Pirmasens
Tore, Träume, Temperamente: Wenn der Fußball-Kreischef Merkel und Löw ganz nahe ist
Unserem Mitarbeiter Helmut Igel fiel in Sachen Fußball auf, ...
... dass ein Spiel kurz vor dem Abbruch stand.
„Nazi“ – mit diesem Wort soll Schiedsrichter Mario Anderie im C-Klasse-Fußballspiel des PSV Pirmasens am 22. September gegen die SG Donsieders/Clausen beschimpft worden sein. Wer genau den Unparteiischen verbal in die ultrarechte Ecke stellte, war nicht zu ermitteln, nur so viel: Er trug das Trikot des PSV und soll kein Deutscher gewesen sein. Clausens Spielleiter Leo Burkhart bestätigte die Beschimpfung auf Anfrage der RHEINPFALZ und FKC-Trainer Andreas Langner schrieb gar darüber in Clausens „Stadionzeitung“ zum Spiel der ersten FKC-Mannschaft gegen Obersimten. Im Anschluss an die Beleidigung fast zum Halbzeitpfiff habe Anderie die PSV-Verantwortlichen Jörg Henrich und Norbert Weinkauff (Vorsitzender) zu sich gebeten und verdeutlicht, dass er die Partie abbrechen werde, sollte eine weitere Beleidigung folgen. So die Schilderung von Burkhart.
Nach dem Abpfiff – die SG Donsieders/Clausen hatte mit 6:3 gewonnen – soll dann beim Verlassen des Spielfelds ein PSV-Akteur einen jungen Clausener geschlagen haben. „Doch der ließ sich nicht provozieren“, sagte Burkhart und wolle auch keine Anzeige erstatten. Ein weiterer Akteur der SG sei bespuckt worden sein. Von Clausener Seite sei ein Bericht der Vorfälle an Klassenleiter Marco Kochert geschickt worden. Kochert bestätigte den Eingang dieses Schreibens.
Noch eine Anmerkung: Der PSV rangiert abgeschlagen auf dem letzten Platz der Fairplay-Wertung in der C-Klasse Ost.
... dass Edgar Wallitt beim Bundestag war.
Was haben Fritz Keller und Edgar Wallitt gemeinsam? Nun, beide stehen einer Fußballorganisation vor. Der Freiburger Keller ist neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bunds, und der Kröppener Wallitt genießt seine letzten Monate als Vorsitzender des Fußballkreises Pirmasens/Zweibrücken. Vorigen Freitag sind sich die beiden Fußballoberen beim DFB-Bundestag in Frankfurt begegnet.
„Er war kurz an unserem Tisch und hat mit uns geredet. Er kam sehr sympathisch rüber“, erzählte Wallitt von seiner letzten „großen“ Reise als Funktionär. Im April wird der Bezirksschornsteinfegermeister nach acht Jahren sein Amt als Fußball-Kreischef aufgeben. Wallitt war ganz dicht dabei („keine 20 Schritte“), als der DFB unter Mithilfe von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundestrainer Joachim Löw den Grundstein für das Mammutprojekt DFB-Akademie legte. „Das war schon noch einmal interessant“, befand der 60-Jährige.
... dass Stefan Bekos auch Ecken verwandelt.
„Das wird heute unsere erste Saisonniederlage werden“, dachte Jürgen Käfer, der Vorsitzende der SG Thaleischweiler-Fröschen, nach eigenen Worten am Sonntag, als in der 60. Minute der B-Klasse-Partie gegen den SV Bottenbach gerade Christoph Weller das 0:3 erzielt hatte. Doch als nur zwei Minuten später der ehemalige Oberligastürmer in Diensten des SC Hauenstein, Ronny Schäfer, das 1:3 markierte, schöpfte zumindest SGT-Spielertrainer Kevin Leiner Hoffnung. „Das könnte noch was werden“, habe er gedacht.
Und dass es was wurde, haben Leiner und die SGT Stefan Bekos zu verdanken. Der in einem Krankenhaus arbeitende Stürmer verwandelte zwei Elfmeter und schoss auch einen Eckball direkt ins Bottenbacher Tor. Seine drei Treffer brachten Thaleischweiler noch einen 4:3-Sieg und sogar die Tabellenführung. Dabei war Bekos, dem Leiner einen „überragenden Charakter“ zuspricht, wegen seines Trainingsrückstands erst zu Beginn der zweiten Halbzeit eingewechselt worden.
Leiner lobte noch einen Spieler, der auf der Auswechselbank hatte Platz nehmen müssen: Laurenz Stuppy. Dieser habe jeden Ball, der bei der SGT-Aufholjagd ins Seitenaus gegangen war, sofort zurückgebracht und ein schnelles Weiterspielen organisiert. Damit habe Stuppy einen nicht unwesentlichen Anteil am 4:3-Erfolg gehabt.
... dass Justin Justus auch Torhüter ist.
Justin Justus gibt beim Bezirksligisten SV Herschberg entweder den Linksverteidiger oder den Sechser. Daniel Schmidt ist in derselben Mannschaft der Torwart. Am Sonntag jedoch war der junge, talentierte Keeper der Herschberger in Urlaub und ein weiterer gelernter Torhüter stand nicht zur Verfügung. Und weil Justus schon mal im Training als Keeper aushilft und auch bei einigen Hallenturnieren zwischen den Pfosten stand, fragte ihn Spielertrainer André Hampel, ob er denn im Derby gegen die SG Knopp/Wiesbach als Torwart auflaufen würde. „Die Entscheidung fiel schnell. Justus sagte ja“, erzählt Hampel weiter.
Der Anfang einer Erfolgsgeschichte war gemacht. „Er wehrte mindestens zehn gute Schüsse auf seinen Kasten ab und hielt uns im Spiel. Nur beim 0:1 durch einen Freistoß von Boris Becker war er machtlos“, beschrieb Hampel die Leistung des Aushilfskeepers. Hampel: „Er hat sich sehr über seine Leistung gefreut und diese gemeinsam mit Fabian Groh gefeiert, denn Fabian erzielte die drei Tore für uns auf dem Hartplatz.“ Auf diesem Untergrund habe Knopp/Wiesbach seine spielerischen Vorteile nicht wie gewohnt zeigen können. „Und in dem Derby waren wir eh ,on fire’“, befand Hampel nach dem zweiten Saisonsieg.