Pirmasens Publikum singt textsicher mit

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Zum ersten Mal auf der Burg Lemberg gespielt und sogleich abgeräumt! „Die Toten Ärzte“ aus der Hansestadt Hamburg haben sich auf Coversongs der deutschen Platin-Bands „Die Toten Hosen“ und „Die Ärzte“ spezialisiert und konnten die etwa 350 Deutschrockfans bei Konzert Nummer drei von „Burg Lemberg Open Air“ absolut überzeugen.

Im Januar feierte die Truppe ihr Jubiläum. Seit 15 Jahren spielt das Quartett aus dem hohen Norden etwa 60 Konzerte und Festivals pro Kalenderjahr kreuz und quer durch die Bundesrepublik, Österreich und die Schweiz. Auch „Kuddel“ (bürgerlich: Andreas von Holst), der Gitarrist der „Toten Hosen“, stieg mit den Worten „ihr seid einfach geil!“ bereits bei einem vergangenen Konzert spontan zu den Coverrockern auf die Bühne, um zwei seiner eigenen Kompositionen mitzurocken. Dies war quasi der Ritterschlag für die Gruppe. Inzwischen sind „Die Toten Ärzte“ zu Europas meistgebuchtem Tributeakt avanciert und können regelmäßig beachtliche Zuschauerzahlen vorweisen. Insgesamt hat man bis dato vor mehr als einer Million Fans gespielt. Das Konzert in Lemberg war diesbezüglich leider eine Ausnahme. Das lag wohl daran, dass die „Die Toten Ärzte“ letztmalig vor sechs Jahren Pirmasens und Umgebung unsicher machten. Und zwar im Oktober 2009 in Dahn. An der Qualität der Musik oder schlechtem Wetter kann es jedenfalls nicht gelegen haben, dass im Vergleich zum ersten Event-Wochenende relativ wenige Besucher die Burgfeste zu Lemberg erklommen. Nach dem obligatorischen Intro stürmten die vier Nordlichter die Bühne und man musste schon zwei Mal hinschauen um zu realisieren, dass nicht Campino selbst auf der Bühne stand. Die Ähnlichkeit von Sänger Branko Bock zum „Hosen“-Frontmann ist wirklich erstaunlich. Ebenso wie sein berühmtes Vorbild hatte Bock das Publikum voll im Griff und lotste dieses gleich mal direkt vor die Bühne. Gut so, denn diesen „Sicherheitsabstand“ zu „den Brettern, die die Welt bedeuten“, kennt man leider nur in unserer Region - eine absolute Unsitte… Jedenfalls hatten Bock und seine drei Kollegen eine große Wundertüte voller Hits der Originalbands mitgebracht und rockten Songs wie „Zu spät“, „Wünsch Dir was“, „An Tagen wie diesem“, „Westerland“ oder „Alex“ ins gut gelaunte Publikum. Dieses dankte den Musikern bei zunehmender Spieldauer mit begeistertem Applaus und sang die wohlbekannten Refrains von Anfang an sehr textsicher mit. Bassist Jay Petersen entpuppte sich mit seinem großen Aktionsradius und Mitteilungsbedürfnis als Co-Frontmann, Gitarrist Stephan Capser riffte und solierte sich routiniert durch das Programm und Martin Stieber am Schlagzeug legte ein grundsolides Soundfundament. „Die Toten Ärzte“ verbanden also zielsicher ihr instrumentales Können mit stetigem Fankontakt, zentnerweise guter Laune und einer immensen Spielfreude zu einem absoluten Wohlfühlpaket für alle Freunde der beiden gecoverten Megabands. Alle die gekommen waren, hatten dies sicherlich nicht bereut, da auch der organisatorische Aspekt beim Teil drei des „Open Air“, in luftiger Höhe mit grandiosem Blick über den Pfälzer Wald, wiederum restlos zufrieden stellte. Bleibt abschließend zu hoffen, dass sich die tolle Vorstellung der „Toten Ärzte“ herumspricht und die sympathische Band beim nächsten Gig in unserer Gegend einen größeren Zuschauerzuspruch hat als jetzt auf der Burg Lemberg.

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