Pirmasens
Piloten, Stewardessen und „Fiesta“ prägen die Kostümwahl
Wer in dieser kurzen Fastnachtskampagne richtig durchstarten will, braucht vor allem eines: das passende Kostüm. Mitten in der heißen Fasnachtsphase steht Oliver Vafiadis in seinem Geschäft in der Neckarstraße und blickt auf ein buntes, teils verrücktes Sortiment. Glitzernder Polyester, Federn und Fransen füllen die Regale, dazwischen wuchtige Plastikbrillen, neongrüne Perücken und Zauberstäbe – ein Schlaraffenland für unerschütterliche Frohnaturen und solche, die es werden wollen.
Vafiadis beobachtet seit Jahren genau, was über die Ladentheke geht. „In diesem Jahr verkaufen wir besonders viele Jogginganzüge und Skianzüge im 80er-Jahre-Stil“, sagt er. Der Karnevalverein Hinterweidenthal hat das Motto „Der Berg ruft“ gewählt, entsprechend decken sich viele mit Skianzügen und -brillen ein. Der Karnevalverein Dahn setzt in dieser Kampagne auf „Wir fliegen!“ Bei Vabo sind daher Piloten- und Stewardessen-Kostüme stark gefragt. In Annweiler, das ebenfalls zum Einzugsgebiet von Vabo gehört, lautet das Motto „Fiesta“. Dort liegen Kostüme im Ethno-Stil im Trend – auch wenn das nicht ganz unproblematisch ist.
Lieferanten sind sensibler geworden
„Ich merke, dass Lieferanten bei dieser Art Kostümen vorsichtiger geworden sind. Das Thema kulturelle Aneignung ist weiterhin präsent“, sagt Vafiadis. Ebenfalls angesagt seien Glamour-Girls und Zirkusdirektoren – Hauptsache viel Glitzer. „Fracks und Zylinder mit Pailletten oder Glitzerkleidchen sind Dauerbrenner, dazu passen Gehstöcke und andere Accessoires“, so Vafiadis.
Aktuelle Popkultur findet ebenfalls ihren Weg in den Laden. Viele Mädchen suchen Kostüme aus der Animationsserie „KPop Demon Hunters“, in der eine Girlgroup tagsüber Popmusik macht und abends Dämonen jagt. „Die Outfits sehen aus wie Bühnenkostüme, mit goldenen Applikationen, bunten Jacken, Shorts und Accessoires. Dazu gibt es farbige Perücken. Das geht eher in Richtung Cosplay – eine in Japan entstandene Mode, bei der sich jemand als Figur aus Anime, Manga oder Computerspiel verkleidet“, erklärt Vafiadis.
Jüngere Kinder greifen weiter zu Kostümen aus der Serie „Paw Patrol“ mit den sprechenden Polizeihunden. Die Nachfrage sei seit Jahren ungebrochen. Auffällig sei dagegen, dass Klassiker wie Cowboy, Polizist oder Clown kaum noch gefragt sind. „Das ist seit mehreren Jahren überholt. Irgendwo ist das auch schade“, sagt Vafiadis.
Wer noch ein Kostüm braucht, sollte sich beeilen: Neben dem Straßenfasching am Samstag, 1. Februar, geht es am Freitag, 7. Februar, in der Festhalle mit dem TVP-Kinderfasching am Nachmittag und der CVP-Prunksitzung am Abend weiter. Auch Vafiadis hat sein Kostüm bereits im Kopf – an Auswahl mangelt es nicht. Man munkelt, dass er in sozialen Netzwerken schon als Capri-Sonne-Packung zu sehen war.