Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Warum sich Frank Eschrich über eine Zeitungsüberschrift ärgert

Eschrich
Eschrich

„Die Linke Pirmasens betrachtet die Überschrift ,Meckern am Modellprojekt’ als tendenziös und dem ernsthaften Thema für völlig unangemessen. Politische Kritik ist keine Meckerei, sondern ein Fundament der Demokratie. Sie können mich gerne politisch kritisieren oder meine Argumente widerlegen, aber ich lasse mich ungern in dieser Form als substanzlosen Schwätzer abqualifizieren.“ Mit diesen Worten reagiert der Linken-Vorsitzende auf unsere Berichterstattung. Eschrich hatte das Projekt „Horeb to go“ kritisiert.

Die erneute Stellungnahme des Kommunalpolitikers hat, vorsichtig ausgedrückt, in der Redaktion für Verwunderung gesorgt. Aber wir lernen ja nie aus. Eschrich nutzt für seine Kritik an dem Modellprojekt selbst Worte wie „Bankrotterklärung der Sozialpolitik“ oder fragt polemisch: „Sollen sich die Schulkinder auf dem Horeb nun für sechs Wochen mal ordentlich satt essen, während die Eltern dabei zusehen? Und wenn die sechs Wochen rum sind: Heißt es dann zurück zu Nudeln mit Tomatensoße und Billig-Toastbrot wie in den vergangenen 15 Jahren?“

Diese Sätze aus Eschrichs Stellungnahme zum Verpflegungsprojekt auf dem Horeb sind also nicht tendenziös? Soll das sachliche Kritik sein? Wer genau, außer Frank Eschrich selbst, kommt bei dieser Überschrift zu dem Schluss, dass der Linken-Politiker ein „substanzloser Schwätzer“ sei? Die RHEINPFALZ jedenfalls wollte das mit der Überschrift nicht erreichen. Wir wollten damit lediglich einen Leseanreiz setzen, damit unsere Leser Lust auf den Text bekommen. Diese Maxime gilt eigentlich bei allen Überschriften, die in sämtlichen Publikationen dieser Welt erscheinen.

An dieser Stelle gelobe ich daher feierlich: Ich werde nie mehr bewusst oder unbewusst den Anschein erwecken, dass der Vorsitzende der Pirmasenser Linken, Frank Eschrich, ein substanzloser Schwätzer ist.

Außerdem verpflichte ich mich dazu, besagten Kommunalpolitiker nicht als dünnhäutig oder gar als beleidigte Leberwurst zu titulieren. Worte wie „verbissen“ verbieten sich selbstverständlich im Zusammenhang mit jeglicher künftigen Berichterstattung über Frank Eschrich.

Zudem sollen mir eher die Finger abfallen, bevor ich mich erdreiste zu schreiben, dass Frank Eschrich mit seinen Stellungnahmen zu allem und jedem das Postfach der Redaktion flutet. Von selbst versteht sich, dass ich künftig geduldig ertrage und nicht an Selbstmitleid zugrunde gehe, wenn ich die ellenlangen Pamphlete, Pardon: Stellungnahmen und Diskussionsbeiträge von Frank Eschrich zur Kenntnis nehmen darf.

Außerdem entschuldige ich mich schon vorab, sollte ich in irgendeinem Thema eine andere Meinung haben als Frank Eschrich. Sollte es passieren, dass er irgendwo in der RHEINPFALZ eine Überschrift findet, die ihn stört, dann tut mir das schon jetzt leid. Ich leiste hiermit höflichst Abbitte bei Herrn Eschrich.

Allen anderen Lesern der RHEINPFALZ wünsche ich viel Spaß bei der täglichen Lektüre ihrer Zeitung und erlaube mir folgenden Hinweis: Nicht nur politische Kritik ist – so wie es Herr Eschrich richtig schreibt – ein Fundament der Demokratie, sondern auch Presse- und Meinungsfreiheit sind Grundpfeiler einer jeglichen Demokratie. Schade, dass das einem langgedienten Politiker noch gesagt werden muss.

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