehrenamtsaufgabe mitzuwirken. „Die Flüchtlinge haben nichts und geben ihren Paten doch alles. Ich habe in den letzten Jahren wahnsinnig viel durch die Arbeit gelernt. Auch für den sozialen Frieden in Schifferstadt ist das eine wichtige Sache“, sagt Jarczyk. (mxr)