Kommentar Jammern auf hohem Niveau

Eine Frau hebt eine mit Kunstblut beschmierte Hand auf dem Trafalgar Square in London, während die Proteste für Mahsa Amini und
Eine Frau hebt eine mit Kunstblut beschmierte Hand auf dem Trafalgar Square in London, während die Proteste für Mahsa Amini und die Freiheit im Iran weitergehen.

Angesichts dessen, was Frauen wie Neda im Iran ertragen müssen, erinnert so manche deutsche Debatte an ein Luxusproblem.

Im Grundgesetz steht: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses. Währenddessen werden Frauen im Iran und in anderen islamischen Ländern systematisch unterdrückt. Von den bei uns gesetzlich verankerten Rechten sind sie Millionen von Schritten entfernt. Es hängt bei uns über keiner Frau ein Damoklesschwert. Es liegt kein Strick bereit, es werden keine Steinhaufen errichtet und keine Peitschen bereitgelegt. Das ist gut so. Das Grundgesetz garantiert Frauen ihre Entfaltung der persönlichen Freiheit.

Neda hat das Gegenteil erlebt. Frauen haben in ihrer Heimat keine Rechte. Das ist das dortige Gesetz. Ja, wir (Frauen) jammern auf hohem Niveau, wenn ich beispielsweise den Blick auf die geforderte Frauenquote lenke. Hier in Deutschland. Hier in unserer noch funktionierenden Demokratie.

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