Bobenheim-Roxheim Arbeiterwohlfahrt: Ortsverband gibt auf

Die Arbeiterwohlfahrt tut viel für alte, kranke und behinderte Menschen, sie betreibt aber auch Kindergärten.
Die Arbeiterwohlfahrt tut viel für alte, kranke und behinderte Menschen, sie betreibt aber auch Kindergärten.

Über 70 Jahre nach seiner Wiedergründung hat sich der Bobenheim-Roxheimer Ortsverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo) aufgelöst. Von 44 Mitgliedern kamen 14 zur Versammlung in den Kurpfalztreff und votierten geschlossen bei einer Stimmenthaltung für die Auflösung.

„Das ist sicherlich ein schmerzlicher, aber zugleich ein unumgänglicher Schritt“, sagt Awo-Vorsitzender Rainer Schiffmann im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Das genaue Datum der Gründung des Ortsverbands lässt sich laut Schiffmann nicht mehr feststellen, weil er nach der Machtübernahme der Nazis 1933 gezwungen worden sei, sich aufzulösen. Sämtliche Vereinsdokumente und Protokollbücher seien damals beschlagnahmt worden. Man könne aber davon ausgehen, dass die Gründung in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte – in enger Anlehnung an die Entstehung des SPD-Ortsvereins. Die Arbeiterwohlfahrt – der Name sagt es schon – ist ein Kind der Arbeiterbewegung. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Wiedergründung im Jahr 1948.

In den vergangenen Jahren sei die Anzahl der Mitglieder kontinuierlich zurückgegangen, berichtet Schiffmann. „Wir hatten zuletzt ein Durchschnittsalter von 78 Jahren, und es ist uns trotz stetiger Bemühungen nicht gelungen, jüngere Mitglieder zu gewinnen.“ Zuletzt tauchte die Awo Bobenheim-Roxheim noch mit ihrer alljährlichen Ferienfreizeit in Zusammenarbeit mit dem Sozialverein Kunterbunt und der protestantischen Kirchengemeinde in der Öffentlichkeit auf. „Die Ferienbetreuung war immer ausgebucht, aber neue und jüngere Mitglieder konnten wir dadurch nicht gewinnen“, so Schiffmann.

Nur noch sechs, sieben Teilnehmer bei Treffen

Der regelmäßige Mittwochstreff für Senioren, einst das Aushängeschild des Ortsverbands, sah zuletzt nur noch sechs oder sieben Teilnehmer. Allerdings war das vermutlich auch auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. „Wir haben alles lang und breit diskutiert, und sind zu der Überzeugung gekommen, dass eine Auflösung leider unumgänglich ist.“

Den gesundheitlich noch agilen Mitgliedern habe man einen Anschluss an den deutlich größeren Awo-Stadtkreisverband Frankenthal empfohlen. Er biete viele interessante Angebote und eine Tagespflege. Vom Awo-Bezirksverband Pfalz war laut Schiffmann David Emling zur Mitgliederversammlung gekommen. Auch er habe den Mitgliedern einen Anschluss an den die Frankenthaler Awo empfohlen.

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