Rödersheim-Gronau
Artenvielfaltsprojekt: Die Inseln entstehen
Vor allem die Geräusche der elektrischen Heckenschere und eines Häckslers sind am Sportplatz des TV Rödersheim zu hören. „Heute ist noch der Durchgang vom Vorgelände zum Landschaftspark weiter freizuschneiden, der Baum- und Strauchschnitt weiter wegzuräumen, Wurzeln zu roden und noch weitere Freischnitte vorzunehmen“, beschreibt Projektleiter Karl-Heinz Hetze das abschließende Arbeitspensum. Mit zwei je dreistündigen Arbeitseinsätzen wurden die Vorarbeiten für den Projektteil „Landschaftspark“ abgeschlossen. Beim bundesweiten Wettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ wurde Rödersheim-Gronau mit der Idee „Insel der Artenvielfalt“ als eine von 40 Gemeinden in der Republik ausgezeichnet und erhielt 25.000 Euro. Nun wird das Vorhaben nach und nach umgesetzt – und doch ist für die Helfer ein wenig Eile geboten. „Gemäß Naturschutzgesetz müssen wir bis Ende Februar mit diesem Grobschnitt von Bäumen und Sträuchern fertig sein, da schon bald die Brutzeit der Vögel beginnt“, sagt Hetze, „aller anfallender Baum- und Strauchschnitt verbleibt hier auf dem Gelände.“
Bei einem Rundgang über das Gelände an der Turnhalle wird erkennbar, wie viel die sieben ehrenamtlichen Helfer in der vergangenen Woche schon geleistet haben. Das Areal für das Sandarium, in dem Lebensräume für in Böden nistende Insekten und Wildbienen entstehen werden, liegt schon frei. Abgeschnittene Bäume sollen als Totholz natürliche Nistmöglichkeiten schaffen. Am nördlichen Rand ist das für Strauch und Gräser vorgesehene Gelände auch schon gelichtet. „Im Herbst werden wir hier noch einmal nacharbeiten und im kommenden Frühjahr das Areal bepflanzen“, sagt Hetze.
Zur Vielfalt im Garten anregen
Am Hügel ist noch nichts von seiner zukünftigen Bestimmung als Trockenhang mit Trockenmauer zu erkennen. „Der Hang liegt voll in der Sonne, und wir wollen hier zeigen, welche Sträucher Trockenheit vertragen, und damit zugleich Anregungen für Vielfalt in heimischen Gärten geben“, sagt Hetze. Bald soll es auch Informationsveranstaltungen und Vorträge geben, Schulen, Kitas und Familien sollen angesprochen werden und könnten zum Beispiel beim Bau von Nistmöglichkeiten helfen.
Am Durchgang zum Landschaftspark türmt sich Gehölzschnitt als Begrenzung zum Nachbargelände, zugleich wird es Insekten und Tieren als Rückzugs- und Nistmöglichkeit dienen. Der 2000 bis 2500 Quadratmeter große Landschaftspark, jetzt noch ein versteckt liegendes Gelände mit Bäumen und Hecken sowie Wiese, beherbergt schon jetzt viele Vogelarten. Zu deren Schutz und zur Wiederansiedlung von Insekten, Bienen, Käfern, Eidechsen und Fledermäusen sollen hier landschaftlich gestaltete Themenbereiche sowie ein Teich oder eine Pflanzgrube entstehen, die mit gebietsheimischen Pflanzen versehen werden. „Dazu wird es auch Hinweistafeln mit QR-Codes gebeten“, sagt Hetze. Das Projekt soll nicht nur die Artenvielfalt im Ort erhöhen, sondern auch ein Bewusstsein für Biodiversität und Zusammenhänge in der Natur schaffen – und zugleich gemeinschaftsbildend wirken: Jeder kann sich einbringen.