Hauenstein RHEINPFALZ Plus Artikel Rohrbruch: 70.000 Liter Wasser unterspülen die Straße, dann sackt sie ab

Auf einer Länge von rund drei Metern war das alte Wasserrohr geborsten.
Auf einer Länge von rund drei Metern war das alte Wasserrohr geborsten.

Eine alte Graugussleitung in der Straße Am Zimmerberg in Hauenstein ist am Montagmittag geborsten. Der Werkleiter beziffert den Schaden und wundert sich.

„Das war ein klassischer Wasserrohrbruch“, beschreibt Helge Schneider, Werkleiter der Verbandsgemeinde Hauenstein, den Schaden, der am Montagmittag in der Hauensteiner Straße Am Zimmerberg dafür sorgte, dass ein Teil der Fahrbahn einen Meter tief absackte. Die Wassermassen, die unterirdisch durch einen Längsriss austraten, spülten Sand weg, es entstand ein Hohlraum, in den die Asphaltdecke fiel. „Wir haben die Leitung freigelegt, den kaputten Teil des Rohres herausgeschnitten und ein neues Stück Rohr eingebaut. Am Nachmittag war der Schaden behoben und die Straße wieder befahrbar“, ergänzte er. Während der mehrstündigen Reparaturarbeiten waren ein gutes Dutzend Häuser und der katholische Kindergarten St. Hedwig von der Frischwasserversorgung abgeklemmt.

Die betroffene Leitung ist die Hauptanbindung zum Wasserhochbehälter Zimmerberg. Der Wasserrohrbruch sei recht schnell bemerkt worden, „wir waren schnell vor Ort“, erklärte Schneider. Die Mitarbeiter der Werke klemmten den betroffenen Bereich vom Netz ab. Der Werkleiter schätzt, dass rund 70 Kubikmeter Wasser aus dem Leck in den Fahrbahnunterbau geflossen sind. Die Leitung transportiert in einer Stunde etwa 200 Kubikmeter Wasser.

In der Hauensteiner Straße Am Zimmerberg klaffte am Montagmittag ein Loch.
In der Hauensteiner Straße Am Zimmerberg klaffte am Montagmittag ein Loch.

Ein außergewöhnlicher Riss

Das Schadensbild war außergewöhnlich, die Leitung war auf einer Länge von rund drei Metern geborsten. „Normalerweise handelt es sich um ein Loch, einen Querriss oder um Lochfraß“, berichtete Schneider. Die Unterspülung wirkte sich auf den Gehweg der Zimmerberg-Straße und der Pirmasenser Straße aus. Die Sandmassen und das Wasser drückten das Pflaster hoch, der Gehweg ist derzeit nicht passierbar und gesperrt. „Der an Gehweg und Bordsteinen entstandene Schaden dürfte bei 50.000 bis 60.000 Euro liegen“, vermutete der Werkleiter. Bevor der Schaden behoben wird, muss erst ein Gutachter der Versicherung vor Ort gewesen sein.

In der Straße Am Zimmerberg ist eine alte Wasserleitung aus den 1960er Jahren, als das Baugebiet entstanden war, geborsten. 2007 war im Zuge der Sanierung der Straße der Kanal erneuert worden, die Wasserleitung aber nicht. „Warum das nicht gemacht wurde, weiß ich nicht“, fügte Schneider an. Mittlerweile sei es üblich, dass im Zuge von Straßensanierungen auch alle Leitungen erneuert werden. „In jeder ausgebauten Straße liegt eine neue Wasserleitung“, beschrieb der Werkleiter das aktuelle Vorgehen.

Der Pflasterbelag des Gehwegs hob sich deutlich an.
Der Pflasterbelag des Gehwegs hob sich deutlich an.

Bei den Baggerarbeiten in der Zimmerberg-Straße stießen die Arbeiter auf ein altes Schachtbauwerk, dessen frühere Funktion nicht eindeutig zu klären ist und in das die geborstene Leitung einbetoniert war. „Womöglich diente es der Druckerhöhung, als es den Hochbehälter noch nicht gab“, bemerkte Schneider.

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