Rhein-Pfalz Kreis Ach du buntes Ei

91-95259722.jpg

Fussgönheim. Ein großer Osterhase an der Hauptstraße diente als Wegweiser. Doch die Schlossscheune in Fußgönheim hätten die meisten Besucher am Wochenende wohl auch ohne ihn gefunden. Seit Jahrzehnten ist der Österliche Kunsthandwerkermarkt des Heimat- und Kulturkreises ein Publikumsmagnet. So herrschte auch dieses Mal wieder Hochbetrieb an den Ständen der 27 Aussteller. Am kommenden Wochenende öffnet der Markt mit neuen Ausstellern.

Ein ganzes Märchen in einer Streichholzschachtel? Am Stand von Michael Dengel gab es gleich eine ganze Reihe von Geschichten, deren Charaktere er als Miniatur-Zinnfiguren in die nur wenige Quadratzentimeter große Kulisse gesetzt hat. Quasi ein Theater für die Hosentasche. Aber auch jede Menge österlicher Schmuckanhänger und Figuren hatte der Kunsthandwerker aus Frankfurt mit nach Fußgönheim gebracht. Er war schon oft in Fußgönheim zu Gast, wie oft, kann er nicht mehr zählen. „Es ist einfach schön hier und die Aussteller sind nett“, sagte er. Seine Figuren gießt Dengel in Schieferformen, bevor er sie in stundenlanger Handarbeit bis ins kleinste Detail bemalt. „Den Stundenlohn dürfen Sie gar nicht rechnen“, winkte er ab. Die Figuren seien sein Hobby – eines der verbindenden Elemente der ansonsten so unterschiedlichen Anbieter. Den ausgestellten Stücken sah man an, dass sie mit Liebe hergestellt wurden. Und mit viel Geduld. So wie etwa die sehr speziellen Eier am Stand von Heinz Schader aus Biblis. Über den aufgeschnittenen Eiern in verschiedenen Größen hatte der Glaskünstler zarte Gebilde aus gelötetem Draht aufgebracht, etwa eine bewegliche Spinne in ihrem Netz. „Auf so eine Idee muss man erst einmal kommen“, bemerkte eine Frau und bewunderte ausgiebig die Exponate. An Vielfalt ließ der Markt nichts zu wünschen übrig. Der Organisatorin Marie Luise Bingemann ist ein ausgewogenes und qualitativ hochwertiges Angebot wichtig. „Die Mischung stimmt“, freute sie sich. Immer wieder sind auch neue Gesichter mit dabei, in diesem Jahr gehörte etwa Ute Faldermann-Weiß aus Mühltal mit ihren gefilzten Tierfiguren dazu. Ihren Abschied vom Fußgönheimer Ostermarkt verkündete dagegen Dorothea Scholze-Sotcina. In ihrer Tracht der Katholiken aus der Oberlausitz präsentierte die Bautzenerin ein letztes Mal ihre sorbischen Eier. „Ich bin sehr gerne hier, aber die Anfahrt wird uns einfach zu weit“, erklärte die Kunsthandwerkerin, die mit einer Wachs-Batik-Technik Ornamente auf die ausgeblasenen Eier aufträgt. Sie schätze am Fußgönheimer Markt, dass er ein sehr interessiertes und auch kauffreudiges Publikum anlocke. Nach einem gut besuchten Auftakt am Samstag, waren viele vom Ansturm am Sonntag überwältigt. „Heute ist die Hölle los“, bemerkte Bingemann am Nachmittag. Doch einige Aussteller bemerkten, dass die Sammler weniger geworden seien. So wurden viele besonders gelungene Kunstwerke zwar ausgiebig bestaunt, aber nicht alle fanden einen Käufer. Umgekehrt dürfte aber jeder Kaufwillige ein Osterei nach seinem Geschmack gefunden haben. Ob aus kunstvoll geblasenem, buntem Glas oder geschliffenem Holz, mit Stoff überzogen oder mit feiner nach Occhi-Technik hergestellter Spitze verziert – im rustikalen Ambiente der Scheune wurden zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten präsentiert. Und nicht nur Eier gab es, ergänzt wurde das Angebot durch Schmuck, Genähtes, Keramik und Strickarbeiten. Auch am kommenden Wochenende können Besucher wieder bei 27 Ausstellern stöbern. Bis auf wenige Ausnahmen werden dann völlig neue Kunsthandwerker ihre Werke zeigen. Auch die Sonderausstellung „Neue Ufer“ sowie die Museen sind geöffnet. Noch Fragen? Der Österliche Kunsthandwerkermarkt in der Schlossscheune Fußgönheim, Hauptstraße 64 a, ist am Samstag, 11. März, von 10 bis 18 Uhr, sowie am Sonntag, 12. März, von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

91-95259724.jpg
x