Kleinniedesheim
Anwohner sehen Ausbau der Landesstraße kritisch
Familie Fuchs wohnt gegenüber der Bushaltestelle an der Ecke Bobenheimer Straße/Johannes-Mehring-Straße am Ortsausgang in Richtung Bobenheim-Roxheim. „Jeden Morgen und jeden Mittag stehen Eltern an der Bushaltestelle, um ihre Kinder sicher über die Straße zu begleiten“, sagt Vanessa Fuchs. Alle Schul- und Kindergartenkinder müssten auf ihrem Weg die stark befahrene Straße passieren. Auch mit älteren Leuten, die einen Rollator brauchen, habe es schon brenzlige Situationen gegeben.
Fuchs, die ein einjähriges Kind hat und ihr zweites erwartet, macht sich Gedanken, wie es ihrem Nachwuchs auf dem Weg ergehen wird, wenn er alt genug für den Kindergarten ist. Auf der Geschwindigkeitsanzeige, die hinter der Bushaltestelle angebracht ist, sehe sie immer wieder, dass Autos mit mehr als 70 Stundenkilometern in den Ort einfahren. „Die Sanierung und Verbreiterung der Straße sind doch nur zwei Gründe mehr für die Raser, aufs Gas zu treten“, ist sie überzeugt. Die Lärmbelästigung sei dabei zweitrangig, betont die besorgte Mutter.
Bitten laufen ins Leere
Schon mehrfach hat die Familie sich mit ihrem Wunsch nach Verkehrsberuhigung oder wenigstens Geschwindigkeitskontrollen am Ortseingang an die Polizeiinspektion Frankenthal und die Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim gewandt – ohne Erfolg. Die Polizei habe zwar einmal kontrolliert, allerdings laut Fuchs am Nachmittag zwischen 15 und 16 Uhr – dabei geht das Rasen nach ihren Beobachtungen vor allem im Feierabendverkehr ab 17 Uhr los. Die Familie fragt sich, warum es beispielsweise in Bobenheim-Roxheim möglich war, innerorts Tempo 30 einzuführen, aber in Kleinniedesheim nicht.
Die Ortsgemeinde sei seit Jahren bemüht, etwas mehr Ruhe in den örtlichen Verkehr zu bekommen und die Sicherheit zu erhöhen, sagt Ortsbürgermeister Ewald Merkel (FWG). Das Ordnungsamt habe bereits die Geschwindigkeiten gemessen. Doch ohne punktuelle Kontrollen sei keine Besserung zu erwarten. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) habe bei jeder Art von Verkehrsberuhigung Vorgaben, von denen er nicht abweiche. „Wir haben uns ins Zeug gelegt und immer wieder Anträge gestellt, aber wir können es nicht erzwingen“, sagt der Bürgermeister.
Vorgaben nicht erfüllt
Merkel schätzt, dass etwa fünf bis zehn Prozent der Verkehrsteilnehmer zu schnell in den Ort einfahren. Man habe mehrfach versucht, Fahrbahnverschwenkungen an den Ortseingängen durchzusetzen. Doch das gestaltet sich laut Merkel schwierig, weil es sich bei allen Zugangsstraßen um Landesstraßen handelt. Auch für einen Zebrastreifen sei ein gewisses Verkehrsaufkommen nötig, erklärt der Ortsbürgermeister. „Bei uns gibt es rund 5000 Fahrzeugbewegungen pro Tag. Das ist vergleichsweise zu wenig.“ Was machbar sei, habe die Ortsgemeinde umgesetzt. „Es ist schwer, dem LBM Zugeständnisse in der Sache abzuringen.“
Nach Abschluss der Bauarbeiten an der L457 will Merkel beim Ordnungsamt anregen, die Angelegenheit erneut zu prüfen. Dass die Haltestelle an der Bobenheimer Straße so umgebaut werden soll, dass auch körperlich eingeschränkte Personen sicher und einfach ein- und aussteigen können, könnte dabei ein weiteres Argument sein.