Dannstadt-Schauernheim 50 Jahre Freundschaft an der Tischtennisplatte
Ob ohne Norbert Magin in Dannstadt-Schauernheim Tischtennis gespielt worden wäre? Eine akademische Frage. Denn Magin zog Anfang der 1970er-Jahre von Mutterstadt nach Dannstadt – und brachte den Tischtennissport mit. In der Folge entstand bei der TV Dannstadt eine Tischtennisabteilung. Aus dieser heraus gründeten am 21. September 1973 zehn Männern den Verein der Tischtennisfreunde. Dieser Name ist gewählt worden, weil im Verein außer auf den Sport auch Wert auf freundschaftliche Verbundenheit gelegt wurde. Gespielt wurde anfangs in der Gymnastikhalle der Kurpfalzhalle und dann in der Sporthalle der Schule, wo auch heute noch die TTF-Spieler an den Platten stehen. Fahrradtouren, Skatturniere und Angebote für die Vereinsjugend beleben immer wieder den Gedanken der Gründerväter zum freundschaftlichen Miteinander. Knapp 160 Aktive hat der Verein derzeit, davon knapp 50 Jugendliche.
Auch heute noch ist der Name Magin im Verein an vorderster Front präsent. Matthias Magin ist aktuell Vorsitzender der TTF. „Wir profitieren hier von der vorhandenen Infrastruktur“, lobt er die Trainingsmöglichkeiten des Vereins.
In seiner ersten Saison nahm der Verein mit sieben Teams an den diversen Meisterschaften im Rahmen des Pfälzer Tischtennisverbands (PTTV) teil. In den folgenden zehn Jahren feierte man etliche Meisterschaften und Aufstiege. Mitte der 1980er-Jahre rissen diese Erfolge bedingt durch viele Spielerabgänge ab. Die Tischtennisfreunde wirkten diesem Trend mit einer guten Jugendarbeit entgegen, sodass Anfang der 1990er-Jahre sowohl die Jugend- als auch die Herrenmannschaft wieder erfolgreich waren.
Nach Pandemie weniger Aktive
Mitte der 1990er-Jahre wurde es im sportlichen Bereich erneut ruhiger. Doch nach der Jahrtausendwende nahm das sportliche Geschehen wieder Fahrt auf. Bis 2020 waren die TTF mit einer Damen- und bis zu fünf Herrenmannschaften sowie bis zu drei Jugendmannschaften in den Ligen des PTTV vertreten.
Die Corona-Pandemie stellte auch die TTF vor Herausforderungen. Nach Abbruch der Saison 2019/2020 wurden erst 2022 wieder Partien ohne Corona-Auflagen gespielt. Allerdings hatten sich viele langjährige Akteure zurückgezogen. Als Folge hat sich das Mannschaftsbild des Vereins etwas ausgedünnt. Drei Herrenteams in der Bezirks- und Kreisliga und zwei Jugendmannschaften in Bezirksliga und Bezirksklasse sind noch am Start. „In der Mannschaft zu spielen, bedeutet einen zeitlichen Aufwand“, sagt Matthias Magin. Er stand selbst viele Jahre lang für die TTF an der Platte.
Doch die TTF Dannstadt-Schauernheim bieten mehr als die aktiven Mannschaften. So gibt es auch zwei Gruppen im Verein, die den Sport aus Freude am Spiel betreiben. 2010 wurde die Hobbygruppe gegründet, die sich jeden Dienstagabend trifft. „Diese Gruppe boomt. Da kommen viele, die sonst privat gespielt haben, und nutzen die Möglichkeit, hier richtig zu spielen und sich auch mal etwas zeigen zu lassen“, berichtet Matthias Magin erfreut.
Gelebte Inklusion
2013 nahm die Inklusionsgruppe ihren Betrieb auf. „Benjamin Höll wollte an den deutschen Meisterschaften im Behindertensport teilnehmen. Da sind wir in den Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband Rheinland-Pfalz eingetreten“, erzählt der Vorsitzende. Dabei entstand die Idee, eine Trainingsgruppe für Menschen mit Beeinträchtigung einzurichten. Dank einer guten Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe etablierte sich das Angebot schnell. Bald wurde daraus eine gemischte Gruppe, in der Inklusion gelebt wird. Jeden Mittwoch trainieren zehn bis zwölf Mitglieder und sind auch in das gesellschaftliche Vereinsleben mit eingebunden.
Und in den nächsten 50 Jahren? Matthias Magin kann sich viele Richtungen vorstellen, in die der Verein aktiv wird: Geht es weiter im Mannschaftssport? Oder geht der Fokus eher in Richtung Einzelspieler? Großes Thema ist auch der Gesundheitssport, da Tischtennis gut für Parkinson- und Demenzkranke sei. „Wir sind offen für alles.“