Pirmasens
Wochenendkolumne: Wahlkampf, Höfelsgasse und eine anfrage an die Verwaltung
Wahlkampf: Kein Naturgesetz
Die vergangenen Tage stehen eigentlich im Zeichen des angelaufenen Bundestagswahlkampfs, den der Wähler in diesem Jahr offenbar einzig anhand der Plakatierung erkennen kann. Die Kandidaten sind erstaunlich schweigsam, wenn es um Themen geht, die der Region auf den Nägeln brennen wie beispielsweise die Meldung, wonach auf der Husterhöhe das US-Militär doch keinen Quadratmeter Fläche freigeben will und einfach weiterhin alles belegt. Das hätte in früheren Jahren für ganz andere Diskussionen gesorgt. Da waren die Grünen noch friedensbewegt und forderten Konversion statt Militär. Frank Eschrich von der Linken hätte sicher täglich eine Stellungnahme verschickt und selbst Christdemokraten befürworteten dereinst den Abzug des Militärs, um Platz für die Wirtschaft zu machen. Es ist schließlich kein Naturgesetz, dass sich das Militär einfach die Sahneschnitten unter den Gewerbeflächen nimmt ohne Rücksicht auf die Belange der Region. Das beruht auf Verträgen und Gesetzen, die in Berlin geändert werden können von genau den Leuten, die jetzt um Wählerstimmen für die Wahl in den Bundestag buhlen. Und was ist von diesen in dieser Woche dazu zu hören: Nichts. Keine Zeile. Und das im Wahlkampf. Was ist von den Damen und Herren nach der Wahl zu erwarten, wenn sie sich nicht mal im Wahlkampf positionieren und Forderungen stellen?
Höfelsgasse: Warum kein See?
Viel Platz gibt es derzeit entlang der Höfelsgasse. Auf der einen Seite wird er hoffentlich nur vorübergehend mit parkenden Autos gefüllt. Die Fläche der Kaufhalle ist gähnend leer, wird das vielleicht noch länger bleiben und lässt Spielraum für Ideen. So eine große Freifläche mitten in der Stadt könnte doch ganz anders als für Einzelhandel, noch ein Café oder gar betreutes Wohnen genutzt werden. Etwas, das Pirmasens wirklich fehlt, könnte endlich realisiert werden: ein See. Von der Schlossstraße bis zur Dankelsbachstraße könnte sich der „Pirmasenser See 2.0“ erstrecken. Mit einem Ruderbootverleih, Hundestrand, See-Restaurant im früheren Drebbelbrinnche und Strandpromenade entlang der früheren Höfelsgasse. Pirmasens hätte ein Alleinstellungsmerkmal mit dem See mitten in der Stadt und wenn es technisch geschickt gelöst würde, könnte das Gewässer gleich noch als Starkregenpuffer dienen. Aber vor allem hätte Pirmasens endlich wieder seinen See, wie dereinst als die Pirmasenser zur romantischen Ruderbootpartie auf dem Pirmasenser See im Winzler Viertel aufgebrochen sind. Dort, wo jetzt das PS-Patio-Projekt mit dem Grundwasser zu kämpfen hat, das einst den See speiste, der vor vielen Jahren einfach verschwand.
Anfrage an die Stadt
Wann wird eigentlich der Kletterfelsen in der Schäferstraße freigegeben? Die Stadtverwaltung arbeitete seit einer Woche an einer RHEINPFALZ-Anfrage dazu. Zur Abwechslung sind hier nicht der Brandschutz, Gleichstellungsfragen oder gar der Corona-Schutz für die Verzögerung verantwortlich. Das geologische Landesamt musste konsultiert werden. Einfach so einen Felsen freischneiden und losklettern geht heutzutage nicht mehr. Bis die Verwaltung die behördlichen Hürden genommen hat, bleibt den Klettersportlern immer noch die frei zugängliche Felsenlandschaft im Umland, wo es zum Glück immer noch ganz ohne Vorschriften und Bürokratie einfach so funktioniert.