Mutterstadt
Aquabella: Neue Rutsche mit Licht- und Soundeffekten
Da ist er wieder. Der allseits bekannte große rote Knopf. Auf den drücken Landrat Clemens Körner (CDU) und sonstige Würdenträger gerne, wenn sie etwas gleichzeitig symbolisch einweihen wollen. Auch bei der Einweihung der neuen Rutsche im Mutterstadter Aquabella haben sich zum Start am Dienstagnachmittag mehrere Hände über dem roten Plastik versammelt. Aber diesmal passiert danach auch wirklich was. Das Wasser braucht ein bisschen, bis es hochgepumpt ist, aber schließlich läuft es aus der grünen Röhre heraus ins Landebecken.
Und wenig später sieht man auch als Außenstehender, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Rutsche handelt. Denn beim Blick in das Innere der grünen Röhre wird es auf einmal hell. Man sieht Licht – violett, grün, Punkte. Laut Kreisverwaltung gibt es drei unterschiedliche Effektbereiche mit LED-Lichtern, mit denen Tausende Farbdarstellungen und Lichteffekte dargestellt werden können. Auch Soundeffekte, hervorgerufen durch aktive Schallwandler, begleiten die Badegäste auf den 70 Metern vom Start im Rutschenturm bis zum finalen Platsch im Becken.
Die Riesenrutsche hat das Mutterstadter Schwimmbad seit der Generalsanierung. Die begann im April 2000. Am 24. August 2002 wurde schließlich das neue Freizeitbad Aquabella eröffnet. Die Kosten für die Sanierung betrugen damals laut Verwaltung rund 21 Millionen D-Mark (10,74 Millionen Euro).
Die alte Rutsche war jetzt allerdings in die Jahre gekommen. Laut Kreisverwaltung hätten starke Risse in den Plexiglashauben des Dachs repariert werden müssen. Daher habe man sich beim Kreis für eine moderne Rutsche mit entsprechenden Effekten entschieden.
Der Bau der neuen Rutsche ging etwas zügiger voran. Im vergangenen Spätsommer wurde das Projekt auf den Weg gebracht. Über den Winter wurde die Rutsche gebaut, erläuterte Markus Sohn, Technischer Leiter Kreisbäder und Projektleiter bei der Kreisverwaltung, bei der Eröffnung.
Rund 390.000 Euro hat die neue Rutsche gekostet, berichtet der Landrat. „Und sie ist nachhaltig“, betont Körner. Heißt: Die Röhre ist komplett isoliert. 90 Prozent des Energieverbrauchs der Rutsche würden so eingespart. Im Kreishaus rechnet man, dass sich die Rutsche daher in zwölf bis 14 Jahren amortisiert hat. Vom Bundeswirtschaftsministerium gab’s eine Förderung für das Projekt von rund 25.000 Euro.
Blickdicht von allen Seiten ist sie auch. Als kleines Schmankerl wird auch noch die Zeit gestoppt bei jedem Schwimmer, der die Rutsche in Angriff nimmt. „Täglich wird ein Bestwert ermittelt“, sagt Markus Sohn. Die Zeiten werden auf einem Monitor im Raum mit dem Landebecken angezeigt. Bei der Eröffnung zeigt sich, dass man, je nach Gewichtsklasse und Risikobereitschaft, etwa zehn Sekunden bis nach unten braucht.
Gebaut hat die neue Rutsche die Firma Aquarena, die auch schon die alte installiert hatte. Zur Einweihung hat sich Geschäftsführer Jochen Bohnet vom Firmensitz Jettingen (Landkreis Böblingen) auf nach Mutterstadt gemacht. Er rutscht selbst leidenschaftlich gerne, wie er sagt, und testet normalerweise jede neue Rutsche gerne selbst. „Vor allem die steileren“, sagt er und lacht. In Mutterstadt hat er aber anderen Testrutschern den Vortritt gelassen.
„Wir haben versucht, die bestehende Stahlkonstruktion der alten Rutsche so gut wie möglich zu erhalten“, erläutert Bohnet. Etwas verlängert habe die Arbeiten das wenig entgegenkommende Wetter. „Wir hatten etwa 60 Prozent Regentage. Das war nicht sehr angenehm für die Monteure und hat selbstverständlich auch die Geschwindigkeit der Arbeiten etwas reduziert.“ Die Art der Licht- und Soundeffekte sei schon höherer Standard. „Aber das muss man dem Badegast auch bieten. Vor allem die Jugend wird immer anspruchsvoller.“