Pirmasens Missbrauchsstudie: Gewaltexzesse und Vergewaltigungen im Nardinihaus
Im Nardini-Kinderheim in Pirmasens hat es in der Vergangenheit Gewaltexzesse und sexuellen Missbrauch gegeben. Das geht aus dem ersten Teil einer Studie zum sexuellen Missbrauch im Bistum Speyer seit 1946 hervor, den das Bistum jetzt vorgelegt hat. Zentraler Zeitraum der Missbräuche waren die 1950er bis 1970er Jahre. Im Nardinihaus hätten sich Pfarrer, Hausmeister und Ordensschwestern an den Kindern vergangen. An erster Stelle sei die exzessive Ausübung von Gewalt zu nennen, heißt es. Die meisten Betroffenen hätten von massiven Schlägen mit Händen und Fäusten, aber auch mit Gegenständen wie Kleiderbügeln, Ringen, Flaschen oder Stöcken gesprochen. Vielfach sei neben dem Gewaltaspekt jedoch auch eine sexuelle Motivation zu vermuten, da sich die Kinder häufig hätten nackt ausziehen müssen und die Schläge hauptsächlich auf das Gesäß erfolgt seien. Im Nardinihaus sei auch physische und psychische Gewalt ausgeübt worden. Sexuell übergriffig seien überwiegend männliche Beschuldigte geworden, die sich an Jungen und Mädchen vergangen hätten. Hier ist die Rede vom Ortspfarrer und von Ordensgeistlichen, aber auch vom ehemaligen Hausmeister. Es sei nicht nur zu sexuellen Belästigungen, sondern auch zu Vergewaltigungen gekommen. Den damaligen Schwestern wurde vorgeworfen, den Missbrauch gefördert und vertuscht sowie Übergriffe nicht verhindert zu haben.