Pirmasens
Was den Porsche Club Westpfalz ausmacht [mit Bildergalerie]
Die Marke: Porsche. Die Modellreihe: 911. Seit 1964 wird der Sportwagen inzwischen schon in der achten Generation produziert und ist das Aushängeschild der Marke. Was für die meisten Sportwagenfans ein lebenslanger Traum bleibt, ist für viele Mitglieder des Porsche Clubs Westpfalz Alltag. „Meine Mutter erzählt oft, mein erstes Wort als Baby war Porsche“, sagt Thomas Carius, Vizepräsident des Clubs, und lacht. Seit sieben Jahren ist er Mitglied im Club. Über Facebook sei er auf die Gemeinschaft aufmerksam geworden. Nach einer ersten gemeinsamen Ausfahrt habe er schnell gespürt: „Die Chemie passt.“
Der Porsche Club Westpfalz wurde 2016 gegründet und zählt derzeit 39 Mitglieder. Petra und Herbert Rittmeier gehören zu den Gründungsmitgliedern – sie kümmert sich im Vorstand um die Finanzen, er ist Präsident. Der Club sei damals mit Bekannten entstanden, die ihre Begeisterung für Porsche teilten, erzählt Petra Rittmeier.
Vom 18- bis zum 75-Jährigen seien alle Altersgruppen im Club vertreten. Wichtigste Voraussetzung für die Aufnahme: ein Porsche steht vor der eigenen Haustür. Meistens handelt es sich dabei um einen 911er, sagt Herbert Rittmeier, betont jedoch: „Welches Modell man hat, spielt keine Rolle – Hauptsache ein Porsche.“ Das wertvollste Fahrzeug im Club ist ein 911 GT3 RS, eine straßenzugelassene Hochleistungsvariante des Serien-911ers. Der Marktwert liegt laut Herbert Rittmeier bei rund 350.000 Euro.
Ausfahrten mit besonderen Erlebnissen
Clubmitglieder organisieren mehrfach im Jahr gemeinsame Ausfahrten, erklärt Petra Rittmeier: „Mit der Planung sind immer andere Mitglieder dran – wir wechseln uns da ab.“ Zwischen acht und zwölf Porsche nehmen in der Regel teil. Die Mitglieder tourten bereits in den Alpen, den Dolomiten und auf Sylt. Das Highlight 2025 war eine Fahrt nach Sankt Englmar im Bayerischeren Wald gewesen. Mit dabei: die deutsche Rallye-Legende Walter Röhrl. Um sicherzustellen, dass kein Fahrzeug zurückfällt und Fahrer nicht mit überhöhter Geschwindigkeit wieder aufschließen müssen, bleiben die Teilnehmer während der Fahrten über Funkgeräte in Kontakt: „Wir wollen kein Klischee bedienen und durch Ortschaften rasen“, sagt Nils Dahlhauser, der Vorstand Motorsport des Clubs. Die Reaktionen der Menschen entlang der Strecken seien durchweg positiv, ergänzt Herbert Rittmeier: „Wenn da zehn Porsche hintereinander fahren, schauen die Leute hin – wenn dann noch ein älteres Modell dabei ist, gibt es auch mal einen Daumen hoch.“ Allerdings seien ältere Fahrzeuge wie der Porsche von Petra Rittmeier aus dem Jahr 1981 für längere Touren ungeeignet. „Der wird nur für einen Tagesausflug genommen.“
Ein weiterer Höhepunkt für die Mitglieder war die Clubausfahrt nach Lappland. Dort hatten sie die Möglichkeit, auf einem gefrorenen See zu fahren – auch mal quer. Die Autos, die für dieses Event geliehen waren, waren speziell für die Bedingungen ausgestattet. „Hätte ich gewusst, dass die Eisschicht nur einen halben Meter dick ist, wäre ich da gar nicht drauf gefahren“, berichtet Thomas Carius und schmunzelt. Für dieses Jahr ist bereits eine einwöchige Ausfahrt nach Sardinien geplant, so Petra Rittmeier. Ergänzend zu den Fahrten treffen sich die Mitglieder einmal im Monat zu einem Clubabend.
Club mit familiärem Charakter
Werbung für den Club wird so gut wie keine gemacht, sagt Präsident Rittmeier: „Der Porsche-Fahrer sucht sich in der Regel den Club, nicht andersherum.“ Bedingt durch die geographische Nähe zu den Porsche Clubs in Kaiserslautern, Saarbrücken und Südliche Weinstraße gebe es immer ein bisschen Rivalität. Der Porsche Club Westpfalz sei in Carius’ Augen aber der beste: „Während andere Clubs mitunter über 100 Mitglieder haben, bleibt es bei uns übersichtlich – da sind die Clubabende gemütlicher und die Ausfahrten schöner.“ Über ein paar neue Mitglieder würde die Clubspitze sich aber durchaus trotzdem freuen, ergänzt Petra Rittmeier und verweist auf die Website des Clubs. „Sonst wünschen wir uns viele leere Bergpässe und günstiges Super Plus“, sagt Nils Dahlhauser – denn unter 98 Oktan komme bei einem Porsche nichts in den Tank.