Altrip
Altriperin bei Wahl zur Miss Germany: Nicht gesiegt, aber „unheimlich Spaß“ gehabt
Am Ende hatte die Miss Schleswig-Holstein Leonie von Hase bei der Miss-Germany-Wahl am Samstagabend im Europapark Rust die Nase vorn. Die 35-jährige Miss aus dem hohen Norden setzte sich gegen 15 Kandidatinnen durch und darf sich nun neben dem begehrten Titel über ein Auto für ihr Amtsjahr, Sachpreise, Reisen sowie diverse PR-Termine im In- und Ausland freuen.
Stark war jedoch auch der Auftritt der Miss Rheinland-Pfalz, Dajana Krüger. Die 30-Jährige aus Altrip schaffte es zwar nicht ganz aufs Siegertreppchen, kam aber immerhin unter die letzten Zwölf beim Finale. Insgesamt war die Film-Studentin und Flugbegleiterin bei der Lufthansa mit dem Verlauf der Veranstaltung keineswegs unzufrieden. „Es hat unheimlich viel Spaß gemacht. Klar bin ich ein wenig enttäuscht. Aber man muss es nehmen, wie es kommt. Ich habe es echt jeder gegönnt“, sagte die Altriperin, deren Mutter aus Peru stammt.
Neues und zeitgemäßeres Konzept
Zuvor hatte sie sich in Abendgarderobe, beim Interview, bei der Choreographie und der Video-Vorstellung dem Publikum und der Jury präsentiert. Bei der jüngsten Ausgabe des traditionsreichen Schönheitswettbewerbs wurde im Übrigen auf Bikini-Runde oder Auftritt im Badeanzug gänzlich verzichtet. „Wir möchten die Persönlichkeit der einzelnen Teilnehmerinnen stärker in den Fokus rücken und die Veranstaltung zeitgemäßer gestalten“, betonte Max Klemmer von der Miss Germany Corporation.
Abgesagt wurden auch die zahlreichen Vorwahlen zur jeweiligen Landes-Miss, die oft in Großraum-Diskotheken irgendwo in der Provinz über die Bühne gingen. Stattdessen setzte die Miss Germany Corporation auf ein Online-Voting, bei der sich die Teilnehmerinnen per Video präsentierten. Zu dem neuen Slogan „Empowering authentic women“ – glaubwürdige Frauen stärken – passte auch, dass einstige Dauergäste in der Jury, wie beispielsweise Ex-Politiker Wolfgang Bosbach, der frühere Fußball-Manager Reiner Calmund oder Schönheitschirurg Werner Mang der Vergangenheit angehören. Ersetzt wurde die Altherren-Riege durch eine reine Frauen-Jury: unter anderem RTL-Moderatorin Frauke Ludowig, Karatekämpferin Anna Lewandowska und die frühere CSU-Politikerin Dagmar Wöhrl sowie ein zugeschaltetes Online-Voting entschieden über Sieg und Niederlage.
Intensive Vorbereitung für Kandidatinnen
Vor dem Finale im Europapark wurden die 16 jungen Frauen in einem „Personality Camp“ in Ägypten, das einst „Beauty Camp“ genannt wurde, auf den Wettbewerb, der bereits seit 1927 existiert, intensiv vorbereitet. Laufen, Posen, Knigge-Kurs, Shootings, Make-Up, Social Media Workshop, Yoga, Pressetraining oder Choreographie standen auf dem Programm. „Wir hatten unheimlich viele Workshops – Gestik, Mimik und vieles mehr. Ich habe viel über mich selbst erfahren und hatte Zeit über mich nachzudenken. Das hat mir einiges gebracht“, betonte Dajana Krüger, die in ihrer Freizeit gerne Rad fährt (und auf ein Auto verzichtet), sich für Pflanzen interessiert, als Kunstfotografin Fotos sowie Filme auf ihren Reisen macht und generell gerne neue Kulturen und Orte entdeckt, wie sie der Jury und dem Saal-Publikum bei der Videovorstellung verriet.
Sogar Tante aus Peru reist an
43 Länder hat die dunkelhaarige Schönheit bereits bereist. „Jetzt mit Ägypten sind es 44“, wie sie schmunzelnd anmerkte. Und die Kamera ist immer im Reisegepäck. Schließlich studiert sie nicht umsonst im Masterstudiengang „Zeitbasierte Medien“ an der Universität Mainz. Auch mit dem verstärkten Fokus auf Persönlichkeit statt weiblichen Kurven zeigte sich die Pfälzerin überaus einverstanden. „Das neue Konzept finde ich sehr gut und inspirierend“, meinte sie beim Schminken im Backstage-Bereich vor der Show. Begleitet wurde sie von ihrer Familie, selbst die Tante aus Peru, die sie seit zwei Jahren nicht mehr gesehen hatte, war zur Miss-Germany-Wahl angereist.
Im Vorfeld der Wahl hatten sich rund 7500 Frauen im Alter von 18 bis 35 Jahren in der gesamten Republik Hoffnung auf die Krone gemacht. Im Vergleich zu den früheren Wettbewerben war der Altersdurchschnitt beim „Personality-Fokus“ etwas höher als sonst. Nachdem der erste Stress nach dem Grande Finale abgefallen war, war erst einmal Party angesagt. Und im Party-Trubel der Nacht und im Blitzlichtgewitter der Fotografen auf dem Dancefloor war ohnehin egal, wer es ganz nach oben auf den Thron geschafft hat.