Rhein-Pfalz Kreis „Am Ende sind zwei Leute glücklich“

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Bobenheim-Roxheim. Wer ein günstiges Rad sucht, könnte am Samstag, 8. April, in Bobenheim-Roxheim fündig werden: auf dem Fahrradmarkt des Radfahrervereins All-Heil. Dort kann man auch sein Rad codieren lassen, damit es gegen Diebstähle besser geschützt ist.

Schon zum achten Mal laden Sie zu einem Fahrradmarkt ein: Gibt es so viele Räder, die in Bobenheim-Roxheimer Garagen schlummern und einen neuen Besitzer suchen?

Wir können natürlich nicht mit den Radmärkten in Frankenthal und Worms mithalten, aber so 30 oder 35 Räder werden bei uns angeboten. Und gut ein Drittel wird tatsächlich verkauft. Meistens kommen etwa 50 bis 60 Leute. Sie schauen, gehen wieder, manche verhandeln hart. Und das macht am Ende zwei Leute glücklich: Einen, der kauft, und den anderen, der verkauft. Was findet man denn vor allem: eher nostalgische Drahtesel, die ausgemistet werden, oder mehr Kinderräder? Das Angebot ist im mittleren Segment mit vielen guten Rädern, von denen manche sogar nur ein Jahr alt sind. Es kann zum Beispiel sein, dass das Rad von der Oma verkauft wird, das kaum benutzt wurde. Viele Jugendliche wollen ihr altes Mountainbike abstoßen und sich ein besseres suchen, um zur Arbeit zu fahren. Schüler suchen günstige Räder, die sie auch an den Bahnhof stellen können. Oder Flüchtlinge interessieren sich für ein Rad. Nur Elektroräder waren bisher nicht dabei. Für wie viel Euro wechseln die Stücke denn den Besitzer? Das geht bei 30 Euro los bis zu 300 Euro – aber für richtig gute Räder, deren Neupreis beim Doppelten oder Dreifachen lag. Ein Rad verliert eben schnell an Wert. Und jeder versucht, den Preis noch zu drücken. Was haben Sie als Verein von der Aktion? Es ist eher Idealismus, um im Ort etwas anzubieten und den Verein bekannter zu machen. Finanziell lohnen tut sich das für uns nicht. Wir verlangen nur zwei Euro Standgebühr. Sie stellen auch Standräder – neudeutsch: Indoorcycling-Räder – vor und geben Tipps. Auf was muss man achten? Auf einem teureren Gerät fährt man ruhiger und sitzt besser. Es steht fester als die preisgünstigeren vom Baumarkt, wo man nur auf einem dünnen Stahlrohr sitzt. Wir kooperieren eng mit dem ortsansässigen Fahrradgeschäft Thomas Görtz, der beim Fahrradmarkt anwesend ist. Er gibt aber auch im Geschäft gerne Tipps und stellt weitere Räder vor. Wir zeigen außerdem die Räder, die wir im Verein haben, und lassen Filme dazu laufen. Dann kann man also virtuell eine Tour-de-France-Strecke fahren? Das nicht, aber wir haben Videos von einer Tour in Teneriffa am Teide vorbei oder durch Nord- und Südamerika. Im Film werden Vorschläge gemacht, wie man zum Streckenverlauf passend das Rad einstellen kann. Wir wollen damit bekannter machen, dass wir im Winter im Verein Indoorcycling anbieten, immer donnerstags 20 bis 21 Uhr von Ende Oktober bis März. Steigen Sie im Winter nur zähneknirschend aufs Standrad um oder hat das seinen Charme? Och, das ist gut gegen den Winterspeck, und man kann mit Kollegen erzählen. Hauptsache, man bewegt sich ein bisschen. Manchmal würde man die Couch vorziehen, aber wenn man im Verein ist, geht man auch hin. Termin Fahrradmarkt am Samstag, 8. April, 10 bis 13 Uhr auf dem Vereinsgelände des Radfahrervereins, Viehweg 2, Bobenheim-Roxheim. Gegen eine Gebühr von zwei Euro kann man sein Rad zum Verkauf anbieten. Der Verein gibt Hilfestellung bei der Wertschätzung. Außerdem: Infos um Radtouristik bei Jürgen Fuchs, Codieraktion für 10 Euro, Vorführung der Indoorcycling-Räder. | Interview: Antje Landmann

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