Pirmasens Linken-Politiker wettern gegen Einsatz von Elektroschockpistolen

Jochen Bülow, Linken-Vorsitzender in Rheinland-Pfalz. Foto: Kunz
Jochen Bülow, Linken-Vorsitzender in Rheinland-Pfalz.

Die Vorsitzenden der Linken in Rheinland-Pfalz nehmen den Vorfall vom Freitag, bei dem in Pirmasens ein 56-Jähriger starb, zum Anlass, sich gegen den Einsatz von sogenannten Tasern zu positionieren. Vorsitzender Jochen Bülow sagt einer Mitteilung zufolge: „Nach dem Einsatz eines ist ein 56-Jähriger Mann an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben, nun ermittelt die Staatsanwaltschaft. Ohne dem Ergebnis vorgreifen zu wollen: Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Taser-Einsatz tödlich endet.“ In den USA und Kanada seien über 1000 Fälle mit Todesfolge dokumentiert, der UNO-Ausschuss gegen Folter und Amnesty International bewerten die Elektroschocker laut Bülow als Folterinstrument. Für die Linke sei nicht nachvollziehbar, dass diese Waffen in mehreren deutschen Bundesländern, darunter Rheinland-Pfalz, noch „getestet“ werden müssen.

Werner: Lebensgefahr für Ältere und Kranke



Seine Vorstandskollegin, die Trierer Bundestagsabgeordnete Katrin Werner, erhebt schwere Vorwürfe gegen führende Landespolitiker: „Ich finde das Ausmaß an Empathielosigkeit nach diesem Vorfall erschreckend, wenn Innenminister Lewentz keinen Anlass sieht, auf den Einsatz von Tasern zu verzichten, sondern im Gegenteil alle 72 Polizeiinspektionen des Landes damit standardmäßig aufrüsten will.“ Ältere, Kranke, Schwangere, Kinder – Menschen mit schwächerer Konstitution seien lebensbedrohlich gefährdet, wenn Taser die Muskeln mit bis zu 50.000 Volt verkrampfen lassen. In Gefahrensituationen seien solche Risiken nicht mehr abschätzbar. Werner fordert: „Im regulären Streifendienst haben Taser wegen der mit ihnen verbundenen unkalkulierbaren Gefahren nichts zu suchen.“ Ähnlich hatte sich auch die Pirmasenser Bundestagsabgeordnete Brigitte Freihold (Linke) positioniert.

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