FUSSBALL
FK Pirmasens: Wieder überm Strich und Sorgen um Mohr
Es lief die 82. Minute im Stadion am Prischoß, der FKP führte verdient mit 3:2 in dem so wichtigen Spiel beim FC Bayern Alzenau, der sich allerdings noch heftig wehrte. Da holte Tom Schmitt ganz clever kurz vor dem Strafraum der Unterfranken einen Freistoß heraus. Alzenaus Keeper Leonnel Mballa Mvogo ging offenbar fest davon aus, dass der am Ball stehende FKP-Standardexperte Dennis Chessa auch diesen Freistoß ausführen würde und zwar mit dem linken Fuß, denn dementsprechend stellte Mvogo sich in sein (von ihm aus gesehen) rechtes Eck. „Wir haben das gesehen, uns kurz abgesprochen, ich habe dann geschossen und den Ball einfach gut getroffen“, erzählt Schmitt die Geschichte seines sechsten Saisontreffers. Er schoss mit rechts unter die Latte ins linke Eck des Torwarts – 4:2!
Schmitts Kommentar
Beim 1:1 im Hinspiel hatte Schmitt eine große Möglichkeit zum Siegtor ausgelassen. Nun merkte er nach seinem Doppelpack trocken an: „Als Offensivspieler muss man schon mal das eine oder andere Tor machen.“ Beim 5:2 in der Nachspielzeit war der ehemalige Juniorennationalspieler dann der Endpunkt eines feinen Angriffszugs über die eingewechselten Tim Hecker und Luca Eichhorn.
Saison für Mohr wohl zu Ende
Auch Schmitt stand nicht beim Anpfiff auf dem Rasen. Er kam in der 39. Minute für Benno Mohr, der sich bei einem normalen Zweikampf an der Torauslinie wohl erheblich am Knie verletzt hat. Der 25-jährige Außenangreifer wurde noch während des Spiels ins Krankenhaus gebracht, erhielt dort eine Schiene, so dass er mit dem Mannschaftsbus die Heimreise antreten konnte. „Das Knie ist nicht dick, aber ich habe starke Schmerzen und bin mit Krücken unterwegs“, informierte am Sonntag der Ex-Elversberger auf Anfrage der RHEINPFALZ. Mannschaftsarzt Nils Veith habe sich sein Knie noch am Samstagabend direkt nach der Rückkehr in Pirmasens angeschaut. Am Montag habe er einen MRT-Termin. Mohr: „Ich gehe davon aus, dass ich diese Saison nicht mehr spielen kann.“
Bohl verletzt
Erst gar nicht auf dem Platz war Daniel Bohl. „Er hatte schon in Pirmasens über Wadenprobleme geklagt, wurde dann von unserem Doc behandelt, aber als er in Alzenau aus dem Bus stieg, war dann die Wade komplett zu“, berichtete FKP-Trainer Patrick Fischer. Salif Cissé rückte für den Ex-Drittligaprofi in die Startelf und bildete mit David Becker die Doppel-Sechs – Fischer hatte sich dieses Mal für ein 4-2-3-1-System entschieden. „Mit zwei Sechsern ist die Grundsicherung größer, gerade bei einer schnell umschaltenden Mannschaft wie Alzenau“, sagte Becker dazu.
Vorbildlicher Becker
Der Kapitän war in puncto Zweikampfführung mal wieder ein Vorbild. Grandios, wie er das 3:1 vorbereitete. Er trieb, aus der eigenen Hälfte kommend, den Ball etwa 30 Meter nach vorne, passte auf die linke Seite zu Schmitt, lief in den Strafraum, wo er wieder den Ball bekam und sich elegant um Alzenaus Verteidiger Dominik Crljenec drehte. Crljenic lenkte den Ball in höchster Not ausgerechnet zum frei stehenden Luka Dimitrijevic, der überhaupt keine Mühe hatte, den Zwei-Tore-Abstand wieder herzustellen. Becker war mit seiner Mannschaft sehr zufrieden: „Es war vom Kopf her ein sehr schwieriges Spiel, weil wir gewinnen mussten. Wir sind das sehr konzentriert und engagiert angegangen, waren von Anfang an hellwach, haben uns jede Menge Chancen herausgespielt. Fünf Tore auswärts sind eine Hausnummer.“
„Unheimlicher Kampf“
Hellwach waren die Pirmasenser nur nicht beim ersten Gegentreffer. Alzenaus bester Torschütze, Nils Fischer, konnte eine Freistoßflanke von Henok Teklab ungestört einköpfen.
Das war aber zu verschmerzen, weil der FKP schon nach 15 Minuten 2:0 geführt hatte. Das 1:0 in der vierten Minute schoss Moritz Zimmer, als der FCB nach Sascha Hammanns Hereingabe nicht richtig klären konnte. Das 2:0 leitete Mohr ein; Dimitrijevic flankte, und Chessa köpfte den Ball ins Netz.
Stolzer Fischer
„Die Mannschaft hat in einem unheimlichen Kampf alles gegeben und fünf Tore erzielt, was für uns sensationell ist“, sagte Trainer Fischer stolz nach dem „absolut verdienten Sieg“. Nach dem dritten Spiel in acht Tagen gab es erst mal zwei Tage frei.
Mit diesen drei Punkten ließ der FKP die SG Sonnenhof Großaspach und den FC Gießen, die ihn am Dienstag überholt hatten, in der Tabelle wieder hinter sich und liegt nun nicht mehr auf einem Abstiegsplatz, was auch Tom Schmitt erfreut registriert hat: „Unser Ziel ist es, Woche für Woche über dem Strich zu stehen. Es kann ja immer noch sein, dass wegen Corona die Saison abgebrochen wird.“