Waldsee Armbrustmord-Prozess: Mithäftling belastet Angeklagten schwer

Tatort Werkstatt: Der Waldseer Werkstattbesitzer wurde im Februar vergangenen Jahres tot aufgefunden.
Tatort Werkstatt: Der Waldseer Werkstattbesitzer wurde im Februar vergangenen Jahres tot aufgefunden.

Ein Mithäftling hat den Dirmsteiner, der vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Frankenthal angeklagt ist, im Februar vergangenen Jahres den Inhaber einer Autowerkstatt in Waldsee mit einer Armbrust erschossen zu haben, mit seiner Zeugenaussage schwer belastet. Der Mithäftling war zusammen mit dem Angeklagten am Morgen des 29. Oktober 2021 von der JVA Frankenthal zum Landgericht gefahren worden – der Angeklagte zu seiner Verhandlung, der Zeuge zum Haftrichter zu einem Haftprüfungstermin. Während dieser Fahrt von 10 bis 15 Minuten habe der Angeklagte, den er vorher nicht kannte, pausenlos geredet. Er sei der „Armbrustmörder“, habe er gesagt, und sei sehr erstaunt gewesen, dass der Zeuge gar nichts von der Tat, die doch durch alle Medien gegangen sei, gewusst habe. Er habe den Werkstattinhaber mit zwei Schüssen aus der Armbrust erschossen.

Regelrecht mit der Tat gebrüstet

Ob er ihn denn wirklich „gekillt“ habe, fragte der Zeuge, der nicht sicher war, ob der Mithäftling nicht einfach nur eine wilde Geschichte ohne Wahrheitsgehalt erzählte. Nein, er habe noch nachhelfen müssen, sei die Antwort gewesen. Die Waffe habe er vorher in einem der Autos vor der Werkstatt versteckt gehabt. Der Angeklagte habe sich regelrecht mit der Tat gebrüstet. Dem Zeugen sei langsam klar geworden, dass hier sein Mitfahrer einen Mord gestanden habe. So habe er in seiner Zelle im Gericht, in der er auf seinen Termin wartete, niedergeschrieben, was er gerade gehört hatte, und seinen Anwalt verständigt. Der Angeklagte hatte bislang vor Gericht bestritten, der Täter zu sein.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie hier.

Mehr zum Thema
x