Pirmasens Linke kritisieren Modellprojekt „Horeb to go“

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Das Modellprojekt „Horeb to go“, bei dem Kinder der Horebschule vollwertige Mahlzeiten erhalten, nimmt die Linke zum Anlass für Kritik. Die Partei schreibt als Reaktion auf unsere Berichterstattung: „Mangelernährung wird seit der Einführung von Hartz IV in Kauf genommen.“

Der Vorsitzende der Linken, Frank Eschrich, sagt: „Dass die in der Regelleistung vorgesehen Sätze für die Ernährung weder für Kinder, noch für Erwachsene ausreichend sind und zu einer eklatanten Mangel- und Fehlernährung führen, ist seit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 bekannt.“ Sowohl die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) als auch das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) aus Dortmund hätten darauf immer wieder hingewiesen. Bekannt sei zudem, dass für eine gesunde und ausgewogene Ernährung der dafür vorgesehene Teil der Regelleistung um mindestens 50 Prozent erhöht werden müsste. Das Bundeslandwirtschaftsministerium habe im August 2020 ein Gutachten des wissenschaftlichen Beirats für nachhaltige Ernährung veröffentlicht. Darin heiße es, „auch in Deutschland gibt es armutsbedingte Mangelernährung und teils auch Hunger sowie eine eingeschränkte soziokulturelle Teilhabe im Bedürfnisfeld Ernährung. Die derzeitige Grundsicherung reicht ohne weitere Unterstützungsressourcen nicht aus, um eine gesundheitsfördernde Ernährung zu realisieren. (…)“

Eschrich bezeichnet Kinderarmut und Mangelernährung durch Hartz IV als einen „seit vielen Jahren bekannten politischen Skandal und nichts weniger als die Bankrotterklärung der deutschen Sozialpolitik“. Der Kommunalpolitiker findet Vorträge über gesunde Ernährung entbehrlich, solange sich Hartz-IV-Familien kein frisches Obst und Gemüse leisten könnten. Das Modellprojekt nennet „Aktionismus“, der keine Lösung, sondern Teil des Problems sei. Eschrich fragt: „Sollen sich die Schulkinder auf dem Horeb nun für sechs Wochen mal ordentlich satt essen, während die Eltern dabei zusehen?“

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