Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Wochenendkolumne: Von Widerstand und anderen Heimlichkeiten

spaß

Unsere Kolumne „Von Woche zu Woche“ widmet sich diesmal dem „Roten Stoßtrupp“, einem Detektiv und der Corona-Notbremse.

Die Berichterstattung in der RHEINPFALZ über die Widerstandsgruppe „Roter Stoßtrupp“, die 1933 in Winzeln von der Gestapo zerschlagen wurde, hat selbst ältere SPD-Genossen in Winzeln überrascht. Davon war bisher in der Dimension nichts bekannt. Es bedurfte erst der Doktorarbeit eines Berliner Politikwissenschaftlers, bis Details ans Licht kamen. Hier hatten unerschrockene Männer und Frauen sofort nach der Machtergreifung der Nazis Widerstand geleistet und versucht, das Meinungsmonopol der NS-Presse aufzubrechen.

Das war eine Leistung und ein Wagnis, das auf keinen Fall wieder in Vergessenheit geraten darf. Hier handelten nicht irgendwelche fern in Berlin oder München lebende Menschen, sondern Pirmasenser, wie sie damals in den Fabriken und auf den Straßen der ganzen Stadt zu finden waren.

Eine Gedenktafel, wie sie anderen Opfern des Nationalsozialismus gebührt, wäre auch für die Männer und Frauen des „Roten Stoßtrupps“ angemessen. Der passende Ort bietet sich mit der Wasserturmstraße in Winzeln geradezu an. Ein weiterer Ort wäre die Rodalber Straße, wo ebenfalls Mitglieder der Winzler Widerstandsgruppe wohnten.

Vertraute Kontrolle

Es gibt Geschichten, die werden nie in der Zeitung stehen. Die über einen Pirmasenser Detektiv beispielsweise. Gerne hätten wir ihn und seine Arbeit vorgestellt, aber das möchte er nicht. Das ist in Ordnung, vielleicht auch irgendwie verständlich, aber natürlich schade. Gerne hätten wir gewusst: Hat er ein schwarz-weißes Büro in einem schmuddeligen Hinterhaus? Sitzt er stundenlang unauffällig in seinem Auto herum und wartet, ob jemand aus einem Haus kommt, und schläft er dabei manchmal ein? Wir werden’s nicht erfahren.

Ein bisschen was aus seinem Arbeitsalltag hat er dann aber doch verraten. Dass jemand Zweifel hat, ob der Partner oder die Partnerin treu ist, das macht einen Großteil seiner Arbeit aus. Der Verdacht ist oft begründet, sagt er - bei Frauen ebenso häufig wie bei Männern.

Stadtrat: Na, geht doch

Ja, der Stadtrat hat getagt. Ja, an dieser Stelle steht nun wieder, wie lange es ging. Kurz ging’s! Binnen zwei Stunden war der öffentliche Teil der Sitzung beendet, dank straffer Sitzungsführung und dem Appell von Oberbürgermeister Markus Zwick, die Redner mögen sich kurz fassen. Das haben sie, und es hat der Veranstaltung nicht geschadet.

Corona-Notbremse: Kurz vor knapp

Die Betroffenen wissen es schon, aber es sei noch mal geschrieben: Schüler, Eltern und Lehrer müssen derzeit sehr duldsam sein. Seit Tagen regt sich Deutschland über den willkürlich festgelegten Inzidenzwert von 165 auf, ab dem Schulen und Kitas in den betroffenen Regionen schließen müssen. Seit Tagen hat Pirmasens diesen Wert überschritten, doch Schulen und Kitas waren bislang noch geöffnet. Seit Tagen stand also die Frage im Raum: Was passiert, wenn das mit den 165 jetzt gesetzlich festgeschrieben wird? Die Haltung der Stadt: Och, wir warten mal, bis es wirklich so weit ist, vielleicht kommen wir ja doch noch dran vorbei. Erst am Freitagmittag, 12.51 Uhr, gab die Stadt offiziell bekannt: Schulen und Kitas sind ab Montag dicht, Fernunterricht und Notbetreuung angesagt. Was die Eltern dazu sagen? „Danke, Ihnen auch ein schönes Wochenende!“ wohl eher nicht.

Irgendwo in Pirmasens

Die jungen Leute, wer weiß das nicht, die sitzen ja nur noch vorm Computer. Die gehen ja gar nicht mehr raus. Die haben ja gar keine echten Freunde mehr. Hört man öfter, stimmt aber nicht. Es gibt einen Ort in der Innenstadt − er sei hier, Gruß ans Ordnungsamt, nicht näher beschrieben −, der übt eine eigentümliche Faszination auf Heranwachsende aus. Eigentlich ist es ein dröger Ort, grau und langweilig. Doch in dieser ungewöhnlichen Umgebung wird Ball gespielt, da werden Kunststücke mit dem Fahrrad geprobt, da finden sogar richtige Fotoshootings (mit Beleuchtung und allem!) statt. Ein Schauplatz für Sport, Spaß und Kunst an einer Stelle, an der man das gar nicht erwartet hätte. Faszinierend.

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