Pirmasens Kommentar: Mut und Engagement bei Pflegefamilien
Ein Pflegekind hat oft Dinge erlebt, die man keinem Kind wünscht. Ein Baby, das über Tage liegengelassen wird, verprügelte Kleinkinder, betrunkene Eltern oder sexueller Missbrauch – bei solchen Berichten überkommt einen das kalte Grausen. Vernachlässigung und Misshandlung führen zu Traumata – schon bei den ganz Kleinen. Die ersten Jahre sind so prägend, dass viele Pflegekinder lange mit psychischen Schwierigkeiten kämpfen, auch wenn sie ihre problematische Familie früh verlassen haben. Viele haben Schwierigkeiten, Bindungen einzugehen und sich einzufügen, und manche Misshandlung führt zu einer langfristigen Behinderung.
Diese Kinder aufzunehmen und ihnen behutsam zu helfen, die Schrecken zu überwinden, ist eine heikle Aufgabe, die Fingerspitzengefühl und viel Hingabe erfordert. Respekt gilt deshalb den Pflegeeltern in Pirmasens, die ein fremdes Kind „mit Rucksack“ in ihre Familie aufnehmen. Das traut sich nicht jeder zu. Engagement braucht deshalb auch die Arbeit beim Kinderpflegedienst. Die Mitarbeiterinnen im Jugendamt kennen die Familien mit Problemen in Pirmasens gut und betreuen sie teilweise schon seit Generationen. Von ihrem Wissen profitiert die Stadt.
