Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel App für Altrheinpfad stößt auf Interesse

Mit der Smartphone-App die Natur entdecken: Darum geht es bei einem Projekt, das möglicherweise am Altrhein umgesetzt wird.
Mit der Smartphone-App die Natur entdecken: Darum geht es bei einem Projekt, das möglicherweise am Altrhein umgesetzt wird.

Die Bürgervertreter von Bobenheim-Roxheim sind nicht abgeneigt, für den Altrheinpfad eine natur- und heimatkundliche App entwickeln zu lassen. Sie könnte Besucher mittels Smartphone durch das Gebiet führen, sodass diese spielerisch etwas über seine Besonderheiten lernen.

Die Neustadter Firma Udata Umwelt & Bildung war kürzlich im Umwelt- und Landwirtschaftsausschuss zu Gast, um ihre Dienstleistung vorzustellen. Sie entwickelt Smartphone- Anwendungen für Wald-, Natur- und Erlebnispfade mit und ohne Beschilderung. Am Altrheinpfads könnte das zu Beispiel so aussehen: Am Beginn des Rundwegs lädt sich der Spaziergänger die App über einen dort angebrachten QR-Code herunter und geht los. Wenn er an einer bestimmten Stelle vorbeikommt, vibriert das Handy, und in der App geht ein Programm auf, mit dem man beispielsweise sein Wissen über den Biber oder die Pappel auffrischen oder ein Fang-die-Schnaken-Spiel spielen kann.

Wie viele Stationen und welche Themen es geben soll, muss die Gemeinde als Auftraggeber entscheiden. Auch die Inhalte beziehungsweise Texte sind Sache der Kommune. Udata setzt sie nur technisch um. „Wir bieten eine App zusätzlich zu dem, was in der Natur schon da ist“, sagte Geschäftsführer Florian Zeitler im Ausschuss. Zielgruppe seien Kinder, Jugendliche und Familien. Nach Angaben der Firma sind vor Ort auf dem Pfad weder WLAN noch mobile Daten nötig, die App funktioniere offline und mithilfe des Navigationssatellitensystems GPS. Udata empfiehlt Kommunen, auf Wegen von einem bis fünf Kilometer Länge nicht mehr als sechs Stationen zu planen.

Je aufwendiger die App, desto teurer wird sie

Die Ausschussmitglieder schienen gegenüber der Idee, die Bauamtsleiter Thomas Krauß im Oktober eingebracht hatte, aufgeschlossen zu sein. Was sie mit am meisten interessierte, waren die Kosten. Die ergeben sich laut Udata aus dem Leistungsumfang: Je aufwendiger und individueller die spielerischen Module sind, desto teurer wird’s. Der Preis für die Standardversion, die lediglich an die Besonderheiten des Pfads angepasst werden muss, beginnt bei 10.000 Euro. Soll es spezieller auf Bobenheim-Roxheim zugeschnitten werden, müssen 13.000 bis 17.000 Euro investiert werden. Und wenn die Gemeinde gar eine eigene App entwickeln lassen will, muss sie mit Kosten ab 25.000 Euro rechnen.

Einen Beschluss fasste der Umweltausschuss nicht, aber es soll weiter an der Idee gearbeitet werden. Das bedeutet unter anderem, dass eine Art Arbeitskreis mit Vertretern aller Fraktionen gebildet wird, der sich über Umfang und Inhalt der App und Gedanken macht, damit ermittelt werden kann, was das kostet.

Neue Idee: Inklusionsschaukel

Um die Freizeitanlage am Altrhein zwischen Kriegerdenkmal und Minigolfplatz weiter aufzuwerten, sollen dort auf zehn Schildern Anregungen für die sportliche Betätigung an der frischen Luft gegeben werden. Das hat der Ausschuss auf Vorschlag der Verwaltung entschieden. Diese findet, dass die Schilder eine gute Alternative zu teuren und wartungsintensiven Fitnessgeräten sind. Schäden durch Vandalismus könnten leichter behoben werden. Die Kosten beziffert die Verwaltung auf 100 Euro pro Schild.

Ein rund 6750 Euro teures Gerät soll allerdings noch den Bestand an Freisportgeräten am Altrhein ergänzen: eine Schaukel, die von körperlich eingeschränkten Menschen eigenständig oder im Spiel mit Nichtbehinderten genutzt werden kann. Holger Voll, SPD-Fraktionsmitglied und Behindertenbeauftragter der Gemeinde, hat in einem Antrag die sogenannte Inklusionsschaukel vorgestellt, die geeignet sei für Rollstuhlfahrer, Rollatornutzer und Personen mit Kinderwagen. So eine Schaukel wurde auf Initiative der pfälzischen Sportinklusionslotsinnen des Landessportbunds im Mai in Deidesheim in Betrieb genommen.

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