Rhein-Pfalz Kreis „Als hätten es Profis gebaut“

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Mutterstadt. Eine ungewöhnliche Spende haben ein paar unansehnliche Ecken im Schulhof der Integrierten Gesamtschule (IGS) Mutterstadt in grüne Oasen verwandelt. Der Abbruch-Unternehmer Duro Pree aus Limburgerhof schenkte der Schule einst rund 60 Tonnen Sandsteine. Gestern hatten die Schüler den Spender eingeladen, um ihm ihre Werke zu zeigen und sich bei ihm zu bedanken.

Als Gert Bühler beim Abbruch-Unternehmen von Duro Pree vorbeischaute, wollte er ursprünglich nur fragen, ob er einige der im Hof lagernden Sandsteine für die Schule kaufen könne. Dem Fachlehrer für Kunsthandwerk an der IGS waren die Steine aufgefallen, als er sich privat nach Baumaterial umgesehen hatte. „Die müssen Sie nicht kaufen“, lautete die spontane Antwort des Geschäftsmannes. Wie viele Steine er dann tatsächlich geschenkt bekam, hat den Pädagogen allerdings überrascht. „Direkt am nächsten Tag kamen zwei Lkw-Ladungen hier an“, erinnert er sich. Die erste Lieferung wurde bereits im Jahr 2013 verbaut – für ein Hochbeet mit Sitzbänken, in dem heute Apfel- und Kirschbäume stehen und bereits Früchte tragen. Und noch weitere Lastwagen steuerten die Schule seither an, so dass auch im vergangenen Jahr und in diesem Sommer weitere Ecken des Schulhofs von den Schülern aus dem Wahlpflichtfach Kunsthandwerk gestaltet werden konnten. Geschätzte 50 bis 60 Tonnen Sandsteine haben Duro Pree und sein Bruder Zeljko der IGS inzwischen gespendet. Da war es einmal an der Zeit, Danke zu sagen, befand die Schule. Zur Präsentation der neugestalteten Beete und Sitzgelegenheiten lud die IGS den Geschäftsführer ein. Der kam gerne, zumal er selbst einst die Schule besucht hat. „Ich bin 1980 abgegangen“, erzählt der 51-Jährige. Und er sei der Schule immer noch verbunden. Auch die Kinder seines Bruders seien dort gewesen, ebenso ist seine Tochter Schülerin in der IGS. Die großen Mengen an Sandsteinen stammen aus einem Haus, das Pree in Edenkoben abgerissen hat. „Ich mag die Steine selber gern, deswegen kamen sie alle auf meinen Hof.“ Sich davon für die Schüler zu trennen, war für ihn jedoch kein Problem. „Ich hab’s gern gemacht“, sagt Pree, der selbst in Mutterstadt wohnt. Unterstützung gab es aber auch von der Schulleitung, die Mittel für den benötigten Spezial-Mörtel und hin und wieder auch Verpflegung zur Verfügung gestellt hat. Die von den Schülern gemauerten Hochbeete und Sitzecken verschönern nun jene Stellen des Schulhofes, wo vorher nur Erde war. Bei Regen tropfte dort früher das Wasser von den Überdachungen und verwandelte den Boden in eine Matschlandschaft. „Da sind die Kinder dann durchgerannt und haben den Dreck in die Schule getragen“, sagt Gert Bühler. Das erste Beet ist vor dem Teamraum entstanden, aus dem er nun ins Grüne schauen kann. „Jetzt sieht es von drinnen aus wie im Urlaub“, freut sich der Lehrer. Auch die Schüler sind begeistert. „Es sieht alles viel schöner aus als vorher“, meint die zehnjährige Annika aus der 5b, die den Schulhof durch ihren Bruder noch von früher kennt. Klassenkameradin Lenja findet, die Gestaltung gibt dem Schulhof „mehr Pep“. Und mit ihren Freundinnen Sina, Mia, Isabel, Melina und Elsa sind sich die beiden einig: Das sehe aus, „als hätten es Profis gebaut“. Schon jetzt freuen sie sich, wenn sie auch das Fach Kunsthandwerk wählen können, das in der neunten und zehnten Klasse auf dem Stundenplan steht.Die jungen Baumeister selbst konnten bei der Präsentation nicht dabei sein. Viele sind nicht mehr an der Schule, andere mussten an diesem Morgen eine Arbeit schreiben. Stellvertretend überreichten Ulrike Fußer von der Schulleitung und Gert Bühler dem Spender ein Geschenk. Und zu Ehren des Spenders wurden Plaketten an den Hochbeeten angebracht.

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