Römerberg Adventskalender: Helfen im Ort und in der Ferne
Ehrenamtlich engagiert ist Andreas Ruhnke schon lange – sei es in seinem Sportverein, dem FV Berghausen, oder als ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht. So richtig Fahrt aufgenommen hat sein Einsatz aber 2020, als die Coronapandemie das Land auf den Kopf stellte. „Ich habe mir Gedanken gemacht, wie man den Leuten in Römerberg helfen kann“, erinnert sich der 55-Jährige. Kurzerhand nutzte Ruhnke sein Netzwerk beim FV Berghausen und rief die Aktion „FVB hilft“ ins Leben. Ging es am Anfang noch um akute Nöte im Zusammenhang mit der Pandemie wie das Nähen von Masken oder das Beschaffen von Desinfektionsmitteln hat sich das Spektrum der Aktion bald erweitert. Egal ob Hilfe beim Einkaufen, Besuche beim Arzt, Behördengänge, Möbeltransporte oder Fahrradreparaturen – wenn Menschen Hilfe brauchten, waren Andreas Ruhnke und seine rund 100 Helfer zur Stelle. „Wir haben sogar schon mal Fußnägel geschnitten“, erzählt der Initiator.
Als die Pandemie vorüber war, entschieden sich der Römerberger und seine Mitstreiter schnell, die Hilfsaktion fortzuführen. „Wir haben schon recht früh gesagt, dass wir weitermachen wollen“, sagt Ruhnke. Der Grundgedanke blieb der gleiche: den Mitbürgern im eigenen Ort zu helfen, wann immer es nötig ist. Aus der Nachbarschaftshilfe ist mittlerweile eine eigene Abteilung im rund 600 Mitglieder zählenden Verein geworden. Vor zwei Jahren hat der FVB für das Projekt den Ehrenamtspreis des Rhein-Pfalz-Kreises bekommen. Knapp 600 Hilfsaktionen seien mittlerweile organisiert worden, berichtet Ruhnke. „Ich habe ein großes Netzwerk und die Möglichkeit – mit einem gewissen Aufwand – viel zu erreichen“, sagt er.
Die Hilfsbereitschaft des Römerbergers endet nicht an den Ortsgrenzen. „Ich suche mir immer neue Aktionen, damit es nicht langweilig wird“, sagt er. Erst vor wenigen Wochen rief er zu Spenden für Kinder in einem Waisenhaus in der Ukraine auf. Aber Ruhnke wäre nicht Ruhnke, wenn er einfach Geld und Sachspenden an eine Hilfsorganisation weitergeben würde. Stattdessen setzte sich der 55-Jährige selbst ans Lenkrad eines Transporters und fuhr mit einer Mitstreiterin die rund 3000 Kilometer hin und zurück. Die Rückmeldung von möglichen Spendern sei gewesen „Wenn du da hinfährst, dann kommt es auch an“, erklärt Ruhnke, warum er die Strapazen auf sich nahm. Nicht nur körperlich, auch emotional sei die Reise anstrengend gewesen. Aber die Reaktionen der Kinder, die er erleben durfte, sind für den Römerberger einer der Gründe, warum er sich auch in Zukunft für andere einsetzen will – selbst wenn gerade kein neues Projekt in seinem Kopf herumschwirrt. „Ich bin der Meinung, wenn jeder ein bisschen was macht, dann hätten wir es alle etwas einfacher“, findet er.
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