Schifferstadt / Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Am Waldrand: Von gefällten Bäumen und neuen Hecken

Der Abstand zwischen Wald und Straße soll größer werden – umweltverträglich. Der BUND hat mitgearbeitet.
Der Abstand zwischen Wald und Straße soll größer werden – umweltverträglich. Der BUND hat mitgearbeitet.

Wo wackelige Bäume standen, hat Förster Georg Spang Hecken gepflanzt. An der Bahnlinie Schifferstadt-Speyer und am Rand des Mutterstadter Waldes soll so die Verkehrssicherheit verbessert werden. Am Waldrand hatte Bedenken gegen das Vorgehen gegeben.

Schon länger hat es immer wieder Probleme gegeben mit herabgefallenen Ästen, die an der Bahnlinie auf Gleise oder in die Oberleitung fallen. „Die Bahn hat sich darüber beschwert“, sagt Förster Georg Spang. Am Bahndamm parallel zur Dudenhofener Straße in Schifferstadt standen einige Robinien. Diese Bäume seien etwa 50 Jahre alt, schätzt der Förster. Diese Art, auch als Scheinakazie bekannt, wird in diesem Alter oft von innen her faul. Gefährlich sei, dass man das oft erst spät bemerke und der Baum schon instabil sei, bevor es äußere Anzeichen gebe.

Den Bahndamm mögen die Robinien, weil sie Wärme und Sonne lieben und mit Trockenheit gut zurecht kommen, sagt Spang. Jetzt hat der Förster die Wackelkandidaten gefällt. Endgültig erledigt sei das Problem damit noch nicht: „Robinien treiben gerne wieder aus den Wurzeln. Leider werden diese Wurzelschösslinge keine stabilen Bäume und müssen auch wieder beseitigt werden“, erklärt der Förster. Um den Bahndamm zu bepflanzen, hat Spang nun Wildrosen gesetzt. Die wachsen eher in die Breite als in die Höhe und halten vielleicht auch die nachwachsenden Robinienschößlinge klein. Vermutlich müsse aber alle paar Jahre an den Bahndämmen nachgearbeitet werden. Die Wildrosen selbst wachsen nicht in die Höhe, sodass durch sie keine Probleme entlang der Bahnstrecke entstehen.

Gefahr durch umfallende Bäume

Um die Verkehrssicherheit geht es auch am Rand des Mutterstadter Waldes, der an den Pommernring grenzt. Das Gebiet jenseits der Straße gehört zu Limburgerhof, der Wald aber zur Mutterstadter Gemeinde. Mit den aufeinanderfolgenden trockenen Jahren seien hier viele Bäume eingegangen. Weil der Wald bis an den Straßenrand reichte, bestand Gefahr durch umfallende Bäume und Astbruch. Insbesondere Kiefern und Robinien waren oft krank oder schon tot.

Förster Spang ließ die Bäume fällen und wollte den Waldrand einige Meter zurück verlegen. Von den Bäumen zur Straße hin sollte das Gelände gemulcht werden. Ein Mulcher im Forstbetrieb kann man sich wie einen großen Vertikutierer vorstellen, der die oberste Bodenschicht harkt und aus allem, was herumliegt, buchstäblich Kleinholz macht, das nach unten in den Boden gearbeitet wird.

Winterschläfer schützen

Bedenken dagegen meldete die Biologin Ulla Herbold-Weiß an. Sie berät die Kreisgruppe des Bunds für Umwelt und Naturschutz. Sie befürchtete, dass Kleinsäuger im Winterschlaf den rotierenden Messern des Mulchers zum Opfer fallen könnten. In gemeinsamen Gesprächen mit Gemeinde und Förster gab es eine Lösung: „Wir haben uns darauf geeinigt, nur einen Streifen von der Breite des Mulchers zu bearbeiten und nicht mehr“, erklärt Herbold-Weiß auf Nachfrage. Zudem ging Förster Spang mit einer Wärmebildkamera vor dem Mulcher her, zusammen mit der Biologin. Gesehen haben die beiden keine Tiere auf dem Wärmebild. „Allerdings geht die Körpertemperatur im Winterschlaf auch so weit runter, dass die Differenz zur Umgebung recht klein ist und womöglich nicht auffällt“, meint Herbold-Weiß. Förster und Biologin berichten aber übereinstimmend, vor und nach dem Mulchen keine Tiere gefunden zu haben. Zum Zeitpunkt der Aktion sagt Spang, dass im späten Frühjahr oder Sommer die Schäden wesentlich größer wären.

Spang ließ auch einige Hecken und Sträucher stehen, die im Winter für Vögel und andere Tiere wichtig sind. Der Baumbestand soll künftig weiter als bisher von der Straße entfernt bleiben. Dazu tragen auch neue Sträucher bei, die der Förster gepflanzt hat und langsam wachsende Bäume. Zusammen sind es 120 Setzlinge, die den neuen Waldrand bilden. Die brauchen Unterstützung: Gegen Wildverbiss sind die Bäume geschützt, bleibt es trocken wäre es schön, wenn vielleicht auch Bürger mal mit ein paar Eimern Wasser helfen. Patenschaften sind möglich. Wer einen Baum oder eine Hecke mitbetreuen will, kann sich dazu beim Förster melden und zwar über folgende E-Mail: georg.Spang@wald-rlp.de

Förster Georg Spang am Bahndamm in Schifferstadt. Statt Robinien sollen hier bald Rosen blühen.
Förster Georg Spang am Bahndamm in Schifferstadt. Statt Robinien sollen hier bald Rosen blühen.
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